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BAD ZELL. Die Minimierung von sozialen Kontakten ist für alle eine harte Maßnahme, aber besonders für Bewohner von Senioreneinrichtungen ist es eine wirklich große Herausforderung. Mit modernen Technologien, einem Online-Grußkarten-Service, Tieren und Aumerksamkeiten von Initiativen gelingt es im Haus der Senioren des Diakoniewerks in Bad Zell den Alltag und die Betreuung trotzdem gut zu meistern.

  1 / 3   Grüße an die Bewohner werden in den Zimmern aufgehängt und bereiten viel Freude. Foto: Diakoniewerk

„Grundsätzlich bereiten wir uns schon seit längerer Zeit auf eine bestmögliche Begleitung vor – noch bevor die Bundes- und Landesregierung erste Maßnahmen wie das Besuchsverbot und die Schließung von Pflegeeinrichtungen beschlossen wurden“, heißt es vom Diakoniewerk OÖ. In Seniorenheimen werden besonders vulnerable und gefährdete Personen betreut. Trotz der Einschränkungen und erhöhten Hygienemaßnahmen wird der Alltag möglichst wie immer gestaltet.

Kleinere Teams und Austausch über Videokonferenzen

Um eine Ansteckung zu vermeiden, wird in kleineren Teams gearbeitet, die immer einer bestimmten Hausgemeinschaft zugeteilt sind und nicht wechseln. Es gibt keine Treffen mehr unter den Kollegen, aber regelmäßigen fachlichen Austausch per Telefon- und Videokonferenzen. Insgesamt arbeiten 58 Personen im Haus für Senioren.

Einzelsparziergänge und Abstand beim Mittagessen

Um die sozialen Kontakte zu minimieren, wurden die Bewohner  gebeten, zum Selbstschutz mehr Zeit im privaten Wohnraum zu verbringen. Der Kontakt zu Mitbewohnern ist zwar weiterhin möglich, allerdings mit einem Abstand von mindestens zwei Metern. Mitarbeiter  begleiten die Bewohner nach Wunsch und Möglichkeit auch bei Einzelspaziergängen im Garten.

Das Mittagessen wird nicht mehr am gemeinsamen Tisch eingenommen, sondern je nach Wunsch im eigenen Privatbereich oder mit einem Abstand von drei Metern in der Hausgemeinschaft. Die Bewohner  wurden Schritt für Schritt über die Maßnahmen informiert. Dazu bekamen sie  (und die Angehörigen) zu jeder getroffenen Maßnahme persönliche und schriftliche Informationen, in denen alles genau erklärt wurde.

„Gewohnte Tagesstruktur ist wichtig“

„Wir sind uns bewusst, wie wichtig ein regelmäßiger sozialer Austausch oder gewohnte, vertraute Tagesstrukturen für ältere Menschen sind. Daher kümmern sich unsere Mitarbeitenden trotz der herausfordernden Situation mit kreativen Ideen um Unterhaltung und Tagesstrukturierung der Bewohner ohne Ansteckungsgefahr. Sie sind extrem bemüht, den Alltag möglichst gewohnt aber auch abwechslungsreich zu gestalten. Der Einsatz, die Kreativität, der Ideenreichtum und der Humor unserer Mitarbeiter  beeindrucken täglich aufs Neue. Neben der hohen Professionalität trägt das dazu bei, die herausfordernde Zeit gut zu bewältigen“, bedankt sich Deborah Neumüller, Leiterin Haus für Senioren Bad Zell, bei ihren Mitarbeitern. 

So wurden im Haus in Bad Zell einige technische Installationen durchgeführt, die es ermöglichen, dass allen Bewohnern WLAN zur Verfügung steht. Viele Senioren wurden von ihren Angehörigen mit Tablets versorgt und können somit jederzeit mit ihren Lieben per Videokonferenz in Kontakt treten. Die Mitarbeiter unterstützen dabei. „Der Alltag hat sich somit modernisiert – die ältere Generation bedient sich hier zunehmend der neuen Technologien, was die Situation wirklich erleichtert.“

Grußkartenservice für Angehörige

Auf der Homepage des Diakoniewerks wurde ein Grußkarten-Service für Angehörige eingerichtet. So kann man Nachrichten, Fotos, Zeichnungen und vieles mehr an Personen in den Einrichtungen verschicken. Diese werden dann ausgedruckt und im Bewohner -Zimmer aufgehängt. „Die Senioren freuen sich sehr darüber.“

Besondere Herausforderung für Menschen mit Demenz

Eine besondere Herausforderung stellt die Begleitung von Menschen mit Demenz dar, da manche die Situation nicht verstehen. „Die Mitarbeiter arbeiten hier aber sehr professionell und gehen mit wertschätzenden Gesprächen auf die Menschen ein.“

Für seelsorgerische Fragen wurde ein Seelsorgetelefon vom Diakoniewerk eingerichtet, welches sehr gut angenommen wird. Für tierliebe Bewohner sind die Haus-Katzen oder die im Garten lebenden Hasen eine große Bereicherung und Stütze.

Aufmerksamkeiten von Nachbarn und Initiativen

„Viel Freude haben uns bereits zahlreiche freiwillige Initiativen gemacht“, berichtet Neumüller vom Zusammenhalt und den Nachbarn in Bad Zell. „Eine Blumenspende von Lydia“s Blumenladen ließ den Frühling in alle Bewohner -Zimmer einziehen. Immer wieder bekommen wir Sachspenden wie Süßigkeiten vor die Tür gestellt. Durch die Initiative „MehrZellerNachbarschaft“ erhielten wir zusätzliche Schutzmasken, die wir sehr gut gebrauchen können. Im Haus für Senioren gilt immer noch der Spruch `Gemeinsam statt einsam`. Es herrscht große Solidarität und Rücksichtnahme unter den dort lebenden und arbeitenden Menschen.“


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