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BRAUNAU. Ab 2019 soll es statt sieben Tourismusverbänden im Bezirk Braunau nur noch einen geben. Anlass für den Zusammenschluss gab die mit 2018 gültige Novelle des Tourismusgesetzes des Landes.

Ende Jänner diesen Jahres trafen sich Tourismusmanager und Bürgermeister von acht Tourismusgemeinden, um die Weichen für einen touristischen Zusammenschluss zu stellen. Betroffen sind die Städte Braunau und Mattighofen, die Gemeinden Franking, Lochen, Munderfing und Perwang sowie Eggelsberg und Hochburg-Ach, die bereits in einem gemeinsamen Verband sind. Altheim und Aspach gehören schon seit Jahren dem Tourismusverband S“Innviertel mit Sitz in Geinberg, Bezirk Ried, an.

Herausforderung Zusammenlegung

In den nächsten Monaten sollen gemeinsam mit dem Land Oberösterreich rechtliche und organisatorische Lösungen für die Zusammenlegung der sieben Tourismusverbände erarbeitet werden. Etwa unter welchem Namen der gemeindeübergreifende Verband ab Jänner 2019 laufen soll. Dass der Sitz in Braunau liegen wird, sei laut Wolfgang Reindl vom Tourismusverein Seelentium, einem Zusammenschluss von touristischen und nicht-touristischen Gemeinden im Oberen Innviertel, Bayern und Salzburg, wahrscheinlich.

Noch im Frühjahr sollen alle offenen Punkte ausgearbeitet sein. Das letzte Wort haben die einzelnen Verbände selbst, da sie in ihren Vorstandssitzungen grünes Licht geben müssen. Ein Nein zur Fusion würde die Auflösung des jeweiligen Verbandes bedeuten.

Positive Stimmung

Die Stimmung in den Verbänden sei jedoch durchwegs positiv, berichtet Reindl, alle Entscheidungen werden auf Augenhöhe aller getroffen. Der Tourismusverband Mattighofen jedenfalls freut sich, bei der Gründung des neuen bezirksweiten Tourismusverbandes dabei zu sein. „Mattighofen als der zentrale Wirtschaftsstandort ist sich seiner Möglichkeiten und seiner Verantwortung bewusst. Speziell im Hinblick auf die Eröffnung der KTM MotoWorld rechnen wir mit einem starken Anstieg des Tourismus“, sagt Herbert Karer, Obmann des Tourismusverbands Mattighofen.

Und auch Michael Plasounig von Tourismus Braunau sieht darin eine Chance für die Region: „Wir stehen voll und ganz hinter diesem großartigen Projekt, welches unsere Region noch enger zusammenrücken lässt, und wir sind der festen Überzeugung, dass alle, Gast und Gastgeber, davon profitieren werden.“

Grenzüberschreitende Ausrichtung

Die acht betroffenen Gemeinden verzeichneten im abgelaufenen Jahr 104.261 Nächtigungen. Im Vergleich zum Jahr 2016 ist dies eine Steigerung von 13 Prozent. Dennoch wäre dies laut dem neuen Tourismusgesetz eigentlich zu wenig für ein Fortbestehen. Gemeinsam mit dem grenzübergreifenden Verein Seelentium und den damit verbundenen Nächtigungen in der bayerischen und Salzburger Grenzregion werden die Planzahlen des neuen Tourismusgesetzes jedoch locker übertroffen, erklärt Reindl, der sich neben Burghausen auch Simbach als bayerische Partnerstadt im Verein gut vorstellen kann: „Wir haben sehr dafür gekämpft, dass Braunau durch die grenzübergreifende Verbindung eigenständig bleiben kann.“ Trotz Zusammenschluss soll so auch in Zukunft das Augenmerk auf den regionalen Besonderheiten liegen und die Identität der Region bewahrt werden.

Neues Tourismusgesetz

Die im Herbst 2017 präsentierte und im Landtag beschlossene Novelle des Tourismusgesetzes sieht unter anderem eine Reduzierung der Tourismusverbände in Oberösterreich von bisher 104 auf rund 20 vor. Als Kennzeichen gelten eine Nächtigungszahl von mindestens 200.000 und ein Budget von 600.000 Euro.


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