Umfangreiche Pläne des Vereins Freunde der Archäologie im Museum Atarhof
ATTERSEE. Nach der Gründung 2017 hat der Verein Freunde der Archäologie seine Arbeit im Atarhof aufgenommen und 2019 eine erfolgreiche Ausstellung zum Thema „Der Attersee, seine Fische und der Fischfang – einst und jetzt“ durchgeführt. Diese Ausstellung wurde begleitet von acht wissenschaftlichen Vorträgen, zehn Workshops und vier Exkursionen. Die Arbeit des Vereins geht aber auch heuer weiter.

Der Verein hält ständig Kontakt mit wissenschaftlichen Institutionen wie dem Kuratorium Pfahlbauten, Wien und seit 2019 auch mit Archekult, einer Initiative für Archäologie und Kultur am Traunsee/Traunkirchen. Besondere Höhepunkte auf dem Gebiet der Archäologie sind 2020 und 2021 zu erwarten, da das Museum Atarhof in gemeinsamer Arbeit mit dem OÖ Museumsverbund an dem geplanten Ausstellungsprogramm im Salzkammergut beteiligt sein wird, welches das umfassende Thema „Wege zum Salz“ der Öffentlichkeit vorstellen wird. Die geplante Kooperation der Museen im Salzkammergut wird voraussichtlich im Frühjahr 2020 unter dem gemeinsamen dem Titel „Archäologiepark im Salzkammergut“ eingerichtet, wobei die Präsentation der Ausstellungen „Wege zum Salz“ von 2020 bis 2021 vorgesehen ist. Die Arbeit in den beteiligten Museen hat bereits begonnen, um ein Gesamtkonzept für Ausstellungen, Vorträge, Workshops und Programme für Schulen präsentieren zu können.
Das Museum Atarhof wird in diesem Museumsverbund folgende Themen umsetzen:
1. Ausstellung eines interaktiven Pfahlbaumodells
Das Pfahlbaumodell präsentiert unterschiedliche Pfahlhausvarianten nach ärchäologischen Vorlagen; es ermöglicht nach einer Art Baukastensystem die Auseinandersetzung mit Pfahlbauhäusern unterschiedlicher Form, Bauweise, sowie zeitlicher und räumlicher Herkunft. Verschiedene Hauselemente (Wände, Böden, Dächer) können anschaulich und einfach umgesteckt werden, auch für Jugendliche leicht bedienbar.
2. Urzeitliche Holzbearbeitung
Welche Holzarten haben unsere Vorfahren am Attersee verwendet und wie wurden diese bearbeitet? Jugendliche und ältere Teilnehmer eines Workshops erleben, wie ein Baum gefällt wurde und welche Gegenstände daraus hergestellt wurden – Vergleich mit Werkzeugen der Menschen in der Urgeschichte und heute.
3. Prähistorischer Garten mit Führungen
Mit einer Führung durch unseren Garten beim Pavillon Attersee werden die interessierte Bevölkerung und die Attersee–Besucher in die Geheimnisse der Pflanzen und deren Anwendung als Nahrungsmittel, Färbmittel und zum Zweck der medizinischen Verwendung eingeführt.
4. Färben mit Naturfarben
Die Küpenfärberei wurde in Hallstatt erstmalig praktiziert, um Textilien zu färben, besonders mit Indigo aus Färberwaid. Wir demonstrieren in unseren Workshops diese urgeschichtlichen Färbetechniken mit frischen und getrockneten Färberpflanzen – auch mit den daraus gewonnenen Extrakten.
5. Pfahlbauküche
In allen Gerichten wurde Salz verwendet – nicht nur das, sondern auch Getreide, Kräuter sowie Fleisch und Fisch; der Verein lädt zur Verkostung von Attersee–Pfahlbau–Sushi ein, wofür Salz als Würze eine Rolle spielt.
6. Keramikherstellung
Die Herstellung von Tongefäßen war in allen Kulturen ab der Jungsteinzeit von besonderer Bedeutung mit dem Anspruch, besondere Formen und gruppenrelevanter Verzierungen zu verwenden, woraus sich heute die jeweiligen kulturellen Charakteristika und Handelsbeziehungen ableiten lassen, wie beispielsweise die Mondseekultur und andere verwandte Kulturen.
7. Werkzeuge mit Silexbestandteilen der Urgeschichte
Mit einem Werkzeugsatz der Urgeschichte (Nachbau) werden Workshops durchgeführt, um dem Besucher die Bearbeitung von Holz und anderen Materialien zu demonstrieren.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass man sich als Museum Atarhof in Attersee freut, einem größeren Besucherkreis im Salzkammergut diverse interessante Themen aus der Urgeschichte im Vergleich zu heutigen Gepflogenheiten präsentieren können. Infos: www.archaeofreunde.at


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden