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EBENSEE. Das Frauenforum Salzkammergut hat unter ihrer Leitung immer wieder für Aufregung gesorgt. Nun bereitet Geschäftsführerin Iris Kästel ihre Übergabe vor. Tips bat sie aus Anlass des Internationalen Frauentages am 8. März zum Interview.

  1 / 7   Iris Kästel, immer eine starke Stimme für die Frauen im Salzkammergut, bereitet ihre Übergabe als Geschäftsführerin des Frauenforums Salzkammergut vor. Foto: Robert Maybach

Tips: Sie standen 13 Jahre an der Spitze des Frauenforums. Was war am prägendsten?

Iris Kästel: Das ist für mich schon ein Lebensabschnitt: Als ich hier angefangen habe, war Feminismus für mich absolutes Neuland. Die finanzielle Ausstattung war damals noch nicht so knapp wie heute, und wir haben begonnen, auch große Projekte zu machen: 2007 haben wir zum Thema „Frauen sichtbar machen“ mit einem 17x10 Meter großen Transparent mit Frauenportraits auf uns aufmerksam gemacht. Über diese „Drachenwand“ wurde viel berichtet. 2009 haben wir dann die erste „Glöcklerinnen-Pass“ gegründet – was wirklich für einen Ausnahmezustand in Ebensee gesorgt hat. Das war aber auch ein Moment, der Strukturen verändert hat. Und das ist auch heute unser Ziel und unsere Stärke im Frauenforum: Wir sagen nicht nur, wir brauchen eine Kinderbetreuung, sondern wir tun auch was – so, wie wir damals die Bambinigruppe gegründet haben.

Tips: Warum ziehen Sie sich jetzt zurück?

Kästel: Es ist toll, dass es das Frauenforum schon so lange gibt – 25 Jahre, obwohl es immer nur von Jahr zu Jahr gefördert wird. Wir haben jetzt den Generationenwechsel im Vorstand geschafft – und da möchte ich auch einer neuen Kraft mit anderem Wissen und anderen Ideen Platz machen. Die Geschäftsführung ist jetzt erst einmal ausgeschrieben, und wir haben hier wirklich schon tolle Bewerbungen vorliegen. Und nach 13 Jahren an der Spitze kann ich auch sagen: „Ich will nicht mehr können.“ Es geht schon sehr an die Substanz, denn in den letzten Jahren sind die – auch finanziellen – Rahmenbedingungen immer schlechter geworden.

Tips: Was ist aus Ihrer Sicht derzeit die wichtigste Aufgabe für Vereine wie das Frauenforum?

Kästel: Das Wichtigste ist, Strukturen zu verändern. Das ist das, was jede frauenpolitische Initiative will – und das ist auch das Frustrierende, weil man immer die gleichen Schlagwörter hört: Vereinbarkeit von Arbeit und Familie, Altersarmut, Wahlfreiheit – ohne dass sich die Strukturen ändern. Vereine haben heute so wenig Geld, dass sie auch keine alternativen Strukturen aufbauen können. Gerade bei der Wahlfreiheit lügt man sich oft in die Tasche: Ohne entsprechende Kinderbetreuung ist eine volle Berufstätigkeit nicht möglich – und das führt zu Altersarmut.

Und wenn das Geld da ist, muss man arbeiten – auch da gibt es keine Wahlfreiheit. Es gibt ja auch die oö. Frauenstrategie 2030 „Starke Frauen, starkes Land“. Hier sind viele Absichtserklärungen und viel gutes Material drin – das gilt es jetzt mit Leben zu füllen. Wir Frauenvereine stehen bereit, aber wir brauchen dazu die Mittel, um das personell stemmen zu können.


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