Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BRAUNAU. Anlässlich der aktuellen Situation in Bezug auf Energieknappheit hat die Österreichische Ordenskonferenz eine Umfrage unter den 193 Ordensgemeinschaften gemacht und zahlreiche Rückmeldungen sowie Energiespartipps erhalten - auch aus dem Ordensspital Braunau, das seit 2012 Klimabündnispartner des Landes Oberösterreich ist.

Das Krankenhaus Braunau ist seit 2012 Klimabündnispartner des Landes Oberösterreich. (Foto: KH Braunau/PHOTOGRAEFIN.at)

Viele Ordensgemeinschaften und Ordenseinrichtungen wie etwa Schulen, Krankenhäuser oder Pflegehäuser haben bereits ausgearbeitete Energiesparpläne oder Leitfäden für die Ordensmitglieder und Mitarbeiter. „Für die allermeisten Ordensgemeinschaften ist Energiesparen nichts Neues. Gedanken in Richtung Energiesparen und Umrüstung von fossiler hin zu klimaneutraler Energie haben bereits vor Jahren begonnen, nicht erst jetzt“, so Schwester Christine Rod, Generalsekretärin der Österreichischen Ordenskonferenz, die weiter betont: „Es gehört zu einer christlichen Grundhaltung, mit Schöpfung bewusst umzugehen und Überfluss zu vermeiden. Und dennoch lehrt uns die gegenwärtige Situation noch einmal deutlich, wie wichtig es ist, mit unseren Ressourcen bewusst umzugehen“.

Außenbeleuchtung: Lichter gehen früher aus

Es ist vielleicht dem einen oder anderen schon aufgefallen: Viele der Stifte und Klöster in Österreich haben ihre Außenbeleuchtung ausgeschaltet oder reduziert. Wissenswert ist hier, dass die Außenbeleuchtung der Stifte nicht immer in ihren Händen liegt – oft fällt die Zuständigkeit der Beleuchtung in die der jeweiligen Stadt, der Gemeinde oder des Bezirks. Wie zum Beispiel beim Schottenstift in Wien oder beim Stift Melk (NÖ).

Innenbeleuchtung mit energiesparenden LED

Auch die Innenbeleuchtung ist ein Thema: Großteils wurde bereits auf die energiesparenden LED-Lampen umgestellt. Hier ist der außergewöhnliche Einsatz von Steyler Missionar P. Georg Laun zu erwähnen, der im Alleingang jede einzelne Glühbirne in der Heilig-Geist-Kirche in Maria Enzersdorf auf LED ausgetauscht hat.

Heizen: Es wird kühler in den Räumen, nicht in den Herzen

Nahezu aus allen Rückmeldungen der Ordensgemeinschaften geht hervor, dass in Räumen, die kaum genutzt werden, die Heizung zurückgedreht wird. Raumthermostate zur besseren Temperaturregelung wurden erneuert, Heizkörper werden von Vorhängen, Kästen und dergleichen freigehalten. Es könnte auch sein, dass es in nächster Zeit in den Kirchen etwas kälter wird. So plant zum Beispiel das Stift Lambach (OÖ) die Reduktion der Kirchenheizung und stellt Sitzpölster zur Verfügung. 

„Ordenskraftwerke“

„Energieautark sein“, das haben sich viele Ordensgemeinschaften als Ziel gesetzt. Photovoltaikanlagen auf Wirtschafts- und Schulgebäuden, Garagen oder auch eigene Hackschnitzelheizungen, die mit Holz aus dem stiftseigenen Wald betrieben werden, Biomasseanlagen oder eigene Wasserkraftwerke – die Initiativen sind vielseitig und wirkungsvoll. Die Umstellung weg von fossilen Energieträgern, hin zu nachwachsenden, klimaneutralen Energieformen ist in vollem Gange.

Denkmalgeschützte Gebäude sind Beitrag zum Klimaschutz

Bei all diesen Initiativen muss man mitbedenken, dass denkmalgeschützte Gebäude eine besondere Herausforderung darstellen. So kann man zum Beispiel nicht einfach eine PV-Anlage auf ein denkmalgeschütztes Gebäude installieren. Historische Dachstühle würden derartige Gewichtsbelastungen auf Dauer nicht standhalten.

„Die Erhaltung von denkmalgeschützten Gebäuden ist an sich schon ein Beitrag zur Nachhaltigkeit. Ein barockes Gebäude ist nicht zuletzt dank seiner Bauweise mit Vollziegeln in einer Stärke von bis zu einem Meter jedem neuen Gebäude überlegen, dessen Lebensdauer nur auf wenige Jahrzehnte angelegt ist und aufgrund der geringen Bauwertigkeit mit Dämmstoffen versorgt werden muss, deren Entsorgung erst recht wieder ein massives Umweltproblem darstellt“, erklärt Propst Petrus Stockinger vom Stift Herzogenburg (NÖ).

Ordensgemeinschaften als Waldbesitzer: Wärme aus Holz

Ordensgemeinschaften, die auch Waldbesitzer sind, berichten von eigenen Hackschnitzelheizungen oder Biomasseanlagen. Oft erfolgt die gesamte Wertschöpfungskette – von der Holzernte bis zur Hackguterzeugung – durch die stiftseigene Forstverwaltung. So betreiben beispielsweise das Stift St. Florian (OÖ), das Stift Lambach (OÖ), das Kloster Mariastern Gwiggen (Vbg) und das Kloster Wernberg (Ktn.), eine Hackschnitzelheizung – meist sogar aus eigenem Hackgut aus dem eigenen Wald. Im Stift Melk (NÖ) erfolgt die Heizenergie und Warmwasseraufbereitung seit über 20 Jahren über ein regionales, vom Stift initiiertes und extern betriebenes Nahheizwerk mit Biomasse (Hackschnitzel). Das Stift Schlägl (OÖ) stellte 1990 die gesamte Heizung auf Biomasse um, und seit über 60 Jahren kommt sauberer Ökostrom aus einem Wasserkraftwerk. Ebenso im Stift Lilienfeld, das sich zu 100 Prozent über das stiftseigene Wasserkraftwerk mit Ökostrom versorgt.

E-Mobilität

In Sachen E-Mobilität wird in den Ordensgemeinschaften nach und nach aufgerüstet. In diesem Jahr nahm das Stift Michaelbeuern (Sbg.) das erste E-Auto in Betrieb. Das Stift Melk (NÖ) hat bereits drei E-Autos im Einsatz, und seit dem Vorjahr ist auch ein E-Hoflader (kleiner Traktor) im Betrieb. Die Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis hat in ihren Pflegeeinrichtungen bereits einen Teil ihrer Dienstwagen der mobilen Dienste auf E-Autos umgestellt.

Ordensschulen

In Ordensschulen ist Energiesparen ein großes Thema. Es geht um Bewusstseinsbildung und verantwortungsbewusstes Handeln bei Schülern und Lehrern. Dächer von Schulen eignen sich gut als Flächen für PV-Anlagen.

Ordensspitäler

Viele der Ordensspitälern Österreichs sind bereits EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) oder ISO 500001 (Zertifizierung der Energiemanagementsysteme) zertifiziert. Das Krankenhaus Braunau ist seit 2012 Klimabündnispartner des Landes Oberösterreich. In diesen zehn Jahren konnte das Braunauer Krankenhaus seinen Erdgasverbrauch und seinen CO2-Ausstoß um rund 50 Prozent senken, den Wasserverbrauch um 40 Prozent.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden