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WM der Stürze: Sepp Schinagl rollt das Feld bei der Langlauf-Weltmeisterschaft in der Schweiz von hinten auf

Alexandra Dick, 30.03.2017 11:00

ANDORF/KLOSTERS (Schweiz). Für den Andorfer Sepp Schinagl­ geht die diesjährige Langlauf-Weltmeisterschaft der Senioren als WM der Stürze in die Geschichte ein. In seinen vier Läufen musste der 78-Jährige das Feld gleich zweimal von hinten aufrollen.

Viermal am Start: Sepp Schinagl
Viermal am Start: Sepp Schinagl

Nach dem ersten Platz beim Koasa­lauf reiste Sepp Schinagl zur WM der Senioren in die Schweiz nach Klosters. 1200 Teilnehmer aus 30 Nationen waren am Start. Dass es heuer besonders schwer sein wird eine Medaille zu erreichen, wusste er schon im Voraus, kamen doch drei jüngere Jahrgänge in seine Klasse (Klasse M10, 75 bis 79 Jahre), darunter mehrfache Weltmeister.

Gut in Form

Gleich am ersten Renntag bestätigte der „eiserne Sepp“ – so sein Spitzname – über zehn Kilometer seine gute Form und belegte Rang fünf. Am darauffolgenden Tag rutschte der Andorfer, auf Platz drei liegend, nach einem Sprung aus der Loipe und kam zu Sturz. Weit zurückgefallen arbeitete er sich Platz für Platz vor und konnte den Fünfkilometerlauf schlussendlich auf dem siebenten Rang beenden.

Hoffnungslos zurückgefallen

Bei strömenden Regen ging Sepp Schinagl ein drittes Mal an den Start. 15 Kilometer waren bei sehr schwierigen Verhältnissen zu bewältigen. Kurz nach dem Start auf Rang drei liegend, wurde er von einem anderen Teilnehmer, der ihm hinten auf die Ski fuhr, zu Fall gebracht. „Ich dachte schon, dass die Bindung kaputt gegangen ist“, sagt ­Schinagl, sein Knöchel immer noch ein bisschen geschwollen. Hoffnungslos zurückgefallen, konnte sich der ehrgeizige Sportler noch vom 18. auf den siebenten Rang vorarbeiten.

Schnellster Starter

Für die Teilnehmer aus acht Nationen, die am nächsten Tag beim Staffel-Bewerb an den Start gingen, lachte wieder die Sonne. Unter allen Startläufern konnte Schinagl die viertbeste, in seiner Staffel sogar die schnellste Laufzeit für sich beanspruchen. Am Ende durfte er sich mit seinen Teamkollegen Josef Schöberl, Walter Wessiak und Edelbert Klimmer über Rang fünf freuen.

Nächste WM in den USA

Den Termin für die nächste WM von 19. bis 26. Jänner 2018 in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota hat sich Schinagl bereits im Kalender vorgemerkt. Dafür will der rüstige Andorfer sogar noch einen Englischkurs besuchen. Doch jetzt wird er erst einmal Zeit mit seiner liebevollen und verständnisvollen Frau verbringen und sich seinem Hobby – der Haus- und Gartenarbeit – widmen.


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