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Jugendzentrum Eferding: Schließung vorerst abgewendet - Causa geht zurück in den Jugendausschuss

Nora Heindl, 19.06.2019 08:10

EFERDING. Nach einer emotionsgeladenen Diskussion in der vergangenen Gemeinderatssitzung ist die Schließung des Jugendtreffs vorerst vom Tisch. Statt über ja oder nein abzustimmen, sprachen sich SPÖ, FPÖ, Grüne und OLE gemeinsam dafür aus, die Thematik erneut im Jugendausschuss diskutieren zu wollen. Damit war die ÖVP überstimmt.

Foto: Heindl
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Regelmäßige Beschwerden von Anrainern, keine optimalen Räumlichkeiten und der mittlerweile fünfte Leiterwechsel, veranlassten Bürgermeister Severin Mair (ÖVP) den Jugendtreff in Eferding mit Ende des Jahres schließen zu wollen. Zudem sieht er das Interesse der Jugendlichen am Treff schwinden. Waren es zu Beginn noch 40 Jugendliche und mehr, die den Treff regelmäßig besuchten, seien es derzeit nur mehr etwa 15. Zu wenige, um für die jährlichen Kosten von 18.991 Euro zu stehen. Stattdessen könnte man das Geld in die Förderung der Vereine investieren, in denen mehrere 100 Jugendliche regelmäßig betreut werden.

„Armutszeugnis für Eferding“

Was folgte, war eine emotionsgeladene Diskussion der Parteien. Von einem Armutszeugnis, wenn sich eine Bezirkshauptstadt keinen Jugendtreff leisten könne, sprach Vizebürgermeisterin Jutta Kepplinger (SPÖ). Unter ihr wurde der Jugendtreff 2014 eröffnet. Es gäbe keinen einzigen Jugendtreff, über den sich die Anrainer nicht mal aufregen würden. „Es ist Teil der Jugend auch mal laut zu sein“, so Kepplinger. Außerdem seien Beschwerden erst recht vorprogrammiert, wenn es für die Jugendlichen keinen Treffpunkt mehr gäbe. Den oftmaligen Leiterwechsel sieht sie mit dem Job verbunden, einem 20-Stunden-Job mit „nicht wahnsinnig guter Bezahlung“. „Mit Josef Razinger haben wir einen sehr qualifizierten Betreuer, der sicher gute Arbeit leistet, wenn wir ihn lassen.“

Parteikollegin Doris Starzer stellt klar: „Wir haben im Jugendausschuss öfters mal darüber diskutiert, ob die Räumlichkeiten nun passen oder nicht, aber wir haben definitiv nie darüber gesprochen, den Jugentreff zu schließen.“

„Ausspielen von Gruppen“

Ein Jugendtreff hat nichts mit Wirtschaftlichkeit zu tun, setzt Grünen-Gemeinderat Heinz Grandl nach, es sei ein Ausspielen von Gruppen, den einen das Geld zu nehmen, um es in andere zu investieren. „Wenn wir den Treff schließen, nehmen wir den Jugendlichen noch ein Angebot weg, ohne ihnen eine Alternative zu liefern.“ Es sei keine Schließung auf Not, warum also nicht warten bis eine Lösung gefunden ist. Stadtrat Karl Mair-Kastner (Grüne) verwies darauf, dass sich die Jugendlichen jetzt im Sommer vielleicht im Freibad treffen könnten, aber im Winter bräuchten sie beheizte Räumlichkeiten.

Auch Gottfried Mayr-Pranzeneder (OLE) ist für den Erhalt des Jugendtreffs. Den Erfolg solcher Einrichtungen könne man nicht messen, spürbar werde erst der Misserfolg. Er vermisse in der Argumentation die positiven Seiten des Jugendtreffs. So gab es für die Jugendlichen heuer etwa bereits einen Informationsabend zur Arbeiterkammer-Wahl oder darüber, wie man einen Steuerausgleich macht. „Wenn der politische Wille da ist, ist alles möglich.“

Sitzungsunterbrechung brachte die Wende

Die FPÖ tendierte zunächst in Richtung Schließung des Jugendtreffs. Die Summe stehe nicht dafür, so Harald Melchart,  man könnte das Geld stattdessen ja in eine andere Platzschaffung für Jugendliche investieren. Man bräuchte ja nur einen Ort, wo sie sich treffen könnten.

Die Stimmen der FPÖ hätten der ÖVP gereicht, um eine Schließung durchzubringen, woraufhin Grünen-Stadtrat Mair-Kastner als letzte Chance eine Sitzungsunterbrechung sah. In dieser einigten sich schließlich SPÖ, FPÖ, Grüne und OLE darauf, die Thematik zurück in den Jugendausschuss zu verlagern, womit eine Schließung vorerst abgewendet war.

Bürgermeister Severin Mair wies darauf hin,  dass der Mietvertrag des Jugendtreffs mit 2020 auslaufe und fristgerecht so keine Lösung gefunden werden könne. Es sei ein Rausziehen eines Themas, über das schon seit Jahren gesprochen wird. Von der ÖVP kam ansonsten keine Wortmeldung.

„Schwer, außerhalb von Vereinen Freunde zu finden“

Eine Meinung, die an diesem Abend ungehört blieb, war die von drei Jugendlichen und Jugendtreff-Leiter Josef Razinger, die bei der Gemeinderatssitzung anwesend waren. Razinger ist seit Anfang Juni Leiter, er sei aber seit dem ersten Tag an mit Nachbarn und Vermieter in Kontakt und verstehe die Problematik nicht. Zudem seien es sicher nicht nur 15 Jugendliche, die den Treff regelmäßig besuchen.

Auch die Jugendlichen betonen, wie wohl sie sich im Jugendtreff fühlen. Der Jugendtreff sei für sie der einzige Ort, wo sie sich mit Freunden treffen könnten, nämlich auch im Winter. Wer nicht Fußball spielt oder musiziert, habe es ansonsten schwer Freunde zu finden. Im Jugendtreff kämen Jugendliche mit den gleichen Interessen zusammen. Den Skaterpark nutzt von ihnen schon lange keiner mehr. Mit den Jugendlichen dort wollen sie lieber nichts zu tun haben.


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