Dienstag 21. Mai 2024
KW 21


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

SPÖ Amstetten: "Für Familien wird der Badespaß heuer teuer"

Michaela Aichinger, 14.05.2024 13:03

AMSTETTEN (Update). Am 1. Mai startete die Badesaison im Heidebad Hausmening. Auch das neue Amstettner Stadtbad soll in diesem Sommer seine Pforten öffnen. „Besonders für Familien wird der Badespaß allerdings teuer“, kritisiert die SPÖ in einer Aussendung die schwarz-grüne Stadtregierung. Die Sozialdemokraten orten eine Erhöhung der Badepreise „zum Teil um fast 100 Prozent“.

Stadträtin Beate Hochstrasser und Stadtrat Bernhard Wagner (beide SPÖ) beim Heidebad Hausmening (Foto: SPÖ)
photo_library Stadträtin Beate Hochstrasser und Stadtrat Bernhard Wagner (beide SPÖ) beim Heidebad Hausmening (Foto: SPÖ)

“Schwarz-Grün sorgt in diesem Jahr für Preiserhöhungen, die sich gewaschen haben. (...) So wird der sommerliche Badespaß für viele Familien unleistbar. Soziale Politik im Sinne unserer Amstettner sieht anders aus”, ärgert sich SPÖ-Stadträtin Beate Hochstrasser und meint weiter: „Während im Heidebad Hausmening etwa eine Saisonkarte für zwei Erwachsene und drei Kinder 2022 noch 214 Euro kostete, müssen Familien für zwei Erwachsene und lediglich zwei Kinder in diesem Jahr satte 420 Euro hinlegen. Auch die Preiserhöhung für Erwachsenen-Saisonkarten hat es in sich. Von 116 Euro im vergangenen Jahr werden diese auf 162 Euro erhöht, eine Steigerung von unglaublichen 40 Prozent innerhalb eines einzigen Jahres. Ein Erwachsener und ein zehnjähriges Kind bezahlen künftig 13,10 Euro statt bisher 10,50 Euro für einen Tageseintritt. Preissteigerungen um fast 100 Prozent bei Familien-Saisonkarten kann mir niemand erklären. Und damit ist es noch nicht getan. Dazu kommen ja noch die Preissteigerungen für Kleinigkeiten wie Eis oder Getränke. Wer soll es sich da noch leisten können, als Familie regelmäßig unser Bad zu besuchen?”

SPÖ-Stadtrat Wagner: “Haberhauer macht Amstettner Bäder zum Preise-Kaiser”

Auch im Vergleich mit anderen Bädern schneide das Heidebad Hausmening laut SPÖ schlecht ab. “Offenbar möchte sich Bürgermeister Haberhauer durch die Preiserhöhungen zum Preise-Kaiser machen, denn in keinem vergleichbaren Bad ist es so teuer wie bei uns. Da sieht man was herauskommt, wenn das Geld der Gemeinde mit beiden Händen hinausgeworfen wird. Dann muss man offenbar dafür sorgen, dass woanders wieder neues Geld hereinkommt. Dass die Menschen nun mit derart enormen Preiserhöhungen für die verfehlte Finanzpolitik der Stadtregierung bezahlen sollen, ist mehr als frech”, kritisiert SP-Stadtrat Bernhard Wagner.

Zum Preisvergleich zieht Wagner die Freibäder in St. Valentin und Waidhofen oder die städtischen Bäder in Linz und Wien heran: „Nirgends ist das Baden so teuer wie in Hausmening. So kostet etwa eine Saisonkarte für Erwachsene in St. Valentin 65,40 Euro und damit nicht einmal die Hälfte des Preises der Saisonkarte in Hausmening. Noch eklatanter ist der Unterschied bei den Familienkarten. Während zwei Erwachsene und zwei Kinder in St. Valentin 101,70 Euro bezahlen, müssen sie bei uns mit 420 Euro mehr als das Vierfache hinlegen. Auch bei regulären Tageseintritten überflügelt Hausmening die Preise in allen anderen genannten Städten.“

Wagner weiter: „Über 400 Prozent mehr für eine Familiensaisonkarte ist jenseits von gut und böse. (...) In sozialdemokratisch geführten Städten baden die Menschen deutlich günstiger als bei uns.“

Sarah Hörlezeder (Grüne): „Abstimmung im AVB-Beirat einstimmig ausgefallen“

Sarah Hörlezeder (Grüne), Ausschussvorsitzende für Umwelt, Energie, Soziales und Wohnen, betont, dass es den Grünen „ein großes Anliegen ist, dass Amstettens Bäder leistbar sind und leistbar bleiben“. Außerdem sei es ihr Ziel gewesen, dass die Preisgestaltung von einer breiten Mehrheit mitgetragen werde.

Hörlezeder: „Da die Abstimmung im Beirat der Amstettner Veranstaltungsbetriebe (AVB) einstimmig ausgefallen ist, kann ich die künstliche Aufregung der SPÖ nicht nachvollziehen. Einmal mehr stellt sich diese Partei ins Abseits, indem sie mit Falschdarstellungen um sich wirft. Offensichtlich geht es weiterhin nur darum, die politischen Mitbewerber zu Diskreditieren. Ein entsprechendes Protokoll der AVB-Beiratssitzung vom 7. März 2023 beweist deutlich, dass der Vertreter der SPÖ [Anm. d. Red.: SPÖ-Stadtrat Bernhard Wagner“ diesen Preisen zugestimmt hat.“

SP-Stadtrat Wagner negiert diese Aussage; er habe sich seiner Stimme enthalten, jedoch übersehen, das Protokoll ändern zu lassen.

ÖVP/Grüne: „SPÖ als Abstimmungsakrobaten“

ÖVP-Vizebürgermeister Markus Brandstetter zur Causa: „Die aktuellen Preise im Hausmeninger Heidebad wurden zwar angehoben, jedoch wesentlich niedriger als es wirtschaftlich notwendig wäre. Diese Preisgestaltung fand die Zustimmung durch die SPÖ in Form von SPÖ-Stadtrat Bernhard Wagner, wie es auch schwarz auf weiß protokolliert ist und von allen Teilnehmern bestätigt wird.“

„Handschlagqualität ist das Wichtigste für jemanden, der politisch aktiv mitgestalten möchte. Mit den aktuellen SPÖ Entgleisungen wurden nun Grenzen überschritten. Wessen Wort nichts mehr Wert ist, der hat den Auftrag der Amstettner Bevölkerung nicht verstanden. Im Beirat zuzustimmen und dann öffentlich die Preise zu kritisieren ist mehr als bedenklich. Somit steht offensichtlich das S im Kürzel der SPÖ Amstetten mittlerweile für Streit und das P für Populismus, ergänzt Sarah Hörlezeder.

„Wenn SPÖ Vizebürgermeister Gerhard Riegler in Sozialen Medien vollmundig seinen Einsatz für niedrigere Badpreise ankündigt und hinter den Kulissen sich für höhere Eintrittspreise im Amstettner Stadtbad zur Kostendeckung klar ausspricht, wie im Protokoll nachzulesen ist, ist dies ein politischer Salto eines Abstimmungsakrobaten, der mit einem krachenden Bauchfleck enden wird“, so Brandstetter.

Hörlezeder rechnet vor: „Eine Erwachsenen Saisonkarte für 120 Tage Badespaß kostet 162 €. Nimmt man den Frühbucherbonus von 10% in Anspruch, kommt diese auf 145,80 Euro. Würde man jeden Tag in der Saison die Karte nutzen, wäre dies pro Tag ein Eintrittspreis von 1,22 Euro. Für Familien und Senioren gibt es noch zusätzlich Angebote für Gratis Baden in den Amstettener Bädern. Einfach bei der Stadtgemeinde vorbeischauen und den Familien- oder Seniorenpass abholen.“

Riegler: „Höhere Tarife nur für Besucher aus dem Umland“

SPÖ-Vizebürgermeister Gerhard Riegler stellt klar, dass er für das Stadtbad tatsächlich höhere Tarife vorgeschlagen habe, jedoch nur für Besucher aus dem Umland, da die Umland-Gemeinden sich finanziell nicht am Projekt beteiligt hätten.

Riegler: „Ich bin hier für ein unterschiedliches Tarifmodell, nämlich dass wir allgemein höhere Eintrittspreise festlegen, Amstettner Bürger jedoch einen Teil davon von der Gemeinde rückerstattet bekommen sollten.“

Zudem habe das Land NÖ zwei Millionen an Unterstützung für das Amstettner Stadtbad zugesagt, was - so Riegler - angesichts von Kosten von 30 Millionen Euro ohnehin wenig sei. „Aber selbst davon hat die Stadt bisher nur weniger als eine Million Euro erhalten“, kritisiert der SPÖ-Vizebürgermeister, der weiter meint: „Wir wollen das Bad als soziale Errungenschaft haben für jene Menschen, die in Amstetten wohnen. Es braucht leistbare Eintrittspreise und zugleich auch Kostendeckung.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden