Lebenshilfe: "Sind stolz auf gutes Miteinander"
BEZIRK BRAUNAU. Als systemerhaltende Organisation stellt die Lebenshilfe gerade in den herausfordernden Zeiten der Covid-Pandemie die Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigung sicher. Die Pandemie stellt vor große Hürden, zudem macht der Personalmangel im Pflegebereich auch vor der Lebenshilfe im Bezirk Braunau nicht Halt.

Als größte Organisation für Behindertenarbeit in OÖ bietet die Lebenshilfe mit fast 1.600 Mitarbeitern an über 100 Standorten Unterstützung für knapp 2.000 Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. Im Bezirk Braunau befinden sich drei Einrichtungen: zwei Werkstätten und ein heilpädagogischer Kindergarten.
Fordernder Corona-Alltag
Es sind Sätze wie „Keine Besuche im Wohnhaus“, „Ständiges Mund-Nasen-Schutz-Tragen“, „Es wird in den Medien hauptsächlich von Covid-19 berichtet“ oder „Ich vermisse, dass man nicht trösten kann, wie früher, wenn man traurig ist“, die Menschen auf die Frage, was sie in der Corona-Zeit schlecht finden und warum, antworten. Sie zeigen, wie schwer es für Menschen mit Beeinträchtigung ist, sich an den Corona-Alltag und die Maßnahmen zu gewöhnen. Nachdem durch die Pandemie viele Einschränkungen und vor allem Schutzmaßnahmen nötig sind, um die Betreuung aufrechtzuerhalten, mussten neue Wege gefunden werden. Verlässlich, achtsam und auf Augenhöhe wird in den Werkstätten sowie den Heimen die Notwendigkeit der Schutzausrüstungen, Corona-Tests und Abstandsregeln nähergebracht. Das Miteinander wird auch trotz der einschränkenden Regelungen so gut wie möglich beibehalten, etwa durch gemeinsames Backen – aber eben mit Maske.
Vielfältige Angebote vor Ort
Die Werkstätten in Mattighofen und Braunau setzen auch auf außenorientierte Beschäftigungsangebote. Dabei wird beeinträchtigten Menschen die Möglichkeit zur integrativen Beschäftigung bei Kooperationspartnern geboten, etwa im Kindergarten Mattighofen, beim Autohaus Kreil in Braunau sowie zahlreichen weiteren regionalen Unternehmen. Ein weiteres Kooperationsprojekt besteht mit der Gemeinde Lengau, wo Beschäftigte der Werkstätte Mattighofen im „Len-gauer Laden“ Produkte regionaler Direktvermarkter verkaufen. Durch Corona mussten diese Zusammenarbeiten eine Zeit lang stillgelegt werden, die Mitarbeiter vermissten ihre Arbeit und die Kollegen. Als innenorientierte Angebote werden Dienstleistungen für Kunden oder Firmen durchgeführt und verschiedene Produkte hergestellt. Sportliche Aktivitäten, aber auch Computer-, Mal- und Töpferkurse ergänzen das Angebot. „Wir sind stolz auf unsere langjährigen guten Kontakte zu Schulen und Firmen und dem guten Miteinander mit der Bevölkerung. Wir können zu Recht sagen, dass wir in Braunau mittendrin sind,“ erzählt Andreas Wimmer, Leiter der Werkstätte Braunau.
Sichere Arbeitgeberin
Der Fachkräftemangel macht auch der Lebenshilfe zu schaffen. Unter dem Leitspruch „Mit Menschen wachsen“ wurde daher ein Projekt gestartet, um zu reagieren. Unter anderem haben Fort- und Weiterbildungen nunmehr einen noch größeren Stellenwert, engagierte Berufs- und Quereinsteiger sind herzlich willkommen. Personalleiterin Caroline Morhart-Putz: „Wir haben für alle, die Interesse an der Zusammenarbeit mit Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung haben, den richtigen Job mit abwechslungsreichen Aufgaben und Freiraum für Kreativität“.


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