Lebenstraum geplatzt: Ponyhof steht vor dem Aus
BRAUNAU/MALCHING. Die studierte Pferdewissenschaftlerin Zita Krisai wollte sich mit einem eigenen Ponykindergarten ihren Lebenstraum erfüllen. Mit einer Entscheidung des Gemeinderats Malching platzte der Traum, der die Braunauerin fünf Jahre harte Arbeit, viel Zeit, Mühe und Geld kostete.

Um sich nach ihrer Ausbildung zur HIPS-Reittherapeutin (heilsames, intuitives Pferdesetting) im vergangenen Jahr noch mehr auf die Gesundheits- und Lernförderung von Kindern zu konzentrieren und ihre pädagogischen Reittherapien auszubauen, war es Krisais Traum, einen eigenen Ponykindergarten zu eröffnen. Doch um diesen Reitplatz bauen zu dürfen, bedarf es einer Baugenehmigung des Gemeinderats, welche dieser ablehnte.
Vorhaben war lange geplant
Die ausgebildete Reitpädagogin hatte bereits einen Platz für ihr Vorhaben: beim leerstehenden, historischen Postgebäude und ehemaligen Gasthaus im Zentrum der Gemeinde Malching, das ihre Eltern gekauft hatten und sanieren wollten. Gekauft hatten diese das Gebäude schon mit dem Hintergedanken, es für den Lebenstraum ihrer Tochter nutzen zu können. Vorerst war der Ursprungsgedanke jedoch, den Reitplatz rein privat zu nutzen. Da aber nach und nach große Nachfrage vor allem auch von den Kindern der Umgebung aufkam, entschloss sich die Wahl-Malchingerin ihren Ponyhof gewerblich zu betreiben und zu vergrößern. Obwohl der Ponyhof, der Reitplatz und auch die Stadel für die Ponys bereits auf dem Platz angelegt sind, braucht Krisai eine Baugenehmigung für ihr neues Vorhaben, den Ponykindergarten. Doch der Gemeinderat lässt mit der Ablehnung der Baugenehmigung ihren Lebenstraum platzen. „Ich kann es nicht verstehen. Das war wie ein Schlag ins Gesicht. Auf dem Vorplatz des für Malching historisch bedeutsamen Gebäudes wurden seit 600 Jahren Pferde gehalten. Lediglich die letzten Jahrzehnte lebten dort keine Pferde mehr. Ich verstehe nicht, warum das jetzt ein Problem darstellt“, so Krisai. Der Grund sei, dass die fünf Ponys und die etwa 35 bis 45 Kinder, die dort unter der Woche von 13 bis 18 Uhr Reitunterricht nehmen und spielen, zu viel Geruch, Dreck und Lärm verursachen. Außerdem passe solch ein Reitkindergarten nicht in das Dörfchen, denn dadurch würden die „gesunden Wohnverhältnisse“ massiv beeinträchtigt werden, heißt es im Beschluss der Gemeinde.
Gestank und Lärm als Grund für Bauverweigerung
Das ehemalige Postgebäude sei zwar im Gemeindezentrum, jedoch nicht in einer Wohnsiedlung, wie der Gemeinderat im Beschluss argumentierte. Es seien auch andere landwirtschaftliche Betriebe sowie ein Gewerbebetrieb in direkter Nähe. Krisai hofft weiterhin darauf, dass die Gemeinde einlenkt. Im Gemeinderatsbeschluss wird darum gebeten, dass sich Krisai um einen Alternativstandort für ihren Reitplatz in der Gemeinde bemühen solle. „Ein Standortwechsel wäre für mich durchaus denkbar, jedoch hat auch der Ponyhof sehr unter Corona gelitten, weshalb mir momentan die finanziellen Mittel dafür fehlen“, so Krisai.
Welle der Unterstützung und Solidarität
Obwohl die Reittherapeutin für den Antrag der Baugenehmigung bereits einen Großteil der Unterschriften der Nachbarn einholen konnte, überkam sie nach Veröffentlichung ihrer Geschichte eine Welle an Solidaritätsbekundungen. So zeigten etwa Menschen per Social Media, aber auch durch zahlreiche Anrufe ihre Unterstützung. Für die 29-Jährige wurde zudem eine Online-Unterschriftenaktion ins Leben gerufen, um ihrem Lebenstraum hoffentlich noch einmal eine Chance zu geben.


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