Leserbrief: "Was müssen unsere Kinder noch aushalten?"
Dieser Leserbrief erreichte Tips von Leserin Jasmin Scharinger aus Feldkirchen bei Mattighofen.

Meine Tochter, 12 Jahre, wurde vor Kurzem wieder einmal positiv getestet. Im Herbst war sie tatsächlich leicht erkrankt. Vor einigen Wochen waren die Tests nicht ganz eindeutig und die Schule wollte, dass sie zu Hause bleibt. Zwei Wochen später ist sie schon wieder daheim, völlig gesund, nur positiv getestet. Wir machen uns Sorgen, auch weil sie sowieso große Schwierigkeiten beim Lernen hat. Die ständige Unsicherheit, das ständige Hin und Her macht ihr als Pflegekind große Probleme. Als Mutter von mehreren Kindern muss ich ständig mit der Angst leben, ob heute hoffentlich alle Kinder in die Schule können. Glücklicherweise darf ich zur Arbeit gehen, wer weiß, ob ich diese noch hätte, wenn die Quarantäneregeln noch so streng wie anfangs wären. In den letzten Wochen war bei uns ständig eines der Kinder „positiv“ oder eben nicht ganz eindeutig getestet.
Mit 12 Jahren kann meine Tochter schon einen halben Tag alleine bleiben (die Großeltern wohnen nebenan). Eigentlich wäre ich heute später von der Arbeit nach Hause gekommen. Ein Termin wurde verschoben und ich konnte früher heim. Kaum zu Hause, steht doch wirklich die Polizei vor der Tür und möchte unsere Tochter kontrollieren. Wie gesagt, normalerweise wäre sie alleine daheim gewesen! Die Angst, wenn da zwei uniformierte Beamte vor der Tür stehen und mein Kind öffnen muss, das will ich mir gar nicht vorstellen.
Natürlich habe ich bei der BH Braunau angerufen. Es hat viele Versuche gebraucht, bis man mich mit jemandem verbinden konnte, der sich zuständig fühlte. Mir wurde recht schroff mitgeteilt, dass das eben der Computer ausspuckt und man da nichts machen kann, ich möge mir eine Beratung suchen und jemand anderen ansudern. So wichtig werden also momentan die Ängste unserer Kinder von „zuständigen Personen“ genommen!
Die Polizei, bei der ich nachträglich noch anrief, war da wesentlich verständnisvoller, auch wenn sie an den ihnen übergebenen Aufgaben nichts ändern können. Das geht mir auch als Lehrerin oft so. Wir können nicht viel ändern an diesen so „kinderfeindlichen“ Maßnahmen, aber wir können Verständnis haben und alles in unserer Macht Stehende tun, um unsere Kinder nicht noch mehr in Ängste und Depressionen zu treiben. Aber wenn uns sogar das Verständnis abhandenkommt, wenn es nur mehr um Computerlisten geht und nichts anderes mehr zählt. Wollen wir das wirklich so mittragen? Maßnahmen gut und schön, aber doch nur solche, die Sinn machen, die Menschen schützen und nicht noch mehr verängstigen!
Jasmin Scharinger


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