Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

Online Redaktion, 20.12.2024 15:00

MATTIGHOFEN/LEONDING. Ein Konsortium namens Robau rund um KTM-Chef Stefan Pierer und Red Bull-Erbe Mark Mateschitz will sich die Mehrheit am Feuerwehrausrüster Rosenbauer mit Sitz in Leonding sichern – und das trotz der KTM-Insolvenz.

Symbolfoto (Foto: Tips)
Symbolfoto (Foto: Tips)

Der mehrheitliche Einstieg der aus Stefan Pierer, Mark Mateschitz und zwei Gesellschaften der Raiffeisenlandesbank OÖ bestehenden Gruppe hätte ursprünglich bis Ende des Jahres über die Bühne gehen sollen. Daraus wird nun jedoch nichts. Grund dafür seien allerdings nicht die finanziellen Probleme der Pierer-Gruppe, sondern ausständige Genehmigungen von Wettbewerbsbehörden, heißt es in Medienberichten. Aus den USA und Europa lägen diese bereits vor, es fehlen aber noch Genehmigungen von arabischen Ländern. Diese dürften voraussichtlich im ersten Quartal 2025 vorliegen, hieße es aus dem Robau-Konsortium.

Übernahme trotz Pleite?

Wie kann es jedoch sein, dass Pierers KTM-Mitarbeiter keine Gehälter, Löhne und auch kein Weihnachtsgeld erhalten, der CEO aber einen weiteren börsennotierten Konzern übernehmen will? Einerseits könne Pierer aus juristischer Sicht mit seinem privaten Vermögen machen, was er will. Andererseits könne der Rosenbauer-Deal, der sich schon im Sommer anbahnte, nicht so leicht rückgängig gemacht werden. Die Gruppe rund um Pierer hätte sich bereits vertraglich dazu verpflichtet. Das österreichische Übernahmegesetz besagt außerdem, dass ab dem Erreichen von 30 Prozent der Anteile an einem Unternehmen den restlichen Aktionären ein Angebot für ihre Aktien gemacht werden müsste – was angesichts der KTM-Pleite fragwürdig erscheint.

Stimmen aus der Politik

Die Insolvenz des Motorradherstellers KTM und der Verlust von hunderten Arbeitsplätzen sorgen für massive Turbulenzen in der Region Mattighofen, heißt es in einer Presseaussendung der Grünen. Landesprecher Stefan Kaineder kritisiert scharf: „Während die betroffenen Mitarbeiter in eine unsichere Zukunft blicken, bleibt KTM-Chef Stefan Pierer scheinbar unberührt und kann sich Millioneninvestitionen in andere Projekte leisten.“ Dabei spielt er auf die Übernahme von Rosenbauer an.

Bereits vor fünf Jahren geriet KTM aufgrund eines Förderskandals in die Schlagzeilen: Damals flossen Millionen aus Mitteln der Kulturförderung in ein „Motorradmuseum“ in Mattighofen – ein Prestigeprojekt von Pierer. Heute ist es die Insolvenz des Unternehmens, die die Region in ein wirtschaftliches und soziales Loch stürzt, heißt es von den Grünen.

Kaineder wirft dazu kritische Fragen auf: „Wie kann es sein, dass Herr Pierer, als Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich, Milliardär und ÖVP-Großspender, die Verantwortung für diese Krise von sich weist und sich versteckt? Und wie ist es möglich, dass er sich auf der einen Seite ein Millioneninvestment für den Kauf eines Feuerwehrausstatters leisten kann, während er auf der anderen Seite hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Stich lässt?“

Für die Grünen Oberösterreich steht fest: Es braucht dringend eine politische und wirtschaftliche Neuausrichtung, die das Wohl der Menschen in den Mittelpunkt stellt und wirtschaftliche Verantwortungsträger wie Stefan Pierer stärker in die Pflicht nimmt. „Hier sehe ich auch die „Wirtschaftspartei“ ÖVP gefordert, die in den vergangenen Jahren auch direkt von den Parteispenden des Unternehmers profitiert haben! Die Menschen in der Region verdienen Antworten und Perspektiven, keine Lippenbekenntnisse oder Schönfärberei“, so Kaineder abschließend.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Wirtschaftsempfang der WKO Braunau: China-Vortrag und Wechsel an der Spitze

Wirtschaftsempfang der WKO Braunau: China-Vortrag und Wechsel an der Spitze

BRAUNAU. Beim Wirtschaftsempfang der WKO Braunau standen heuer die wirtschaftliche Bedeutung Chinas und ein Wechsel an der Spitze der Bezirksstelle ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Gabriele Knauseder zieht Bilanz ihrer Arbeit nach fünf Jahren im Landtag

Gabriele Knauseder zieht Bilanz ihrer Arbeit nach fünf Jahren im Landtag

BEZIRK BRAUNAU. Ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl in Oberösterreich zieht SPÖ-Landtagsabgeordnete Gabriele Knauseder Bilanz über ihre ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Baustelle auf der Oberinnviertler Straße

Baustelle auf der Oberinnviertler Straße

MATTIGHOFEN/PISCHELSDORF. Auf der L503, der Oberinnviertler Straße zwischen Mattighofen und Wagenham, finden bis 27. November Instandhaltungsarbeiten ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Ranshofner Aluminiumproduzent erhielt zum zweiten Mal in Folge ESG-Award

Ranshofner Aluminiumproduzent erhielt zum zweiten Mal in Folge ESG-Award

BRAUNAU-RANSHOFEN. Die AMAG Austria Metall AG wurde bei den „Austria’s Leading Companies“ in Oberösterreich zum zweiten Mal in Folge mit ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Generationenwechsel in der Wirtschaftskammer Braunau: Martin Feichtinger folgt auf Klemens Steidl

Generationenwechsel in der Wirtschaftskammer Braunau: Martin Feichtinger folgt auf Klemens Steidl

BEZIRK BRAUNAU. An der Spitze der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Braunau steht ein Wechsel bevor: Mit 16. Oktober übernimmt der 26-jährige ...

Tips - total regionalSabrina Kastenauer
Neue Podcastfolge vom Freien Radio lnnviertel erklärt korrekte Batterie-Entsorgung

Neue Podcastfolge vom Freien Radio lnnviertel erklärt korrekte Batterie-Entsorgung

INNVIERTEL. Ob in Smartphones, E-Bikes, Spielzeug oder anderen Elektrogeräten, Batterien und Akkus sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Weitere Beiträge