Erste Marktplatzschule im Bezirk Rohrbach definiert Lernen auf ganz neue Art
AIGEN-SCHLÄGL. Als erste Schule im Bezirk Rohrbach hat die Volksschule Aigen-Schlägl das Konzept der Marktplatzschule umgesetzt. Viel Raum für offenes Lernen, dazu noch jede Menge Bewegung auch während des Unterrichts, vermitteln ein ganz neues Gefühl von Schule.

2016 fiel die Entscheidung im Kollegium, dass aus der Volksschule eine Marktplatzschule werden soll. „Wir haben uns das Konzept ganz genau angeschaut, aber weil bei uns offenes Lernen schon zuvor gelebt wurde, kommt uns diese Art des Unterrichts sehr entgegen. Die neue Architektur unterstützt diese Ansätze. Wir haben den Entschluss gemeinsam gefällt und dementsprechend wird das Konzept auch vom ganzen Team super mitgetragen“, erklärt Direktorin Renate Schietz, die selbst überzeugt vom neuen Konzept ist.
Offenes Konzept begeistert
Jeweils vier modernst eingerichteten Klassenräume gruppieren sich um zwei sogenannte Marktplätze. Diese lichtdurchfluteten, offenen Zonen bieten Raum für das Angebot unterschiedlicher Lernmaterialien und Arbeitsaufträge. Nicht alle Schüler lernen das Gleiche zur selben Zeit. In manchen Unterrichtsstunden bleiben die Klassentüren geschlossen, immer öfter sind sie aber offen und die Lehrerinnen begleiten und unterstützen die Schüler in ihrer selbsttätigen Arbeit. „Durch ein gutes Akustikkonzept wirkt es aber auch dann ruhig, wenn viele Schüler die offenen Zonen zur gleichen Zeit nutzen“, sagt die Direktorin. Das Zusammenarbeiten im Team wird gezielt trainiert und es gibt viele Möglichkeiten, wie man auf individuelle Talente, aber auch Schwächen der Schüler besser eingehen kann, als im Standard-Unterricht.
Bewegt lernt es sich leichter
Das Thema Bewegung zieht sich nicht nur in der Pause durch das Schulangebot, sondern wirkt auch auf den Lernalltag der Schüler ein. „Motorische Aktivität fördert die Gehirnleistung und wirkt sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit und die Leistung aus. Lesen, Schreiben und Rechnen wird abwechslungsreicher und lustiger“, so Renate Schietz, die seit zehn Jahren die Volksschule Aigen-Schlägl leitet. Und so können die Schüler ihre Arbeitsaufträge beispielsweise auch an Stehtischen erledigen, wenn sie vom Sitzen genug haben. Viel Freiheit also für die Schüler, dennoch kein wildes Durcheinander, wie Schietz betont: „Auch in diesen freien, offenen Unterrichtsphasen ist Struktur vor allem in den ersten Klassen ein wichtiges Unterrichtsprinzip, damit kein Schüler überfordert wird. Es soll aber ganz klar zur Selbstständigkeit anleiten.“
Viel Unterstützung
Binnen eines Schuljahres – von Februar 2018 bis zu den Semesterferien 2019 – wurde die 50 Jahre alte Schule komplett saniert. Die rund 160 Volksschüler und die 13 Lehrerinnen fanden in der benachbarten NMS und im Kulturhaus Aigen-Schlägl ihr Ausweichquartier. „Dank der großartigen Unterstützung durch die Gemeinde war es uns möglich, selber ganz viel mitzuplanen und mitzureden. Das motiviert uns sehr und wir alle fühlten uns im neuen Haus vom ersten Moment an wohl“, bestätigt Schietz.


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