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BRAUNAU/OÖ. Die große Dürre hat diesen Sommer auch nicht vor dem Bezirk Braunau Halt gemacht. Mining hat es dabei am schlimmsten erwischt, denn die Gemeinde hat österreichweit am wenigsten Niederschlag verzeichnet.

Engelbert Berer (v.l.), Maria Berer und Walter Schwendtner sind betroffene Landwirte aus Mining.
Engelbert Berer (v.l.), Maria Berer und Walter Schwendtner sind betroffene Landwirte aus Mining.

Die langanhaltende warme Witterung, die Hitzeperiode ab Mitte Juli und das Niederschlagsdefizit führten in diesem Jahr zu drastischen Ernteausfällen. Im Bezirk Braunau gibt es regional große Unterschiede, was die Regenmenge und -verteilung betrifft. „Die Gemeinde Mining hatte den wenigsten Niederschlag in ganz Österreich“, sagt Ferdinand Tiefnig, Obmann der Bezirksbauernkammer. Um die Niederschlagsdefizite in Oberösterreich übersichtlich darzustellen, hat die Österreichische Hagelversicherung eine Karte erstellt. Den Bezirk Braunau hat es in diesem Sommer besonders schlimm erwischt. „Der Gesamtschaden in der Landwirtschaft bedingt durch die Dürre beträgt in Oberösterreich 110 Millionen Euro. Dabei handelt es sich um die gegenwärtige Situation, die Auswirkungen auf die Herbstkulturen sind noch nicht inkludiert“, sagt Mario Winkler von der Hagelversicherung.

Betroffene Landwirte sind besorgt

Drei betroffene Landwirte aus Mining sind gespannt, wie es unter diesen Wetterbedingungen in Zukunft weitergehen soll. „Für Grünlandbetriebe ist schon öfter mal ein Schnitt ausgefallen. Heuer war aber der zweite Schnitt schon nicht mehr gut, der dritte ist ausgefallen und der vierte wäre jetzt an der Reihe. Es wächst aber nichts“, erzählt Ortsbäurin Maria Berer aus Mining. Ihr Mann Engelbert Berer hat mittlerweile auf den von der Sonne verbrannten Wiesen neues Saatgut verteilt. „Das Gras ist völlig vertrocknet, es würde 100 Liter Wasser brauchen, damit sich die Wiese wieder regenerieren kann. Ob unser Saatgut Wurzeln schlägt, bleibt offen“, meint Engelbert Berer.

Futterankauf zu teuer

Doch es hat nicht nur die Wiesen der Landwirte erwischt, auch der Maisertrag ist in diesem Jahr deutlich gesunken. Durch das Niederschlagsdefizit ist der Mais vertrocknet und war schlussendlich so geschwächt, dass die Stange den Kolben nicht mehr tragen konnte. „Es rüttelt an der Existenz. Wir brauchen für unsere Kühe einen Siloballen pro Tag und wir rechnen schon aus, ob sich das bis nächstes Jahr ausgeht. Futter ankaufen ist zu teuer und die Nachbargemeinden sind in der gleichen Situation“, erzählt Walter Schwendtner, Ortsbauernobmann von Mining.

Verkauf von Tierbestand

Betroffene Betriebe haben aber laut Josef Detzlhofer, Dienststellenleiter der Bezirksbauernkammer Braunau, nur zwei Möglichkeiten: Futterankauf oder Vieh verkaufen. „Da ganz Österreich von einem Futterdefizit betroffen ist, müssen die Bauern Tiere verkaufen. Wenn aber zu viel Fleisch auf dem Markt ist, sinken wiederum die Preise für die Erzeuger“, sagt Detzlhofer und verweist auf eine Futterbörse im Internet, die hier Abhilfe schaffen soll. Landesrat Maximilian Hiegelsberger zufolge ist zu erwarten, dass Wetterextreme wie die Hitzewelle auch in der Zukunft häufiger werden, weshalb er auf vorsorgliche Absicherungsmöglichkeiten setzt. Die drei Landwirte aus Mining hatten in diesem Jahr allerdings noch keine Dürreversicherung abgeschlossen. „Bei der kommenden Obmännerkonferenz werden wir hoffentlich aufgeklärt, wie es weitergehen soll“, sagt Walter Schwendtner.


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