Konzertreise: Harfenklänge aus Braunau in Litauen
BRAUNAU/LITAUEN. Der Braunauer Zithersolist und emeritierte Universitätsprofessor Wilfried Scharf gab bei einer Konzertreise nach Vilnius seinen baltischen Kollegen eine Kostprobe seines Könnens.

Scharf besuchte auf Einladung der Litauischen Musikakademie bereits zum dritten Mal Vilnius. Teile der Konzertreise waren ein Meisterkurs, ein Vortrag und ein Konzert.
Bei der Meisterklasse für Studenten der Kantele, der Litauischen Zither, gab der Musiker sein Wissen weiter. Für ihn ist dieses Instrument etwas Besonderes: „Die Kantele klingt wie eine mittelalterliche Harfe und wird im Liegen gespielt. Sie hat deswegen einen sehr interessanten und silbrigen Klang. Ich habe versucht, mit Ratschlägen zu helfen und zu zeigen, dass die Studenten auf dem richtigen Weg sind.“
Gemeinsam mit den Studenten trat Scharf dann auch bei einem Konzert auf und spielte Stücke aus seinem Repertoire, darunter „Der Schwan“ aus „Karneval der Tiere“, eigene Kompositionen oder Musik von Strauss. Ein Vortrag in Siauliai, nördlich von Vilnius, rundete den Aufenthalt in Litauen ab.
Austausch mit Kollegen
Eine Besonderheit der Reise für Scharf: nicht nur die schönen Flüsse und alten Gebäude, beispielsweise beim historischen Sitz des damaligen Fürstentums, sondern auch der Austausch mit seinen Kollegen, wie der Kantelenspielerin Aiste Bružaite.
Für Scharf sind Konzertreisen, die ihn rund um den Globus führen, nichts Ungewöhnliches. Der Besuch in Litauen war die erste Reise nach der Pandemie und machte vor allem angesichts des Ukraine-Krieges einen speziellen Eindruck auf ihn, wie der Präsident der Akademie für Zither und verwandte Saiteninstrumente berichtet: „Man hatte den Eindruck, dass die Stimmung nicht so fröhlich ist wie sonst. Die Leute sind nervös. Aber ich habe Zuversicht, dass das hochmusikalische Volk auch Vertrauen in die eigene mentale Stärke hat.“
Die nächsten Konzertreisen führen den Zithervirtuosen im Sommer mit dem Österreichischen Johann Strauss Ensemble nach Serbien und Rumänien.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden