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BEZIRK. Heute hat die oö. Landesregierung einstimmig den Grundsatzbeschluss zur Umsetzung der Mühlkreisbahn als S6, also als Teil des S-Bahn-Systems getroffen.

Nach dem Grundsatzbeschluss der Landesregierung soll jetzt das Bekenntnis zur Endhaltestelle Aigen-Schlägl folgen.

Diese wird auf der neuen zweiten Straßenbahnachse bis zum Linzer Hauptbahnhof fahren. Der zuständige Landesrat Günther Steinkellner (FP) erklärt näher: “Als neue S6 soll die Bahn mit Zweisystemfahrzeugen zum Linzer Hauptbahnhof führen. Damit kann der Inselbetrieb der Mühlkreisbahn aufgehoben werden und eine attraktive Nutzung für die Mühlviertler Pendler gewährleistet werden.“ Die grobgeschätzten, zusätzlichen Investitionskosten zur zweiten Straßenbahnachse  betragen rund 60 Millionen Euro ohne Elektrifizierung der Mühlkreisbahn, rund 100 Millionen Euro mit Elektrifizierung der Mühlkreisbahn. Hinzu kommen die jährlichen Betriebskosten, die mit rund acht Millionen Euro ohne Elektrifizierung der Mühlkreisbahn, rund siebeneinhalb Millionen Euro mit Elektrifizierung der Mühlkreisbahn kalkuliert werden. „Ich bin sehr froh, dass wir in der heutigen Regierungssitzung die erste Weichenstellung für die Zukunft der Mühlkreisbahn beschließen konnten“, meint Steinkellner.

Fortführung bis Aigen-Schlägl

Damit es nicht beim Beschluss bleibt, fordern die Grünen noch im Frühjahr die Fixierung von Detail-, Kosten- und Zeitplänen und einen konkreten Fahrplan zum Baustart. Klarheit fordert LAbg. Ulrike Schwarz außerdem über die weitere Trassenführung. „Derzeit reichen die Planungen nur nach Gerling. Ich fordere ein klares Bekenntnis ein, dass die Bahn langfristig bis Aigen-Schlägl geführt wird. Die Pendler aus dem Oberen Mühlviertel brauchen eine rasche Öffi-Verbindung.“

Touristisch besser nutzen

Eine bessere touristische Nutzung der Mühlkreisbahn würde sich Altenfeldens Alt-Bürgermeister Josef Leibetseder wünschen. Nicht eine Verkürzung der Bahn, sondern eine Verlängerung von Aigen-Schlägl nach Ulrichsberg bis zum bayrischen und tschechischen Schienen-Netz sind sein Ziel. Leibetseder vermisst den Weitblick, denn die Mühlkreisbahn sei mehr als eine Pendlerstrecke. „Eine Fahrt rund um den Böhmerwald würde einen besonderen Reiz haben“, ist er überzeugt. Dreiländer-Infrastrukturvereinsobmann Walter Höllhuber verfolgt ebenfalls die Vision einer 3-Länder-Rundbahn im Böhmerwald.

Ausbau zu teuer

Ganz anders sieht es indes Christian Reiter aus Arnreit, von dem in der aktuellen Printausgabe der Tips Rohrbach ein Leserbrief abgedruckt ist. Für ihn ist die Mühlkreisbahn bis Aigen-Schlägl nicht mehr zeitgemäß und der Ausbau zu teuer, weil der Regionalzug ab Gerling oder Rottenegg ohnehin nicht genutzt werde. Er befürwortet eine durchgehende Busspur in beide Richtungen, um die Pendler nach Linz zu bringen.


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