Amstettner Bürgermeister Christian Haberhauer im Tips-Interview

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Michaela Aichinger Michaela Aichinger, Tips Redaktion, 20.11.2020 19:57 Uhr

AMSTETTEN. Tips stellte Bürgermeister Christian Haberhauer (ÖVP) einige Fragen über die ersten Monate im Amt sowie über aktuelle und zukünftige Projekte.

Tips: Seit gut neun Monaten sind Sie als Amstettens Bürgermeister im Einsatz. Wie haben Sie diese erste Zeit erlebt?

Christian Haberhauer: Spannend und herausfordernd sind wohl die richtigen Worte für meine ersten Monate im Amt. Mit viel Freude und Energie habe ich meine Arbeit als Bürgermeister der Stadt Amstetten begonnen. Das für mich Schönste an dieser Aufgabe ist der Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern. Die Gespräche mit den Menschen unserer Heimatstadt sind eine Kraftquelle für mich und ich bin gerne unterwegs in allen Ortsteilen.

Bürgermeister zu sein bedeutet, dass es keine geregelten Arbeitszeiten gibt. Daher an dieser Stelle ein großes Danke an jene Menschen, die mir besonders wichtig sind, allen voran meiner Familie.

Dank meines gut aufgestellten Teams haben wir bereits einige Projekte auf Schiene gebracht. Diese Entwicklung hat sicher mit der Gründung der Wirtschaftsraum GmbH einen vorläufigen Höhepunkt erfahren. Damit sichern wir die konstruktive Zusammenarbeit und wirtschaftliche Entwicklung der ganzen Region auf viele Jahre. Aber auch in den Ortsteilen werden Vorzeigeprojekte wie die Wirkstatt in Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth, das Gesundheitszentrum Mauer oder der Hochwasserschutz in Eisenreichdornach realisiert.

Tips: Die Corona-Krise stellt Gemeinden vor große Herausforderungen. Wie ist die Stadtgemeinde Amstetten diesbezüglich aufgestellt?

Christian Haberhauer: Es war uns von Anfang an klar, dass wir hier mit einer herausfordernden Situation konfrontiert waren. Unter der Leitung von Vzbgm. Markus Brandstetter (ÖVP), GR Sarah Huber (GRÜNE), GR Helfried Blutsch (SPÖ), GR Christian Schrammel (FPÖ) und GR Christopher Hager (NEOS) riefen wir mit „Amstetten hilft“ ein überparteiliches Projekt ins Leben. Beginnend mit der Organisation von Lebensmittelspenden für Hilfesuchende konnte durch „Amstetten hilft“ im Frühjahr rasche und unbürokratische Unterstützung ermöglicht werden. Aufgrund des Erfolgs wurde dieses Projekt in einen überparteilichen Verein umgewandelt, der aktuell bereits wieder Hilfsmaßnahmen organisiert. Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich bei allen Beteiligten bedanken, die sich eingebracht haben. Dieses Engagement beweist den großen sozialen Zusammenhalt in unserer Heimatstadt.

Mit der aktuellen Herausforderung gibt es kaum einen Bereich, der nicht betroffen ist. Gerade jetzt ist es mir wichtig, mit den Menschen zu sprechen, ihre Anliegen und Meinungen zu hören und wenn möglich zu helfen. Besonders beeindruckt mich dabei der ungebrochene Wille vieler Menschen mit neuen Ideen der Krise zu trotzen.

Tips: Amstetten nimmt von 2020 bis 2023 an der Landesaktion „Stadterneuerung in NÖ“ teil. Es ist schon einiges geschehen – was ist hier der aktuelle Stand?

Christian Haberhauer: Die Stadterneuerung bedeutet für mich, die Bürgerinnen und Bürger aktiv einzubinden und ihr Amstetten aktiv zu gestalten. Die Stadtsafaris im Sommer haben viele Gemeindebürger und Gäste begeistert. Ich bedanke mich bei den Organisatoren Günther Sterlike, Heiner Brachner, Vizebürgermeister Markus Brandstetter. Sie haben uns unsere Heimatstadt aus ganz anderen Blickwinkeln nahe gebracht.

Sobald es die Situation wieder zulässt, wird es Einladungen zu den SAM-Themengruppen geben und ich freue mich auf die Umsetzung der Projekte, die sich hier abzeichnen.

Ich möchte an dieser Stelle aber auch auf den Dorferneuerungsverein Mauer rund um Obmann Otto Hinterholzer und Ortsvorsteher Manuel Scherscher hinweisen. Sie rücken die beeindruckende Geschichte der Römerzeit des Ortsteils in den Mittelpunkt und so entstehen unter dem Motto „Mauer, ein Ortsteil mit großer Vergangenheit und Zukunft“ spannende Projekte. 

Tips: Stichwort Mobilität/öffentlicher Verkehr/Radwege: In welche Richtung soll sich Amstetten hier zukünftig entwickeln? 

Christian Haberhauer: Wir sind einer der Verkehrsknotenpunkte des Mostviertels, dies bringt Chancen und Herausforderungen zugleich. Aktuell analysieren wir alle Bereiche der Mobilität, vom Auto über das Rad bis zum öffentlichen Nahverkehr. Wir planen, die Radwege innerstädtisch und überregional weiter auszubauen und auch für die Bewohnerinnen und Bewohner der Ortsteile optimale Radwegverbindungen zu schaffen.

Auch touristisch setzen wir auf das Thema Rad: Geplant ist der Lückenschluss zwischen  Ybbstalradweg und Donauradweg, unter Berücksichtigung des Radwegenetzes der Moststraße. So entsteht unter der Leitung von Kultur- und Tourismus Stadtrat Stefan Jandl ein tolles neues touristisches Angebot für die gesamte Region.

Tips: Amstetten gilt als Wirtschaftsmotor der Region. Was ist wichtig bzw. was wird seitens der Stadtgemeinde getan, dass dieser Motor am Laufen gehalten wird? 

Christian Haberhauer: Auch wenn die finanziellen Herausforderungen im Jahr 2021 überall spürbar sein werden, fühlen wir uns als Stadt verantwortlich, durch gezielte Investitionen die Wirtschaftsbetriebe der Region zu unterstützen. Dies betrifft Kernaufgaben der Stadt im Bereich der Infrastruktur und auch einige Projekte im Bereich Verkehr, Gesundheit und Soziales. So werden die Arbeiten an der „Wirkstatt“ dem Plan entsprechend weitergeführt, der Lichtwellenleiterausbau zu den Schulen soll finalisiert werden, um nur einige Beispiele zu nennen. Gemeinsam mit Wirtschaftsstadtrat Peter Pfaffeneder stehe ich in laufenden Abstimmungsgesprächen mit den Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft. Auch mit den Sozialpartnern wie dem AMS, der Wirtschaftskammer und der Arbeiterkammer gibt es einen regelmäßigen Austausch. 

Tips: Wie sieht die Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden aus (Stichwort: Wirtschaftsraum Amstetten GmbH)?

Christian Haberhauer: Ich bin sehr stolz, dass es gelungen ist, diese österreichweit einzigartige Kooperation zu schließen. 14 Gemeinden die sich zu einer Gesellschaft zusammenschließen, um die gesamte Region gemeinsam weiter zu entwickeln, ist sicher etwas, das die Zukunft unserer Heimatstadt Amstetten positiv verändern wird. Diese Gesellschaft ermöglicht die gezielte Entwicklung unserer Gemeinden, basierend auf den Grundlagen der neuen NÖ Raumordnung, denn im Sinne der kommenden Generation sind wir verpflichtet, mit der Ressource Boden schonend umzugehen.

Tips: Welche Schwerpunkte setzt die Stadtgemeinde 2021?

Christian Haberhauer: Wir haben für das kommende Jahr den Schwerpunkt auf die Themen Arbeitsplätze,  Gesundheit und Wohnen gelegt, weitere Schwerpunkte sind Bildung und Kultur und Tourismus. Durch eine aufmerksame Beobachtung der Entwicklungen der kommenden Wochen und Monate können wir rasch und zielgerichtet Maßnahmen setzen. 

Im Bereich Gesundheit entstehen aktuell neue interessante Projekte. Auch die „Gesunde Gemeinde“ unter GR Claudia Weinbrenner bereitet für das kommende Jahr wieder ein abwechslungsreiches Programm für die Amstettnerinnen und Amstettner vor.

Bildung: Wir wollen den Schulstandort Amstetten stärken. Eine Bildungsstrategie für Amstetten wird von Bildungsstadträtin Doris Koch gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Schulausschusses Ewald Übellacker erarbeitet. Im Ortsteil Mauer entsteht ein Bildungscampus.

Zum Thema Kultur und Tourismus: Amstetten ist weit über seine Grenzen als Kulturstandort bekannt und beliebt. Dies soll weiter gestärkt und gefördert werden. Auch dem Tourismus wird zukünftig eine neue Gewichtung gegeben.

Abschließend ersuche ich alle Gemeindebürgerinnen und -bürger persönlich: helfen wir unseren Mitmenschen die in einer Notlage sind, packen wir gemeinsam an. Denn ich weiß, dieser Zusammenhalt ist eine der Stärken unserer Heimatstadt Amstetten. Ich möchte dieses Interview auch dazu nützen, um mich bei allen Amstettnerinnen und Amstettnern für ihre Disziplin und den Zusammenhalt zu bedanken. Halten wir aktuell weiter Abstand, um uns möglichst bald wieder die Hand reichen zu können und bei einem guten Gespräch beisammen zu sitzen! Gemeinsam werden wir auch diese Herausforderung meistern!

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