Frauen im Bezirk Braunau verdienen fast ein Drittel weniger
BEZIRK Braunau. Laut aktuellem Frauenmonitor der Arbeiterkammer verdienen Frauen im Bezirk Braunau um fast ein Drittel weniger als Männer. Gründe dafür sind nicht nur Teilzeitarbeit und fehlende Kinderbetreuungseinrichtungen. Auch bei Vollzeitjobs bleibt die Lücke erheblich.

Frauen im Bezirk Braunau stehen vor einer Einkommensschere: Im ersten Halbjahr 2024 hatten Arbeiterinnen und weibliche Angestellte laut AK-Frauenmonitor ein mittleres Einkommen von 2.535 Euro brutto im Monat – das ist fast ein Drittel weniger als ihre männlichen Kollegen. Selbst bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung beträgt der Unterschied immer noch fast 20 Prozent.
Ein wesentlicher Faktor ist die Teilzeitquote: Nur 46,6 Prozent der unselbstständig beschäftigten Frauen im Bezirk haben eine Vollzeitstelle. Das heißt: Deutlich mehr als jede zweite Frau arbeitet Teilzeit. Arbeiterinnen im Bezirk verdienen im Median 2.335 Euro brutto monatlich, Angestellte 2.742 Euro.
Equal Pay Day im Oktober
Der Equal Pay Day im Bezirk fiel 2024 auf den 21. Oktober. Ab diesem Tag arbeiten vollzeitbeschäftigte Frauen im Vergleich zu Männern rechnerisch „gratis“. Im Bundesländervergleich liegt Oberösterreich vor Vorarlberg auf dem vorletzten Platz. In Braunau ist der Unterschied zwischen den durchschnittlichen Einkommen von Männern und Frauen nur geringfügig kleiner.
Maßnahmen erforderlich
„Abgesehen vom Faktor Teilzeit ist die Einkommenslücke nur zu einem geringen Teil durch Unterschiede in der Ausbildung zu erklären. Wir setzen uns daher dafür ein, dass Frauen in unserem Bundesland die gleichen Chancen wie Männer erhalten und gleichgestellt werden“, betont AK-Präsident Andreas Stangl.
Dringend notwendig sind ihm zufolge ein umfassender Ausbau der Kinderbildungs- und –betreuungseinrichtungen sowie der Pflege und gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit. Auch effektive Maßnahmen für Pensionsgerechtigkeit seien erforderlich. „Hier braucht es unter anderem einen Aufwertungsfaktor bei den Beitragsgrundlagen der Frauen“, so Stangl.


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