Sophie Steininger: „Ich möchte den Jugendlichen etwas Nachhaltiges, Greifbares mitgeben“

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Sophie Steininger tauscht für zehn Monate Hartkirchen gegen Stung Treng in Kambodscha. Foto: Privat
Sophie Steininger tauscht für zehn Monate Hartkirchen gegen Stung Treng in Kambodscha. Foto: Privat
Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 16.08.2017 08:10 Uhr

HARTKIRCHEN/KAMBODSCHA. Mit zwölf Jahren hörte Sophie Steininger in der Schule zum ersten Mal von Childrenplanet, einem Entwicklungshilfe-Verein in Kambodscha. Heute, mit 19, hilft sie vor Ort als Volontärin, Kindern und ihren Familien eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

„Im Gymnasium Dachsberg wurden damals ein Vortrag über Childrenplanet abgehalten und Spenden gesammelt“, erzählt die Hartkirchnerin. Das damalige Kennenlernen mit dem Entwicklungshilfe-Verein hat die 19-Jährige seither nicht losgelassen.

Vor zwei Jahren hatte sie den Wunsch sich in ihrer Freizeit zu engagieren, für etwas das Sinn macht und bei dem auch der Fortschritt für sie ersichtlich war. Seit 1,5 Jahren ist sie nun schon im Vorstand von Childrenplanet tätig. „Ich kann schon sagen, dass ich die Organisation sehr gut kenne. Da ist es irgendwie klar, dass ich auch einmal vor Ort in Kambodscha mitarbeiten möchte.“ Gesagt, getan.

Einsatz in der Holzwerkstätte

Seit Anfang August ist Sophie Steininger am Einsatzort Stung Treng für die nächsten zehn Monate beheimatet. Zu ihren Aufgaben zählt vor allem die Mitarbeit in der Holzwerkstätte der Evergreen Community, da sie selbst eine Ausbildung im Holzbereich hinter sich hat. „Ich freue mich schon sehr darauf, meine selbst erworbenen Fähigkeiten an die Jugendlichen vor Ort weitergeben zu können. Es ist meine Chance die gute Ausbildung in Österreich zu nutzen und den Jugendlichen in Stung Treng etwas Nachhaltiges, Greifbares mitzugeben. Genau darum geht es schließlich bei Childrenplanet, um Hilfe zur Selbsthilfe“, erzählt die 19-Jährige vor ihrer Abreise.

Arbeiten aus Holzabfällen

Die Holzwerkstätte steht zum Erlernen verschiedenster Holzbearbeitungstechniken zur Verfügung und bildet hierbei ein breites Spektrum an Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten für alle beteiligten Jugendlichen. Verwendet werden Holzabfälle von Tischlereien, die perfekt für kleine Arbeiten geeignet sind.

Umgesetzt werden konnten erste Workshops durch eine Spende des Solidaritätsfonds der KAB Diözese Linz. Hierfür wurde extra eine Fachkraft engagiert, die den Umgang mit den Werkzeugen und Maschinen an die Jugendlichen weitergab. Diese Workshops zielten darauf ab, für das kambodschanische Neujahrsfest im April genügend Holzprodukte zu produzieren und auf dem lokalen Markt zu verkaufen. Glasuntersetzer, traditionelle Instrumente, Teekannen, Tassen sowie unterschiedlichste dekorative Artikel wurden von den jungen Kambodschanern mit viel Wissbegier und Freude hergestellt. Auch österreichische Volontäre waren beim Verkauf der Produkte beteiligt und standen des Öfteren als „außergewöhnliches Fotomodell“ für die vorbeigehenden Kambodschaner zur Verfügung.

Freude größer als Nervosität

„Ich fühle mich sehr gut vorbereitet und doch weiß ich nicht wirklich, was mich erwartet. Es ist trotzdem ein ganz neues Umfeld, in das man sich erst einleben muss“, so Steininger vor ihrer Abreise. Die Freude war aber immer größer als die Nervosität. „Ich bin davon überzeugt, dass es wichtig ist, andere Kulturen kennenzulernen, in sie einzutauchen und sie zu verstehen. Man kann nur davon profitieren und für sich selbst und fürs Leben viel mitnehmen.“

Mehrwert für die Gesellschaft

Childrenplanet-Geschäftsführer Christian Gsöllradl-Samhaber unterstreicht die Wichtigkeit von freiwilligen Helfern: „Mit dem Begriff der Globalisierung versteht die Öffentlichkeit oftmals nur die wirtschaftlichen Verbindungen. Wir von Childrenplanet gehen hier weiter, denn mit dem Freiwilligendienst und Volontariat schaffen wir in der Entwicklungszusammenarbeit Möglichkeiten einer gemeinsamen Bewusstseinsbildung über die sozialen Ungerechtigkeiten. Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen Auslandszivildienst in einem fernen Land wie Kambodscha in der Evergreen Community anstreben, bauen Brücken über alles Trennende hinweg und das erfordert ein Mehr an Kommunikation und Verständnis, Selbstreflexion und Weltoffenheit.

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