Standlroas: Wochenmärkte einst und jetzt
BRAUNAU. Jeden Mittwoch von 7 bis 12 Uhr bereichert der Braunauer Wochenmarkt den Oberen Stadtplatz. Der Bauernmarkt macht unterdessen Pause, bis 14. Jänner. Dass ein Markt nicht nur Anlaufstelle für den Einkauf ist, sondern auch beliebter Treffpunkt und Ort des persönlichen „Ratschas“, weiß Hannes Waidbacher Sen.

Seit der Zeit der Stadtgründungen stellte sich die Frage: Wie versorge ich eine größere Anzahl von Menschen, die keine Landwirtschaft besitzen, mit Lebensmitteln? In den Dörfern war dies kein Problem, denn die Bauernhöfe – dort lebten die meisten – waren Selbstversorger. Eine Möglichkeit waren sogenannte Ackerbürger, die vor der Stadtmauer landwirtschaftlich genutzte Grundstücke besaßen und innerhalb der Städte Vieh hielten. Da dies nicht ausreichte, schufen die Landesherren, aber auch die eigenständigen Städte sogenannte Wochenmärkte mit eigenem Marktrecht, zusätzlich zu den vorhandenen „Krämereien“. Es wurden hauptsächlich Milch, Milchprodukte, Fleisch, saisonales Obst und Gemüse angeboten. Sie erfüllten diese Funktion als lebensnotwendige Umschlagplätze bis in die beginnende Neuzeit.
„Jo, wo san ma denn?“
Mit dem Aufkommen der großen Supermärkte wurden diese Wochenmärkte als unzeitgemäß betrachtet und ihnen wurde das baldige Ende vorausgesagt. Da hatten die Verantwortlichen nicht mit dem Beharrungsvermögen der Bürger gerechnet. „Jo, wo san ma denn? Do wurd ma a koani Neiigkeiten mehr in!“, war ein etwas entrüsteter Aufschrei. Und tatsächlich war und ist ein Wochenmarkt in seiner zweiten Funktion ein beliebter Treffpunkt. Trotz Radio, Fernsehen und Internet spielt das persönliche Gespräch, der „kloani Ratscha“, noch immer eine wichtige Rolle. Auch deshalb gibt es noch an jedem Wochentag in der Region einen Wochenmarkt. So am Dienstag in Ried, am Mittwoch in Braunau, am Donnerstag in Schärding und besonders beliebt und frequentiert ist auch der Schrannenmarkt in Salzburg: „die Schraunna“.


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