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MOSTVIERTEL/AMSTETTEN. Toni und Irmi Distelberger führen den GenussBauernhof Distelberger. Dabei liegt dem Mostbaron besonders die Verbindung von Tradition mit den Herausforderungen der Zukunft am Herzen.

Irmi und Toni Distelberger vom GenussBauernhof Distelberger.Foto: Doris Schwarz-König
  1 / 2   Irmi und Toni Distelberger vom GenussBauernhof Distelberger.Foto: Doris Schwarz-König

Anton Distelberger gehört zu den Urgesteinen unter den Mostbaronen. Sein Vater hat das Mostviertler Bauernmuseum gegründet, das eine umfassende und einzigartige Sammlung an Exponaten bäuerlicher Kultur des Mostviertels aufweisen kann. Aus dem Bewusstsein der Tradition ist aber auch ein Verständnis für die Erneuerung der Mostkultur entstanden, die die Landschaft und die Menschen dieses Landstriches prägt. Schon früh hat Toni Distelberger mit einer neu entwickelten Mostflasche und einer Preisgestaltung von 45 Schilling für den Liter Most, als er auch noch für drei Schilling verkauft wurde, für Diskussionen gesorgt.

Der Beginn der Mostbarone

1993 entstand im Rahmen der Mostgalerie mit Sepp Zeiner, Helmut Baumgartner, dem Gafringwirt Johann Hochholzer, Manfred Zeillinger und Karl Hauer in einem gemeinsamen Prozess die Idee zu den Mostbaronen. Gemeinschaften wie die Mostbarone sind ungeheuer wichtig, ist Toni Distelberger zutiefst überzeugt. Weg vom Konkurrenzdenken und hin zur gemeinsamen Entwicklung von Märkten prägen die Denkweise des Mostbarons. Dieses Denken macht die Mostbarone auch stark als Träger der Mostkultur.

Kultur- und Klimawandel

Die Mostbäume des Mostviertels sieht Toni Distelberger in Gefahr. In den modernen Formen des Ackerbaus stehen die Bäume im Weg und werden deshalb gefällt. Das Mostviertel wird sich zu einer Landschaft mit Inseln entwickeln, wo die Mostbirne noch gedeihen darf, prophezeit der Mostbaron. Die aktuell engagierten Pflanzaktionen werden aus seiner Sicht diesem Trend nicht ausreichend entgegen steuern können.Auch der Wandel des Klimas ist für den Mostbaron nicht zu übersehen. Ganze zwei Wochen früher sei die Vegetationsperiode verschoben. Die Blütezeit der Birnbäume ist nun schon Mitte April, während sie in früheren Jahren um den 1. Mai stattfand. Auch die Trockenheit war im Vorjahr ein Thema. Die Mostbirne hält diese Bedingungen wegen ihrer großen tiefgehenden Herzwurzeln aber noch ganz gut aus. Auch heuer sollen die Bäume noch recht viele Blüten angesetzt haben, was nach dem Ernte-Rekordjahr 2018 nicht zu erwarten war, erklärt Toni.

Essig, Senf und Birneneiswein

„Was sich der Gast beim Mostheurigen auf alle Fälle erwartet, ist der Klassiker, und das ist eine Brettl­jause. Und die bieten wir. Und dann kommt von uns immer noch der besondere Akzent“, erklärt Toni Distelberger. Dieser Akzent offenbart sich dann entweder im süßen Senf mit Birnenessig oder im scharfen Senf mit Apfelessig, oder auch im delikaten Senf-Kaviar mit ganzen Senfkörnern. Wo­rauf Toni Distelberger besonders stolz ist, sind diese eigenen Entwicklungen wie der Birnenbalsamico-Essig oder die eis.birne, ein fruchtiger, kraftvoller Birnensüßwein, der ganz speziell hergestellt wird, in dem Birnensaft im Winter ausgefroren wird. Der Staatsopernsänger und Balsamico Papst, Herwig Pecoraro selbst, hat Toni Distelberger bei der Entwicklung seines Birnen-Balsamico unterstützt.

Genießer-Frühstück

Die jüngste Erfindung der Distelbergers ist das Genießer-Frühstück. Der Chef selber bereitet dabei Eierspeisen ganz nach Wunsch und bäckt frische Waffeln. Termine mit Reservierung gibt es am Samstag, 13. April und Samstag, 4. Mai, jeweils von 9 bis 12 Uhr.


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