Die Geschichte am Donaulimes mit Augmented Reality erleben
HAIBACH/EGELHARTSZELL/PASSAU. Die Donaulimes-Welterbe-Runde macht das kulturelle Erbe des Imperium Romanum zum Erlebnis auf dem Fahrrad. An den drei Ausgrabungs- und Unesco-Welterbestätten Passau, Oberranna und Schlögen wartet der digitale Reiseleiter Severinus von Noricum.

Der Donauradweg von Passau bis Schlögen (Gemeinde Haibach ob der Donau) bietet Radfahrern ein besonderes Fahrglück. Die Radtour (beiderseits der Ufer) ermöglicht ereignisreiche Ausflüge zwischen der Bischofsstadt und dem Naturwunder Schlögener Schlinge. Es gilt dort Naturschätze und das reiche kulturelle Erbe zu entdecken. Jetzt ist der Donauradweg um ein Angebot reicher.
Die Geschichte am Unesco Welterbe Donaulimes wird nun an der neuen, 80 Kilometer langen, Donaulimes Welterbe-Radrunde noch mehr spürbar und erlebbar - nämlich mittels Augmented Reality. Die Welterbestätten Passau, Oberranna (Engelhartszell) und Schlögen (Haibach) entlang des österreichisch-bayrischen Donauradweges sind mit einer Erlebnisinszenierung miteinander verbunden worden. Seit der Landesausstellung 2018 war die Infrastruktur dafür vorhanden. Dazu wurde ein zielgerichteter und einfach vermittelbarer Inhalt geschaffen.
Neben der digitalen Inszenierung wurde ein Gesamtkonzept mit durchgängiger Beschilderung der neuen Radroute unter dem Namen Donaulimes-Welterbe-Runde umgesetzt. Es gibt Übersichtstafeln, mehrsprachiges Infomaterial und Landmarks in Form einer neu geschaffenen Figur.
Die Maßnahmen sollen Nächtigungsgäste zu einem längeren Aufenthalt in die Region locken und sie einladen und die Ausgrabungsstätten und die Geschichte zu entdecken.
Severinus mittels Augmented Reality
Die alten Mauern bei den Ausgrabungsstätten sollen den Radfahrern nun die Geschichte erzählen. Der Stadtarchäologe und Museumsleiter in Passau Thomas Maurer und Stefan Traxler von der OÖ. Kultur GmbH haben die Inhalte für einzigartige Erlebnisse zum römischen Kulturerbe ausgearbeitet. Die Geschichten die mittels Augmented Reality an den antiken Überresten erzählt werden, hätten wirklich so zur damaligen Zeit stattfinden können. Um das erleben zu können braucht man nur das Smartphone.
Reiseleiter ist dabei der fiktive „Severinus von Noricum“. Die Erzählfigur ist dem Heiligen Severin, einem Diplomaten, Missionar und Wohltäter, der von 410 bis 482 gelebt hat, angelehnt.
Mittels Scan eines QR-Codes und Augmented Reality taucht Severinus am Handy auf und nimmt die Gäste mit in seine Zeit. Beim ersten QR-Code im Außenbereich der Stätten erhalten die Gäste die ersten Informationen und werden in die Ausgrabungsstätten gelockt. In den Stätten gewährt ein weiterer QR-Code einen tieferen Einblick in die Geschichte, die an dem Standort hätte stattfinden können.
Zu den drei Stationen:
Schlögen: Römerpark & Römerbad
In Schlögen ist das ortsbezogene Thema die Badekultur und das tägliche Leben. Hier trifft Severinus beim Badegebäude auf Kinder, die in den Ruinen der Zivilsiedlung spielen. In Schlögen genossen nämlich einst die Bewohner lange die Annehmlichkeiten der Badekultur.
Engelhartszell/Oberranna: Römerburgus
Beim einzigartigen Römerburgus in Oberranna ist das ortsbezogene Thema das Militär, Militärarchitektur und Befestigungsbauten. Hier findet ein Gespräch von Severinus mit dem Kommandanten von Oberranna statt.
Stadt Passau: Kastell Boitro und Römermuseum
Beim Römermuseum Kastell Boiotro ist das ortsbezogene Thema der Handel und der Donaulimes als Grenze. Hier lag zur damaligen Zeit ein wichtiger Knotenpunkt für die Römer. Die beiden Militärlager Batavis und Boiotro waren an der Grenze des Imperium Romanum von großer Bedeutung und Severinus war gern gesehener Ratgeber und Helfer.
Aufwertung des Radweges und der Region
Für Tourismus-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) ist das neue Format eine enorme Aufwertung des bestehenden Angebotes. Dadurch lasse sich das Thema Radfahren mit dem Thema Kultur bestens verbinden. 2023 wurden das letzte Teilstück am südlichen 40 Kilometer langen Radweg Passau-Schlögen eröffnet. Das Römerbad Schlögen wurde 2021 in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen.
Das neue Angebot bringe einen kulturellen Mehrwert hätte ein enormes Wertschöpfungspotential für den Tourismus. Das reichhaltige Radangebot soll aus dem Tagesgast einen Nächtigungsgast machen, ergänzt Achleitner. Denn eine Routenlänge von 80 Kilometern impliziere für den Genuss-Radfahrer mindestens eine Übernachtung. In die Radroute einsteigen kann man überall. Zu den Angeboten auf der Strecke gibt es ein umfassendes Informationsmaterial.
2023 waren rund 926.000 Radfahrer am österreichischen Donauradweg unterwegs. Davon waren 203.720 Touren-Radurlauber unterwegs, die längere Strecken zurücklegten. 101.860 Gäste haben einen Urlaub in der Donauregion verbracht und eine Radtour gemacht. 15 E-Bike Genusstouren der Donauregion wurden 2022 eröffnet.
Für den Landrat des Landkreises Bayern, Raimund Kneidinger, ist das Radfahren die zentrale, regionsübergreifende Urlaubsaktivität.


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