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ANDORF. Nächstes Jahr feiert die Hilfsorganisation Ora, die ihren Hauptsitz in Andorf hat, 20-jähriges Bestehen. Mit Tips spricht der gebürtige Andorfer und Gründer von Ora, Hanspeter Hofinger, über sein Lebenswerk.

Auch nach fast 20 Jahren berührt Hanspeter Hofinger jedes einzelne Schicksal.
Auch nach fast 20 Jahren berührt Hanspeter Hofinger jedes einzelne Schicksal.

Tips: Seit fast 20 Jahren hilft die international tätige Organisation Ora Menschen in Not. Wie kam es zur Gründung des Vereins im Jahr 1998?

Hanspeter Hofinger: Es war schon lange mein Traum, mit meiner Zeit und meiner Energie mehr zu bewegen und in Osteuropa zu helfen. Und mir war bewusst, dass ich das nicht alleine bewerkstelligen kann.

Tips: Wie hat alles begonnen?

Hofinger: Im Freundeskreis zeigte uns ein Bekannter aus Bulgarien Fotos von den unglaublich schrecklichen Zuständen in einigen Kinderheimen, Altenheimen und ähnlichen Einrichtungen dort. Alle, die diese Fotos gesehen haben, waren sich einig: Da müssen wir etwas tun. So haben wir mit der ersten Kleidersammlung begonnen. Und dabei haben wir entdeckt, dass es viele Menschen gibt, die gerne helfen möchten.

Tips: Viele Hilfsorganisationen sitzen in großen Städten. Bereuen Sie es, am Land zu sein?

Hofinger: Nein, ganz im Gegenteil. Ich genieße es und sehe es als großen Vorteil, hier in Andorf zu sein. Tausende Male haben wir erfahren, dass die Hilfsbereitschaft am Land enorm groß ist. Hier sind die Menschen noch offen für die Nöte anderer. Und sie sind bereit zu helfen, auch wenn es mit Schweiß verbunden ist, wie beim Verladen eines Hilfstransportes oder bei der Arbeit im Flohmarkt.

Tips: Worauf sind Sie besonders stolz?

Hofinger: Besonders freut mich, dass viele der Leute der ersten Stunde auch heute noch dabei sind. Die meisten unserer Helfer scheiden aus ihrem Dienst aus, weil es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr geht und nicht, weil sie nicht mehr helfen wollen. Außerdem freue ich mich, dass sich unsere drei Flohmärkte so gut entwickelt haben, sodass wir unsere laufenden Kosten decken und die Geldspenden direkt in die Hilfsprojekte fließen können. Auch hier gilt unser Dank den vielen fleißigen Frauen und Männern, die wöchentlich im Ora-Flohmarkt helfen.

Tips: Was bewegt Sie, weiterzumachen?

Hofinger: Wenn ich sehe, wie sich durch unsere Anstrengungen das Leben einer ganzen Familie in einem Land wie Rumänien oder Indien verändert. Das berührt mich immer wieder aufs Neue. Deswegen sind uns auch die Patenschaften so wichtig.

Tips: Wie verändert eine Patenschaft das Leben eines Kindes?

Hofinger: Dank einer Patenschaft haben sie die Möglichkeit, durch Schulbildung aus der Spirale der Armut auszubrechen. Ohne die extra Förderung würden viele, so wie ihre Eltern, Analphabeten bleiben oder als Hilfsarbeiter und Tagelöhner leben. Jede einzelne Geschichte bewegt mich, mich weiterhin anzustrengen. Ich bitte ja nicht für mich um Unterstützung, sondern für andere Menschen, die diese Hilfe dringend benötigen.

Tips: Wie kann man Ora unterstützen?

Hofinger: Jeder Besuch in unserem Flohmarkt, jede Sachspende, jede Patenschaft, jede Spende für ein Projekt, jede helfende Hand und jede Weiterempfehlung helfen uns. Wir sind dankbar, dass sich so viele Leute für unsere Arbeit interessieren und mit uns engagieren. So kommen wir unserem Motto „Gemeinsam verändern wir Kinderleben“ nach.


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