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BRAUNAU. Das HTL-Mentoring-Programm soll Mädchen bei ihrem Einstieg in MINT- und IT-Berufen helfen. An der HTL Braunau nahmen bereits 55 Mädchen an der Aktion teil.

Absolventinnen der HTL Braunau arbeiten etwa bei der Firma Chemgineering. (Foto: Chemgineering)
Absolventinnen der HTL Braunau arbeiten etwa bei der Firma Chemgineering. (Foto: Chemgineering)

„Junge Mädchen fit für die Technik zu machen, sie zu begeistern und zu befähigen, den digitalen Wandel in den unterschiedlichen Lebensbereichen nicht nur zu verstehen und anzunehmen, sondern ihn aktiv zu gestalten – dafür setzen wir uns in unseren HTLs ein“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP). Sie will bewusst einen Schwerpunkt für junge Mädchen in den HTLs setzen. „Wir unterstützen die Mädchen durch Mentoren und die Vernetzung mit der Wirtschaft und Politik, aber auch mit erfolgreichen Absolventinnen.“

In ganz Oberösterreich durchliefen bereits über 200 Mädchen das Programm. Sie werden durch gezieltes Coaching dabei gefördert, sich langfristig in der Technik zu etablieren. Dabei haben sie auch die Möglichkeit, wertvolle Kontakte zu knüpfen und ihre Qualitäten besser kennenzulernen.

Jährlich wird das Projekt an neun HTLs in Oberösterreich durchgeführt. Während anfangs 15 Schülerinnen teilnahmen, stieg die Zahl mit den Jahren an und hat 2021 mit 44 Schülerinnen einen neuen Höhepunkt erreicht. Einer Befragung zufolge blieben alle der 200 Teilnehmerinnen in der Technik.

Praktikum in Partnerfirma

Im laufenden Schuljahr machen 37 Mädchen beim Projekt mit. Teile des Mentorings sind ein vierwöchiges Praktikum in einer Partnerfirma sowie mindestens fünf Treffen mit einem Mentor dieser Firma. Hierbei sollen auftauchende Fragen beantwortet und die Mentee bestmöglich in die Firma und ihr zukünftiges Berufsfeld eingeführt werden.

Einstieg in die Berufswelt

„Mädchen scheuen sich oftmals davor, die einzige Frau in einem technischen Unternehmen zu sein, aber durch gezieltes Mentoring, einen sanften Einstieg in den Beruf oder ein technisches Studium und das Wissen, dass es bereits viele Frauen geschafft haben, fällt dieser Schritt leichter“, erklärt die Projektleiterin Regina Seeburger. Die intensive Zusammenarbeit mit den Partnerunternehmen habe oft eine weitere Kooperation beim Bewältigen der Diplomarbeit im fünften Jahrgang oder einen späteren Arbeitsvertrag zur Folge, so die Lehrerin an der HTL Braunau.

Auch während der Pandemie wurde das Projekt weitergeführt. Die Mädchen konnten hierbei virtuelle Treffen mit den Mentoren in Anspruch nehmen.

Braunauer Absolventinnen

Magdalene Schaber und Sarah Schinwald, zwei Absolventinnen der HTL Braunau, arbeiten seit ihrem Mentoring-Programm neben ihrem Mechatronik-Studium etwa bei der Firma Chemgineering als Junior Projektingenieurinnen. Lisa Reschenhofer, eine weitere ehemalige Schülerin aus Braunau, arbeitet inzwischen bei der Firma GfE in Burghausen. „Beim Mentoring-Projekt hat mir vor allem gefallen, dass man unter Gleichgesinnten ist: Frauen, die sich in der Männerdomäne durchsetzen wollen“, sagt Reschenhofer. Ein besonderer Tag für sie war der Tag, an dem Frauen von ihren eigenen Erfolgsgeschichten erzählt haben. „Wir durften sie mit Fragen löchern – Netzwerken pur!“


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