Der „wahrscheinlich kleinste Verein im Innviertel“ stellt sich vor
SCHALCHEN. Gerade in der aktuell schwierigen Zeit wollen wir den heimischen Sportvereinen eine Plattform bieten und sie in den kommenden Wochen vor den Vorhang holen. Den Anfang macht der TTC Schalchen, der sich selbst als „wahrscheinlich kleinsten Verein im Innviertel“ bezeichnet und baldige Lockerungen und Perspektiven herbeisehnt. Obmann Otto Köglberger spricht über den Verein und seine Gefühlswelt.

Vor ziemlich genau einem Jahr, am 20. März 2020, hat der TTC Schalchen sein bisher letztes, skurilles Meisterschaftsspiel bestritten. Seitdem ist es ruhig geworden in der 550 Quadratmeter großen Halle, wo beim legendären „Lumpenball“ am Faschingsdienstag normalerweise bis zu 1.500 Menschen feiern. „Wir könnten innerhalb von einer Stunde wieder öffnen“, erklärt der Obmann des Tischtennisvereins Otto Köglberger. Bereits im Mai vergangenen Jahres habe er der Bezirkshauptmannschaft Braunau ein detailliertes und erprobtes Hygiene- und Gesundheitskonzept vorgelegt, das aber bisher nicht zur Anwendung kam. Lediglich im vergangenen Juli, in einem „Corona-Loch“, konnte die Ferienaktion für 20 Kinder durchgeführt werden.
Hobby-Tisch kann gemeinsames Spielen nicht ersetzen
Zuhause auf einem Hobby-Tisch zu spielen, sei einfach nicht das Gleiche. „Es gibt eben Dinge im Leben, die zu zweit mehr Freude und Spaß machen als alleine“, so Obmann Köglberger. Er spricht davon, dass schon ein ganzer Jahrgang an potenziellem Tischtennis-Nachwuchs verloren gegangen sei. Auch wirtschaftlich zehrt die Pandemie natürlich am Verein, was beispielsweise das Halten von Sponsoren oder gar die Findung von neuen betrifft. Auch die Vereinswirtin Loisi ging in der Zwischenzeit ohne eine würdige Verabschiedung in Pension.
Mitglieder zwischen sieben und 77 Jahre alt
Die Altersbreite beim TTC Schalchen reicht von sieben bis 77 Jahren. „Am schlimmsten ist für mich als Obmann, total ohnmächtig zu sein und nichts für meinen Verein und meine Mitglieder unternehmen zu können“, gibt Köglberger zu bedenken. Vor allem fehle das Lachen und der so typische Spiellärm der Kinder in der vollen Halle. „Wir akzeptieren die hygienischen Vorgaben, verstehen aber nicht alles“, meint der Obmann. Man könne zwar in der Zwischenzeit teilweise auf andere Sportarten ausweichen, aber gerade die nur dem Tischtennissport eigene Geschmeidigkeit und Reaktionsfähigkeit gehe verloren. „Ich habe schon langsam Schwierigkeiten, mir auf einem Bein balancierend die Socken anzuziehen“, scherzt Köglberger. Den Verein sieht er dabei nicht nur hinsichtlich seiner sportlichen Aufgaben als wichtig an, sondern vor allem auch für die soziale Funktion in der Gemeinde. Er stellt sich auch die Frage, ob man als Obmann überhaupt von einem Verein zurücktreten könne, den es vielleicht bald nicht mehr gibt. „Klar, es geht um die Gesundheit vor allem unserer älteren Mitbewohner und das Wohlergehen unserer Kinder, aber gerade Bewegung ist ein Garant dafür.“ Man habe bewiesen, dass es ein Leben ohne Tischtennis gibt – aber es mache keinen Sinn.


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20.03.2021 12:54
Kleinster Verein Schalchen "Tischtennis"!!
Stimmt hundertprozent! Bitte öffnen dringend!!