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ALTENFELDEN/BEZIRK ROHRBACH. Seit März 2010 steht Hermann Traxler der Rohrbacher Bezirksgruppe des Zivil-Invalidenverbands als Obmann vor und bemüht sich, zu informieren, zu beraten und zu helfen, wenn es nötig ist.

Hermann Traxler ist seit 2010 Bezirksobmann des Zivil-Invalidenverbandes.
Hermann Traxler ist seit 2010 Bezirksobmann des Zivil-Invalidenverbandes.

Es ist eine der ältesten Bezirksgruppen, aber auch die kleinste mit gerade mal 50 Mitgliedern. Den Grund dafür sieht der Altenfeldner im gut ausgebauten Angebot für Menschen mit Beeinrächtigung. „Diese fühlen sich bei Arcus, beim Sozialsprengel oder auch in den Schulen gut aufgehoben und betreut. Deshalb ist bei uns im Bezirk der Zustrom eher gering“, erklärt Hermann Traxler.

Er will in erster Linie in beratender Funktion zur Seite stehen: Wenn etwa die Rollstuhl-taugliche Gestaltung der Wohnung oder des Badezimmers notwendig ist, wenn Fragen zum Behindertenausweis oder zum Euro-Key auftauchen, wenn es um Autoumbauten, Parkausweise oder Gebührenbefreiungen geht.

Viele Verbesserungen

Traxler weiß, wovon er spricht: Seit September 1997, also seit 20 Jahren, sitzt der verheiratete Vater von drei erwachsenen Kindern nach einem tragischen Unfall im Rollstuhl. Seither hat sich die Einstellung der Leute gegenüber Menschen mit Behinderung extrem verändert – zum Positiven, betont der Altenfeldner: „Früher hieß es einfach, das ist nicht möglich. Das gibt es jetzt kaum mehr. Alle sind offen und hilfsbereit – und diese Hilfe nehme ich gerne an.“ Er hat sich aber von Anfang nicht abgeschottet, wie er sagt, auch wenn es teilweise oft mühsam war. Viel Unterstützung kommt von seiner Frau Elisabeth, die ergänzt: „Zu zweit ist schon alles viel leichter. Für Alleinstehende schaut die Situation nochmal ganz anders aus.“

Unüberwindbare Hindernisse

Denn Hürden gibt es für Rollstuhlfahrer noch genug. Traxler nennt etwa Rampen, die zu schmal oder zu steil und damit nicht optimal sind, Stufen, die den Eingang ins Geschäft unpassierbar machen, hohe Randsteine bei Gehsteigen, Busse, die nur selten mit Hebebühnen ausgestattet sind, oder fehlende Behindertenparkplätze. Als Beispiel nennt er hier die Bezirkshauptstadt, wo es zu wenige ausgewiesene Parkplätze gibt, die teilweise auch noch zugeparkt oder von der Steigung her nicht benützbar sind. Auch Leiteinrichtungen für Sehbehinderte oder induktive Höranlagen fehlen oft. „Das Wichtigste ist, bei Um- oder Neubauten gleich alles zu berücksichtigen und mitzuplanen. Das wäre ganz wertvoll“, schließt Hermann Traxler.

Der OÖ Zivil-Invalidenverband wurde 1948 gegründet und ist mit mehr als 5400 Mitgliedern die größte Interessensvertretung für Menschen mit Behinderung. 200 ehrenamtliche Funktionäre führen jährlich etwa 4000 Beratungsgespräche durch. www.ooe-ziv.at


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