Paradeisertrends: Die Primabella braucht kein Dach über dem Kopf
ALLHAMING. Die bunte Sortenvielfalt an Paradeisern ist inzwischen in aller Munde – im wahrsten Sinne des Wortes. Gemüse-Expertin Margit Mayr-Lamm aus Allhaming führt schon seit etwa acht Jahren Sortenvergleiche bezüglich der Freilandtauglichkeit von Paradeisern durch.

So gibt es einige wenige Sorten, die sich als besonders stark gegen die Kraut- und Braunfäule erweisen. Diese Sorten sind für die Hausgärtner interessant, die keine Möglichkeit haben, ihre Paradeiserpflanzen unter ein Dach zu setzen.
Am Biohof Mayr-Lamm in Allhaming wurde die Nachfrage nach robusten, freilandverträglichen Sorten immer stärker, daher hat sich Margit auch um die Züchtung freilandtauglicherer Sorten angenommen. „In früheren Zeiten lag die gesamte Saatgutgewinnung und Weiterentwicklung von Sorten in den Händen der Bauern. Erst vor wenigen Jahrzehnten ging das gesamte Know-how für die Züchtung in die Labore der Saatgutfirmen. Mit dem Ergebnis, dass das Wissen der Bauern, das jahrhundertelang von einer Generation in die nächste weitergegeben wurde, verloren gegangen ist. Heute muss es wieder neu gelernt und erfahren werden“, betont die Biobäuerin.
Im Rahmen einer Arbeitsgruppe, in der der Verein „Arche Noah“, der Bioverband „Bio Austria“, Bundeslehranstalten und auch die Universität für Bodenkultur vertreten sind, werden Bio-Vielfalts-Bauern aus vier verschiedenen Bundesländern in Züchtungsarbeit eingelernt.
Margit Mayr-Lamm führt schon seit etwa acht Jahren Sortenvergleiche bezüglich der Freilandtauglichkeit von Paradeisern durch: „Unter den wenigen Sorten, die auch regenreichen Sommern trotzen, sticht vor allem eine besonders hervor: die Sorte Primabella, eine ganz klassische rote Cocktailtomate.“
An der Züchtung von klassischen roten runden Salatparadeisern, die hohe Phytophteraresistenz aufweisen, wird am Biohof gerade gearbeitet. Dazu wurden in der letzten Saison Kreuzungen durchgeführt, heuer wird das Saatgut aufvermehrt und in den nächsten Jahren selektiert. „Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis wir großfrüchtigere Freilandsorten anbieten können“, so Mayr-Lamm


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