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PRAMBACHKIRCHEN. Schüler der 6N1 des Gymnasiums Dachsberg präsentierten in fünf Kurzvideos ihre Visionen zur Zukunft der Bildung und diskutierten die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des Schulsystems mit einem hochrangige Podium.

  1 / 3   Das gesamte Projektteam der 6N1 mit den eingeladenen Podiumsgästen und Experten. Foto: ACADEMIA SUPERIOR/wakolbinger

Schule sollte nicht vordefinierten Interessen dienen, sondern den Schülern Eigenverantwortung übertragen und sie zum Querdenken anregen, darüber war sich das Podium der 4. Dachsberger Zeitgespräche einig. Hausherr und Direktor Pater Ferdinand Karer bedauerte eine zunehmende Bürokratisierung des Schulsystems und dass es zwar viele Änderungen im System gegeben hätte, aber keinen echten Wandel. Den „Mut zum Wandel“ hat er mit der Einführung der „Flexzeit“ am Gymnasium Dachsberg bewiesen und macht damit sehr gute Erfahrungen. „Das Ziel der Bildung ist das Menschwerden“, so Karer.

Das humanistische Bildungsziel ist auch für den Obmann der Academia Superior, LH-Stv. Michael Strugl, das optimistische Ideal. Den Lehrerberuf aufzuwerten ist für ihn ein wichtiger Ansatzpunkt, „denn wenn wir die besten Pädagogen haben, haben wir auch gute Schulen.“ Besonders wichtig sei es, so Strugl, die Bildungsdebatte ideologisch zu entkoppeln und sich an den Fähigkeiten und Talenten der Schüler zu orientieren. „Gleichheit heißt nicht Chancengerechtigkeit: Damit alle die gleiche Chance haben, braucht jeder etwas anders,“ so Strugl mit Verweis auf das Buch von Markus Hengstschläger „Die Durchschnittsfalle“.

„Exzellente Lehrer können Lebenswege verändern“, betonte Bernhard Reingruber, Oberösterreich-Direktor von Teach for Austria. Die Initiative beginnt im Herbst auch in Oberösterreich sogenannte „Fellows“ an Brennpunktschulen einzusetzen. Quereinsteiger, meist „young professionals“ und Studienabsolventen aller Studienrichtugnen, unterrichten dabei zwei Jahre lang als vollwertige Lehrkräfte und versuchen mit dem Programm, in besonders schwierigen Umfeldern Chancengerechtigkeit zu fördern und Lebenswege positiv zu beeinflussen. Reingruber geht es weniger um das System sondern um die Menschen: „Es geht nicht darum, wie man den Unterricht und Schule anders gestaltet, sondern wie wir Lehrer am besten unterstützen können.“

Franz Gruber, Rektor der katholischen Privatuniversität Linz, sieht die Schule als Abbild der Gesellschaft und wünscht sich, die großen Fragen und Herausforderungen der Zukunft in der Bildung gut abgebildet zu wissen: „Alle 8 Milliarden Menschen auf der Welt sollen ohne Armut leben und unseren Planeten dabei nicht zugrunde richten.“

Helga Geyrecker ist COOL-Koordinatorin am Schulzentrum Ybbs und hat durch den pädagogischen Ansatz des „Cooperative Offene Lernen“ wieder neue Freude am Lehrerberuf als Berufung geschöpft. Dieser strukturierte und teils offene Unterricht ermöglicht den Schülern, ihr eigenes Potenzial zu fördern und selbstständig mit Arbeitsaufträgen zu lernen. „Die Schüler freuen sich auf den COOL-Tag, und das färbt auf den anderen Unterricht ab,“ so Geyrecker. 

Per Videobotschaft klingte sich in den Abend auch ein Schulkollege der 6N1 aus Australien ein, der dort ein Semester verbringt und nach eigenen Angaben als Österreicher im Vergleich einen sehr guten Bildungsstand aufweisen kann und hohes Ansehen genießt. Am Australischen Schulsystem gefällt ihm die Offenheit. Da gehöre auch Surfen zum Stundenplan.

Im Anschluss an die Filmpräsentation und Podiumsdiskussion wurde mit den über 250 Gästen der Veranstaltung am „Marktplatz der Bildung“ noch intensiv weiterdiskutiert und Ideen mit den Jugendlichen ausgetauscht.

Die fünf Kurzfilme zu den Themen „Mut zum Wandel“, „Chancengerechtigkeit“, „Neugierde“, „Technologie“, „Visionen“ stehen in Kürze unter dem Link zeitgespräche.dachsberg.at zur Verfügung.


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