Debatte um Eferdinger Asylquartier entfacht
EFERDING. Mit einer Presseaussendung informierte die Freiheitliche Partei der Stadtgemeinde Eferding die Öffentlichkeit über die Neuankunft von acht syrischen Flüchtenden im Asylquartier in Eferding.

„Wir erleben eine illegale Migration durch die Hintertür“, meint der geschäftsführende Stadtparteiobmann Silvio Hemmelmayr. Man habe in einer Gemeinderatssitzung als einzige Fraktion für die Schließung der Asylunterkunft neben dem Eferdinger Friedhof gestimmt. Nun würde das Lager ohne Information an die Öffentlichkeit wieder aufgefüllt, so der Politiker.
Normaler Vorgang
Bürgermeister Severin Mair (ÖVP) kann die Aufregung der FP-Fraktion nicht verstehen. „Es handelt sich um einen ganz normalen Vorgang, es kommt immer wieder zu Aufnahmen und Auszügen aus dem Quartier, das war seit Eröffnung des Lagers so“. Er verweist an das Rote Kreuz, das als Betreiber des Lagers fungiert. Probleme habe es seit der Eröffnung 2015 im Lager noch nie gegeben, so Mair.
Rotes Kreuz entgegnet
Auch der Ortsstellenleiter des Roten Kreuzes Eferding, Philipp Wiatschka kann die Aufregung nicht verstehen. „Seit Jahren kommen jede Woche neue Bewohner des Asylquartiers in Eferding an. Der einzige Unterschied ist, dass in diesem Fall die acht Männer mit einem Reisebus in Eferding ankamen“. Das Land Oberösterreich verteile die Menschen in den Flüchtlingsquartieren, das Rote Kreuz bekomme die Personen zugeteilt. „Sobald ein Asylverfahren positiv oder negativ abgeschlossen ist, ziehen die Bewohner aus dem Heim aus und neue Bewohner werden aus dem Aufnahmezentrum Traiskirchen nach Eferding gebracht“, beschreibt Wiatschka den Prozess. Je nach Auslastung bewohnen zwischen 28 und 48 Menschen seit 2015 ständig das Lager in der Stadt Eferding.
FPÖ beharrt: „Kein normaler Vorgang“
Diesen Entgegnungen kann der freiheitliche Stadtrat Harald Melchart nichts abgewinnen: „Für mich sind das keine normalen Vorgänge“, meint er. Das Lager hätte nur bis Dezember 2020 bestehen sollen, aufgrund eines Gemeinderatsbeschlusses sei die Nutzung bis September 2021 verlängert worden. Jetzt werden auch noch die Bewohner aufgestockt. Man benötige auf dem Friedhof dringend eine Erweiterung und den Bau einer Aufbahrungshalle, das Lager müsse geschlossen werden, so Melchart. Auch das kann Wiatschka erklären: „Wir haben um eine Verlängerung der Nutzung angesucht, da im Asylquartier in Eferding Kinder leben, die sonst aus der Schule herausgerissen werden.“ Zudem sei die Räumung und der Abbau des Lagers im Winter eine zusätzliche Belastung für die Mitarbeiter des Roten Kreuzes. Das Lager werde aber mit Anfang September 2021 geräumt sein, so Wiatschka. Der Ausbau des Friedhofs und der Aufbahrungshalle verzögere sich, solange könne das Rote Kreuz das Areal noch nutzen.


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