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BRAUNAU. Weil sie keine geeigneten Lebensräume mehr fand, galt die Schleiereule in den 1970er Jahren in Oberösterreich als verschollen. Dank eines Projektes des Naturschutzbundes haben sich im Bezirk Braunau wieder einige Brutpaare angesiedelt.

Foto: Heidi Kurz
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Insgesamt 13 Schleiereulen-Paare brüten derzeit im Bezirk Braunau. Das ist alles andere als selbstverständlich, denn die Eulenart galt in Oberösterreich bereits als verschollen. Erst die Aktion „Offene Türme, offene Dörfer“ milderte die Wohnungsnot der Schleiereulen. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Nistkästen im Bezirk aufgestellt. Vorwiegend in Hochburg-Ach, Handenberg, Schwand, Neukirchen und Burgkirchen. „Dies war dringend nötig, denn die Schleiereule ist in Österreich vom Aussterben bedroht“, erklärt Projektleiter Herbert Höfelmaier aus Ostermiething. Eine ähnlich große Population wie in Braunau ist nur mehr am Neusiedlersee zu finden. Der Grund liegt zum einen in der Intensivierung der Landwirtschaft, wodurch das Nahrungsangebot (vor allem Mäuse) weniger wird, zum anderen fallen heutzutage viele Tiere dem Straßenverkehr zum Opfer und Scheunen und Ställe, in denen die Eulen gebrütet und im Winter Nahrung gefunden haben, wurden ebenso wie Kirchtürme verschlossen.

Aktuell betreut Höfelmaier gemeinsam mit dem Ostermiethinger Franz Gramlinger 85 Nistkästen für die seltenen Schleiereulen. Derzeit fliegt der Nachwuchs aus oder hat das Nest bereits verlassen. „Der Großteil bleibt in einem Radius von 50 Kilometern“, erklärt Höfelmaier, „das hängt aber vom Nahrungsangebot ab.“

Erfolgreiche Beringung

Heuer ist es Naturschutzbund-Mitarbeiterin Heidi Kurz erstmals gelungen, 44 Jungeulen mit Vogelwarte- und Farbringen zu versehen. Dies dient vor allem der besseren Nachvollziehbarkeit, etwa wo die Zugwege der Vögel verlaufen, wie alt der Vogel wird oder in welchen Lebensgemeinschaften er lebte. „Die große Frage ist natürlich, wohin die Schleiereulen ziehen und sich wieder ansiedeln“, sagt Kurz.

Zukunft der Schleiereule

Zumindest im südwestlichen Innviertel scheint der Wohnraum für die Schleiereulen dank des Naturschutzbund-Projektes erst mal gesichert. Bleibt nur noch zu hoffen, dass auch das Nahrungsangebot ähnlich gut bleibt.


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