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MUNDERFING. Seit Corona das Nachverfolgen der Kontakte erforderlich macht, hat sich die Munderfinger Telefonmarketing-Firma „call4you“ des Contact Tracing angenommen. Angesichts der rapide steigenden Fallzahlen sucht das Unternehmen dringend weitere Mitarbeiter.

Die Mitarbeiter von „call4you“ sind derzeit im Dauereinsatz. (Foto: call4you)
Die Mitarbeiter von „call4you“ sind derzeit im Dauereinsatz. (Foto: call4you)

Derzeit stehen bei „call4you“ 15 Personen im Einsatz, um das Contact Tracing vorzunehmen und eine Hotline zur PCR-Terminvergabe zu betreuen. Sie wurden von der Landesregierung beauftragt und haben alle Hände voll zu tun, um ihre Arbeitsaufgaben zu bewältigen. Wegen der hohen Covid-Fallzahlen benötigt das Unternehmen acht bis zehn weitere Mitarbeiter.

„Es gibt viel zu tun. Die positiven Covid-Bescheide steigen so schnell, dass wir sie kaum wegarbeiten können“, berichtet Herbert Friedl, der Geschäftsführer von „call4you“. Gearbeitet wird von 8 bis 20 Uhr im Schichtbetrieb – auch am Wochenende und an Feiertagen.

Fragen werden geklärt

Die „Contact Tracer“ des Munderfinger Unternehmens melden sich nicht nur bei jenen, die einen positiven Covid-Bescheid bekommen haben, sie beantworten dabei auch Fragen rund um die Covid-Bestimmungen. Das wird von den Menschen gut angenommen, erzählt Friedl. „Die Leute sind froh, dass wir sie anrufen, denn sie können dadurch ihre Fragen stellen.“

Die Mitarbeiter geben außerdem Anhaltspunkte, wie Kontakte am besten zurückverfolgt werden können und klären über die weitere Vorgehensweise, beispielsweise die Länge der Absonderung, auf. Komplexe Regelungen Besonders häufig missverstanden wird die Regelung zu den Kontaktpersonen, wie Harro Probst von „call4you“ berichtet. Oft werde auch gefragt, ab wann man sich freitesten kann. „Mittlerweile sind die Regelungen sehr komplex geworden. Es gibt jetzt eine Aufteilung in Geimpfte, Halbgeimpfte, Genesene und so weiter“, erklärt Probst. „Es kommen außerdem noch die Booster-Impfungen hinzu. Dann gibt es sogenannte Impfversager mit Symptomen, Geimpfte ohne Symptome, aber mit einem positiven Testergebnis und so weiter.“ Dabei sei auch der Entzündungswert zu beachten, da er Anhaltspunkte auf die Ansteckungsgefahr geben kann. „Man muss hier sehr genau nachfragen.“

Lockdown führt zu Überforderung

In den Telefongesprächen sei deutlich zu erkennen, dass die Menschen mit der Situation überfordert sind. „Aufgrund des Lockdowns sind viele Leute mit den Nerven am Ende, besonders jene mit mehreren Kindern in beengten Wohnungen. Es geht auf die Substanz und die Psyche.“

Positive Covid-Bescheide erhalten alle Altersgruppen – auch neugeborene Babys können bereits Corona haben. „Es kam auch schon vor, dass wir Leute angerufen haben, denen es so schlecht ging, dass wir die Rettung anrufen mussten. Andere haben wiederum gar keine Symptome.“ Circa 30 bis 35 Gespräche führt ein Call-Agent pro Tag. Die Gesprächsdauer richtet sich beispielsweise je nach der Größe der Familie. Derzeit liegen am Abend wieder mehr Bescheide vor, als untertags abgearbeitet wurden, so Probst: „Das ist frustrierend. Und es wird jeden Tag mehr.“ Dabei sei ein rasches und präzises Contact-Tracing ein zentrales Mittel zur Bekämpfung der Pandemie, wie Friedl betont.

Bewerbung

Wer Interesse daran hat, bei „call-4you“ zu arbeiten, kann sich bei den Kontaktmöglichkeiten unter www.call-4you.com beim Unternehmen melden. „Es ist jeder willkommen. Wichtig wären eine gute Sprachbeherrschung und dass der Bewerber Menschen mag – denn bei den Gesprächen muss man auf sie eingehen“, sagt Probst.


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