„Freiwillige Rückkehr“ einer armenischen Asylwerberin lässt schockierte Unterstützer zurück
ALTMÜNSTER. Der Kampf um ein Bleiberecht für eine armenische Asylwerberin hat vorerst kein „Happy End“ gefunden. Frau E. entschloss sich, „freiwillig“ in ihre Heimat zurückzukehren. Unterstützer und Freunde hoffen, dass von dort aus eine legale Rückkehr an den Traunsee wieder möglich wird.

„Sie will nur noch Frieden haben und keine Grauslichkeiten erleben und hat einer freiwilligen Ausreise zugesagt“, erklärte ihr Rechtsvertreter Erich Hametner. Damit habe sie sich eine zwangsweise Abschiebung erspart und die Möglichkeit einer legalen Rückkehr erhalten.
Deutschkenntnisse und Jobzusage ohne Wirkung
Um die Abschiebung der beliebten Asylwerberin aus Armenien zu verhindern, hatte Pfarrer Franz Benezeder der Frau „Kirchenasyl“ gewährt und in kirchlichen Räumen untergebracht. Dutzende Bürger unterstützten mit ihrer Anwesenheit und ihrem Beistand die Aktion. „E. ist eine mustergültige Asylwerberin. Sie hatte Deutschkurse abgelegt, ihr Know-how als Pädagogin ehrenamtlich im Pfarrkindergarten eingebracht und sogar eine Arbeitszusage gehabt. Was kann man von einer Asylwerberin mehr verlangen?“, so Benezeder.
Die Telefone dürften auf politischer Ebene geglüht haben. Dem Nervenkrieg nicht mehr gewachsen entschloss sich Frau E. schließlich zur „freiwilligen Rückkehr“. Beim Eintreffen bei der Polizeistation Altmünster am Donnerstagmorgen wirkte E. zwar gelöst, der Abschied fiel aber sichtbar schwer. Über Wien und Athen wurde E. nach Armenien gebracht. Ihre Freunde hoffen, dass eine Rückkehr in den Traunseeort auf legale Weise möglich wird. Was schwer genug sein wird, denn Österreich verfügt über keine diplomatische Vertretung in Armenien. Die nächste Botschaft, in der E. etwaige Ansuchen stellen könnte, ist jene in Moskau.
Unverständnis und Empörung bei Unterstützern
Für die Mitglieder der „Plattform für Altmünster“ ist die Entscheidung des Asylgerichtshofes nicht nachvollziehbar. Dieser hatte unter anderem angemerkt, dass aus dem Akteninhalt nicht hervorgehe, dass E. „ernsthafte Bemühungen zur Herstellung der Selbsterhaltungsfähigkeit“ unternommen hätte. E. habe zwar „zahlreiche sogenannte „Empfehlungsschreiben“ vorgelegt, diese stammten aber offensichtlich zu einem großen Teil von ihren Deutsch-Lehrern und seien insofern als Gefälligkeitsbestätigungen zu sehen. „Grundsätzlich ist das ganze ein Sammelsurium an Unterstellungen in einem menschenverachtenden Tonfall gepaart mit abstrusen Vorschlägen“, so Natalie Mesensky. „Wir helfen seit Jahren ehrenamtlich mit, größeres Chaos beim Umgang mit Asylwerbern zu vermeiden. Wir fühlen uns einfach verhöhnt“, sagt Almut Etz. Auch Wilfried Schlögl, Mandatsvertreter des Kindergartens Altmünster, zeigte sich entsetzt: „Ich scheue mich nicht das Wort „Deportation“ in den Mund zu nehmen. Die Kinder und Eltern hatten sie ins Herz geschlossen. Sie ist ein ganz, ganz wertvolles Mitglied der Gesellschaft geworden. Darum haben wir auch eine Anstellungszusage im vollen Ausmaß gemacht.“


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