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BRAUNAU. Patienten gehen teilweise schon ins Krankenhaus, wenn sie nur leichte Beschwerden haben. Das Braunauer Spital will deswegen über die richtigen Ansprechpartner aufklären und setzt hier schon früh an. In einem neuen Projekt wurden Volksschüler spielerisch darüber informiert, was im Krankheitsfall zu tun ist.

  1 / 7   Volksschulkinder aus Braunau und Mattighofen durften das Krankenhaus Braunau besuchen. (Foto: www.photograefin.at/Krankenhaus Braunau)

 „Viele Menschen unterschiedlichen Alters wissen nicht mehr, was man bei einer Erkrankung selbst tun kann. Darüber hinaus ist bei vielen nicht mehr bekannt, welche Einrichtung im Gesundheitswesen für gesundheitliche Problematik zuständig ist“, erklärt Corinna Hirzinger, die Ärztliche Direktorin am Braunauer Krankenhaus. Sie betont: „Krankenhäuser sind für Notfälle, schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen und geplante Eingriffe vorgesehen.“

Mittlerweile würden aber viele Patienten auch mit leichten Beschwerden wie Zeckenbissen, Schnupfen und Durchfall in das Spital kommen. „Dadurch werden wichtige Ressourcen für Notfälle blockiert.“

Daher will das Krankenhaus präventiv schon Volksschülern das nötige Wissen spielerisch vermitteln. Das erfolgte in zwei Unterrichtseinheiten in der Volksschule und mit einer Exkursion ins Krankenhaus. Oberärztin Katharina Danner sowie die Diplomkrankenpflegerinnen Eva Arnold und Tanja Gresslinger erklärten den Schülern mit Video, Fotos und einem Quiz, was Krankheit bedeutet – und was man selbst präventiv und kurativ tun kann.

Hausmittel ausprobiert

Dabei wurden auch einige Hausmittel ausprobiert. So stellten die Kinder gemeinsam einen Zitronenwickel her, testeten „Essigpatscherl“ und kosteten eine Elektrolytmischung. Grundlage dafür war die Broschüre „Hausmittel für Kinder“ der Österreichischen Apothekenkammer. Dieses Infoblatt wurde in acht Sprachen ausgehändigt, um auch Familien mit Migrationshintergrund zu erreichen.

Ziel der Exkursion ins Spital war es einerseits, die Angst vor dem Krankenhaus zu nehmen und andererseits aufzuklären, in welchen Fällen das Krankenhaus aufzusuchen ist. Inputs lieferten beispielsweise die Physiotherapie, die Röntgenabteilung oder die Diätologie.

800 Personen erreicht

Am Projekt nahmen zwölf erste bis dritte Klassen der Volksschulen Braunau und Mattighofen teil. 261 Kinder machten mit. Eltern bekamen zusätzliches Infomaterial. Somit wurden insgesamt rund 800 Personen erreicht. Auch Lehrer und Schulärzte wurden in das Projekt eingebunden. Initiator war die Ärztliche Direktion des Krankenhauses.

Vom Projekt überzeugt ist auch Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP): „Wissen schafft Gesundheit und legt den Grundstein für ein gesundes Leben, während gleichzeitig unsere Gesundheitseinrichtungen von vermeidbaren Belastungen entlastet werden.“

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