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Der Marktgemeinde Böheimkirchen ist es ein großes Anliegen, mehr Frequenz in den Zentrumsbereich zu bringen. Um neue Ideen zur Schaffung einer Verbindungszone vom Fachmarktzentrum zum Ortskern sowie zur Gestaltung und Möblierung des öffentlichen Raum zu gewinnen wandte man sich an die New Design University (NDU) St. Pölten.

  1 / 4   Architekt Johannes Baar-Baarenfels erklärt das Modell des neugestalteten Ortszentrums (in der Mitte ist das geplante Parkhaus zu erkennen). Fotos: Thomas Lettner

„Im Herbst 2015 wurde die Idee geboren, gemeinsam mit der NDU einen anderen Weg einzuschlagen“, sagte Bürgermeister Johann Hell (SPÖ) bei der Präsentation am 20. April im zum Bersten gefüllten Festsaal Böheimkirchen. Junge Studenten, die die Marktgemeinde nicht kennen, wurden beauftragt, sich Gedanken über eine Verbesserung der Stadtplanung und Raumordnung zu machen. Dafür verbrachten sie im Spätsommer des vergangenen Jahres eine ganze Woche in Böheimkirchen. Anhand von Rundgängen machten sie sich ein Bild vom Geschehen im Zentrum und dokumentierten ihre Eindrücke durch Fotos.

Verkehr beeinträchtigt Lebensqualität

 Nach den Begehungen zogen die Studenten ihre Rückschlüsse und entwickelten Verbesserungsvorschläge. Da besonders der Verkehr die Lebensqualität im Zentrum beeinträchtigt, setzt man sich zum Ziel, den Ortskern und das Fachmarktzentrum einander näher zu bringen, dem Zentrum mehr Raum zu geben, eine Verweilqualität zu schaffen, die gastronomische Vielfalt anzuregen und die Identität von Böheimkirchen allgemein zu erhöhen. Verbunden mit dem Verkehr wurde eine hohe Lärmbelästigung und eine Prägung des Ortsbilds durch parkende Autos und Lkw festgestellt. Kritik äußerten die Studenten auch an den schlichten oder teils heruntergekommenen Fassaden, die den Fußgängern die kalte Schultern zeigen würden. Geschäfte oder Lokale könnten sich den Fußgängern durch eine veränderte Fassadengestaltung besser präsentieren und wären leichter zu erkennen. Bei den Bauten entlang der  Flüsse Michelbach und Perschling stellten die Studenten einen mangelhaften Bezug zum Wasser da. Vorgeschlagen wurde daher eine Verbauung in Richtung Wasser, statt sich davon abzuwenden. Die vielen Innenhöfe Böheimkirchens würden oft nur als Parkplätze genutzt anstatt als gesellschaftliche Plätze. Überhaupt sollten die Plätze in der Marktgemeinde mehr zueinander erschlossen werden.

Stöckl soll Terrasse bekommen

Um dem fehlenden Wohnraum gerade für die jüngere Bevölkerung Herr zu werden, schlugen die Studenten eine Errichtung von Wohnungen auf dem Fachmarktzentrum und auf dem Penny-Markt vor. Durch ein begrüntes Parkhaus sollen die parkenden Autos entfernt werden und so ebenfalls mehr Raum für Wohnungen und Geschäfte im Zentrum enstehen. Beim oftmaligen Streitthema Stöckl plädieren die Studenten für eine Entfernung des Holzteils, der durch eine Terrasse ersetzt werden soll. So könnte das Stöckl als Café wiederbelebt werden und als Eröffnung des Parks dienen. Im Ort soll darüberhinaus ein neues Leitsystem, das anstatt von Metern die Sekunden bis zum jeweiligen Ziel angibt, die herkömmlichen Schilder ersetzen.

Kritik an geplantem Parkhaus

Hell äußerte sich erfreut über die vielen Ideen der Studenten. „Wesentlich ist es aber, im Einklang mit den Haus- und Grundbesitzern zu stehen“, sagte er. Den Verkehr ganz zu beseitigen hält Hell für negativ, da die Wirtschaft im Ort darunter leiden würde. Der Bürgermeister kündigte an, dass der Gemeindevorstand seine Zustimmung für ein Zentrumsprojekt gegeben habe. Bei diesem werde man die von den Studenten vorgestellten Maßnahmen miteinplanen. Kritik an der Präsentation gab es bei der abschließenden Fragerunde. „Das Hauptproblem ist der irre Verkehr beispielsweise bei der Engstelle beim Stöckl“, sagte ein Böheimkirchner. Auch das Parkhaus könne er sich nicht vorstellen. „Das Parkhaus ist für mich illusorisch“, stimmte die ehemalige Lehrerin Monika Hamböck zu. „Ich sehe erstens keine Möglichkeit für eine Zufahrt, zweitens gibt es sehr viele Menschen, die es nicht befürworten, in diesem Grünraum ein Parkhaus hineinzustellen“, sagte sie. Leicht vorstellen könne sie sich aber, die Geschäfte ansprechbarer für die Bürger zu machen. „Es war höchst erfreulich zu sehen, was da für ein Enthusiasmus herrscht. Die Ideen werden sicher für Diskussionsstoff sorgen“, sagte der bei der Präsentation anwesende Architekt Johannes Baar-Baarenfels, der das Projekt mitbetreut.


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