Von Friedburg zur Berufs-WM in den USA: Ein einzigartiges Erlebnis
LENGAU. Der Friedburger Schweißer Daniel Schinagl zeigte bei den Berufsweltmeisterschaften, den WorldSkills, in Cleveland (USA) sein Können und wurde mit dem Medallion of Excellence ausgezeichnet. Für ihn war der Wettbewerb ein einzigartiges Erlebnis.

Daniel, der bei PALFINGER in Lengau arbeitet, qualifizierte sich mit seinem Sieg bei den österreichischen Staatsmeisterschaften im Schweißen für die WorldSkills, die ursprünglich in Shanghai stattfinden sollten. „Ich konnte es kaum fassen, noch einmal die Chance zu bekommen, nach China zu reisen“, berichtet er. Bereits während seiner Lehrzeit wollte er gemeinsam mit seinem Vorgesetzten Bernhard Eicher zu einem der Produktionsstandorte reisen, um dort die Lehrlingsausbildung zu unterstützen. Covid19 machte der Reise einen Strich durch die Rechnung. Aber auch die WorldSkills Shanghai wurden abgesagt. „Meine Motivation war am Ende.“ Als bekanntgegeben wurde, dass die Weltmeisterschaften in neuer Form stattfinden sollten, wusste er: „Ich muss meine Chance nützen und das Beste daraus machen.“
Intensive Vorbereitung
Daraufhin startete er eine spezielle Praxis-Vorbereitung bei seinem Arbeitgeber und absolvierte drei Teamseminare. „Anfangs fiel es mir schwer, zu verstehen, warum wir zum Beispiel Englisch- und Mentaltraining oder Ernährungsseminare besuchen mussten, aber im Nachhinein kann ich definitiv behaupten, es hat sich gelohnt und die Erfahrungen, die ich für mein weiteres Leben machen durfte, kann mir niemand mehr nehmen.“
Die Unterstützung durch das Unternehmen schätzt Daniel sehr. „Zu wissen, dass man in seinem Unternehmen immer gefördert wird, man sich in alle Richtungen weiterentwickeln und spezialisieren kann und man in meinem Job zu Menschen auf der ganzen Welt Kontakt hat, ist eine Besonderheit für mich. Ohne die Unterstützung meiner Familie, meines Vorgesetzten und seines Teams beziehungsweise von PALFINGER hätte ich es nie zu diesen Erfahrungen schaffen können.“
Herausfordernder Bewerb
In Cleveland angekommen, musste sich Daniel erst zurechtfinden. „Besonders nach der offiziellen Opening Ceremony, bei der sich alle Teilnehmer aus unterschiedlichsten Ländern vorgestellt haben, wurde mir bewusst: Es ist nun so weit. Ich muss mir selbst und allen, die mich unterstützt haben, beweisen, dass sich das intensive Training gelohnt hat.“ Der Bewerb war nicht leicht. Besonders herausfordernd waren für den Friedburger die ungewohnte Umgebung und die noch nie zuvor benutzte Schweißmaschine. Der erste Wettbewerbstag lief nicht so, wie gewünscht – auch das musste Daniel erst akzeptieren. „Dass Wettbewerbssituationen unvorhersehbar sind – vor allem bei einer Weltmeisterschaft – war mir bewusst. Dennoch würde ich mir wünschen, die Zeit zurückdrehen zu können, um dort und da noch ein paar Punkte herausholen zu können.“ Sein Vorgesetzter baute ihn aber wieder auf. „Er sagte mir des Öfteren: Es ist eine Momentaufnahme. Es herrschen für alle gleiche Bedingungen. Und alleine mit den Erfahrungen habe ich schon genug gewonnen.“
Bereichernder Austausch
Der Austausch mit den anderen Bewerbern war für ihn sehr bereichernd: „Für mich, der generell gerne neue Menschen, Sprachen, Kulturen und Länder kennenlernt, war das Erlebnis einzigartig. Egal, welche Herkunft mein Gegenüber hatte, wir haben uns immer prächtig verstanden und haben uns nicht von den Sprachbarrieren abhalten lassen, sondern versucht, über unser gemeinsames Interesse zu reden: Schweißen.“
Obwohl Daniel eine super Leistung zeigte, als erster Österreicher beim Schweißen auf Platz sieben landete und für sein Können mit dem „Medallion of Excellence“ ausgezeichnet wurde, bleibt er am Boden. Das Gefühl, als das Ergebnis verlautbart wurde, war für ihn: „Neu. Ich hatte mein Ziel, unter die besten zehn zu kommen und einer der besten Europäer zu sein, erreicht, wusste aber, dass ich besser abschneiden hätte können.“
Vom Wettbewerbsort hatte er einen sehr guten Eindruck: „Es wurde ein hervorragender und gut organisierter Bewerb veranstaltet. Bei jedem Problem, das aufgetreten ist, wurde schnellstmöglich und sehr bemüht eine Lösung gesucht.“ Nach dem Wettbewerb hatte er die Gelegenheit, Cleveland beziehungsweise Ohio besser kennenzulernen und die Stadt zu erkunden.
Weitere Pläne
Bis Jänner wird er nun voraussichtlich wieder im Prototypenbau, der Serienproduktion und bei Reparaturen helfen. Im Frühjahr geht es ab zum Wehrdienst beim Bundesheer. Im Herbst möchte er dann seine Berufsreifeprüfung Maschinenbau abschließen und mit dem IWS (International Welding Specialist)-Meisterkurs starten. Außerdem ist er auch offen dafür, wieder bei den EuroSkills, den Berufseuropameisterschaften, mitzumachen. „Wenn ich mich im Herbst 2023 noch einmal bei der österreichischen Staatsmeisterschaft durchsetzen kann und es auch im Sinne meiner Firma ist, zu den EuroSkills zu fahren, werde ich versuchen, Österreich und PALFINGER dort gut zu vertreten.“
Angehenden Schweißern rät er: Haltet euch alle Möglichkeiten offen – und auch, wenn ihr glaubt, dass euch das eine oder andere für die Zukunft nichts bringt, werdet ihr merken, dass es meistens doch anders kommt. Mein Fazit ist: Macht euren Beruf zu 101 Prozent oder lasst es.“


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