Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BEZIRK. Die Erzählungen von Menschen, die in den vergangenen Wochen und Monaten bei uns einen Wolf gesehen haben, häufen sich. Inzwischen ist sich aber auch Bezirksjägermeister Ulf Krückl sicher, dass es sich um keine Märchen handelt. Landwirte fürchten nun um ihre Tiere, denn ungefährlich ist der vierbeinige Jäger ganz und gar nicht.

Foto: Rudolpho Duba/pixelio.de
Foto: Rudolpho Duba/pixelio.de

„Bereits im Vorjahr gab es einige Anfragen bei mir, ob es möglich sei, dass sie einen Wolf gesehen haben. Heuer tritt das vermehrt auf. Inzwischen gab es ganz sichere Sichtungen in Bad Kreuzen, Dimbach und St. Georgen am Walde. In Baumgartenberg hat der Wolf sogar die B3 überquert“, erzählt Bezirksjägermeister Ulf Krückl.

Am helllichten Tag Wolf neben Haus gesichtet

„Mich hat einer der Nachbarn angerufen, dass nahe ihrem Haus in Dimbachreith ein Wolf gesehen wurde, ein Jäger hat sich auch die Fährte angeschaut und das bestätigt. Dieser Wolf muss Leute gewohnt sein, sonst würde er nicht so nahe zum Haus gehen und das am helllichten Tag“, berichtet Jagdleiter Roman Hintersteiner aus Dimbach. Der Wolf hat sich dort auch in der Nähe einer Fleckvieh-Herde bewegt, was natürlich Ängste aufkeimen lässt.

„Auffällig ist auf jeden Fall, dass mehrere gesichtete Wölfe in der Umgebung kein ausreichendes Abstandsverhalten zur Zivilisation aufweisen, sodass Vermutungen geäußert wurden, dass einzelne Wölfe nicht einem natürlichen Zuzug zuzuordnen wären“, so Krückl im Tips-Gespräch. Denn eigentlich sei der Wolf ein sehr scheues Tier, der sich eher in der Nacht bewegt und Menschen meidet. Die Ängste um die Tiere in der Landwirtschaft kann Krückl nachvollziehen. „Ich habe auch Angst um meine Hochland-Rinder.“

Bereits schwere Verluste in Deutschland und Schweiz

Natürlich wird auch die Frage laut, was im Notfall getan werden kann. Immerhin steht der Wolf unter Naturschutz und das in ganz Europa. „In Deutschland und der Schweiz hat es bereits schwere Verluste in der Nutztierhaltung gegeben. Nach anfänglich zugestandenen Entschädigungszahlungen wird den Landwirten jetzt die Verpflichtung auferlegt, dass sie sich mit verschiedenen Maßnahmen wie sehr hohen Elektrozäunen gegen den Wolf schützen müssen“, weiß Krückl aus verschiedenen Fachpublikationen zum Thema. In Deutschland hat sich das Vorkommen der Wölfe in den vergangenen zehn Jahren von nur wenigen Wölfen auf fast 40 Rudel ausgeweitet. Und seither muss man sich auch mit den Folgen auseinandersetzen.

Natürlich hätte der Wolf als natürlicher Jäger eine Existenzberechtigung und man hätte ihn auch nie ausrotten dürfen, dennoch stelle er in unseren Kulturlandschaften eine große Gefahr dar, so Krückl. „Es müsste eine Raumordnung geben, die ausweist, wo er eine Daseinsberechtigung hat. Würde er sich bei uns ausbreiten und nicht verfolgt werden, würde er jede Scheu gegenüber den Menschen verlieren und eine Gefahr für Mensch und Tier sein“, meint Krückl überzeugt. Er selbst habe in Kanada auch schon Wölfe gesehen, dort seien die Voraussetzungen aber eben völlig andere. Deshalb sei der Wolf nur dort für die Umwelt tragbar, wo es die Kulturlandschaft verträgt. „Es wird nur schwierig werden, dass jene, die sich für die Interessen des Wolfes einsetzen, das von vielen als vernünftig angesehene Maß nicht akzeptieren wollen.“

Zurück aber zur aktuellen Situation im Bezirk: „Noch muss keine große Angst ausbrechen, immerhin handelt es sich um einzelne Wölfe und noch keine Rudel! Das kann aber sehr schnell gehen“, verrät Krückl, „denn eine Wölfin kann bis zu zehn, zwölf Junge im Jahr bekommen.“ So sei auch das große Wachstum in Deutschland zu erklären.

Bei weiteren Sichtungen solle man sich aber auf jeden Fall an den zuständigen Jäger oder an den Bezirksjägermeister wenden, damit man die Entwicklung beobachten kann.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden

Antworten
Gastuser
Gastuser
21.04.2016 22:53

Böser Wolf kehr zurück

Der Kommentar des Herrn Krücke ist entschieden zu widersprechen, daß Gefahr für den Menschen besteht. Für das Vieh ja.. hier muß es vielleicht Lösungen geben, wenn denn wirklich Rudel auftreten. Aber in seltenen Fällen (ganz selten) wird der Wolf dem Menschen gefährlich. Er meidet den Menschen, wie es in dem Artikel richtig geschrieben steht, nicht aber die Nähe seiner Behausungen, da dort sich das Vieh aufhält. Er wird aber den dort wohnenden Menschen nicht gefährlich. Ich als Ultramarathonläufer der oft in der Nacht unterwegs ist fürchte mich mehr vor Wildschwein Bachen (Mütter) mit ihren Jungen als vor Wölfen. Ich freue mich auf meinen nächsten Lauf durch die Wolfsschlucht!! Meine tägliche Runde