Klimawandel erfordert rasche Energiewende: "In Paris sind keine großen Lösungen zu erwarten"
AIGEN-SCHLÄGL. Das Klima morgen hängt von den CO2-Emissionen heute ab, deshalb müsste auf Kohle, Öl und Gas verzichtet werden: Das ist für Heinz Kopetz, Präsident des Weltbiomasseverbandes, die einfachste Lösung, um den Klimawandel aufzuhalten oder zumindest zu verlangsamen. Allerdings hapert es an deren Umsetzung, wie er bei seinem Vortrag bei der Generalversammlung der Energiegenossenschaft im Vereinshaus aufzeigte. Er erwartet sich daher auch wenig von der bevorstehenden UN- Klimakonferenz in Paris.

Seit 30 Jahren beschäftigt sich der Grazer mit Energiewirtschaft und Klimawandel und er ist überzeugt: „Mit Wind, Sonne, Wasserkraft, Biomasse könnte der Energiebedarf weltweit gedeckt werden – wenn nur alle Länder mitmachen würden. Nur wollen jene Länder, die auf fossilen Vorräten sitzen, von solchen Lösungen nichts hören.“ Der Präsident des Weltbiomasseverbandes, der schon bei fünf globalen Klimakonferenzen dabei war, sieht daher auch das nächste Treffen in zwei Wochen in Paris wenig optimistisch. „Beschlüsse sind nur möglich, wenn alle Länder zustimmen. Da darf man sich keine großen Lösungen erwarten, sondern nur Kompromisse, die von den langsamsten bestimmt werden.“
Dabei wäre es seiner Meinung nach unbedingt notwendig, das Energiesystem rasch umzustellen: „Die Natur hat ihre Gesetze, die wir nicht ignorieren dürfen. Denn das fällt brutal auf uns zurück.“ Wir stünden erst am Beginn der Erderwärmung. „Wenn wir diese nicht verlangsamen, kann die Natur wie wir sie kennen, nicht mehr bestehen“, sagt Heinz Kopetz, der seine Meinung auch in Buchform niedergeschrieben hat (“Mutter Erde ruft um Hilfe“).
Unterstützung vom Bund fehlt
Während einige Länder (etwa England, Dänemark, Deutschland) den Ernst der Lage erkannt haben und mehr tun, als Brüssel oder die UNO vorschlagen, definiert Österreich keine eigenen Ziele. „Die CO2-Emissionen liegen sogar über dem EU-Schnitt und sind überhaupt nicht mit dem 2 Grad-Ziel vereinbar“, kritisiert der Experte. Zwar gebe es in den Gemeinden und Bezirken teilweise beeindruckende Initiativen, es fehle aber die Unterstützung des Bundes.
Kopetz schlägt als Maßnahmen vor, fossile Energie höher zu besteuern und Ölheizungen bei Neubauten ganz zu verbieten. Er ist auch überzeugt, dass Investitionen in euerneuerbare Energien eine Fülle von Arbeitsplätzen schaffen.
Genossenschaft hat 20 PV-Anlagen realisiert
Die Energiegenossenschaft Donau-Böhmerwald mit Obmann Bgm. Franz Lindinger leistet mit ihren Initiativen einen Beitrag zur Energiewende. Derzeit sind 20 Photovoltaik-Anlagen, die mit Bürgerbeteiligung finanziert wurden, mit einer Gesamtleistung von 436 kWp in Betrieb. Weitere Projekte sind in Planung und werden voraussichtlich im Frühjahr realisiert.
Auch fürs E-Carsharing, das in Sarleinsbach erfolgreich angelaufen ist, sind weitere Standorte geplant. „Erneuerbare Energien sind eine neue Wirtschaftskraft und eine Chance, unsere Region zukunftsfit zu machen“, ist Markus Altenhofer, Geschäftsführer der Energiegenossenschaft, überzeugt.


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