Jäger bitten bei Silvesterschießereien um Rücksichtnahme auf Wildtiere am Land und in der Stadt
BEZIRK LINZ-LAND. Ein Silvester ohne Böller und Raketen ist hierzulande für viele Menschen undenkbar. Für die meisten Wildtiere ist die Knallerei aber eine unglaubliche Tortur.

Wildtiere reagieren auf die für sie ungewohnten Störungen mit panikartiger Flucht und enormer Stressbelastung. „Nicht selten haben die Tiere extreme Angst. Vor allem, weil sie ein viel besseres Gehör haben als wir Menschen. Und diese Stresssituation kostet die Tiere enorm viel an Energie“, erläutert Christopher Böck, Wildbiologe und Geschäftsführer des OÖ Landesjagdverbandes. Vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn das Nahrungsangebot ohnehin niedrig ist und eventuell durch Eis und Schnee verschärft wird, könne eine zusätzliche, massive Belastung im Extremfall auch zum Tod durch Erschöpfung führen. „Und mitunter passiert es auch, dass Tiere in Panik auf Straßen laufen und Unfälle verursachen“, warnt Böck.
Keine Knallerei in Waldnähe
Man wolle jetzt nicht den moralischen Zeigefinger erheben und den Menschen das Silvestervergnügen nehmen. „Uns Jägerinnen und Jägern geht es um eine entsprechende Sensibilisierung – etwa die Silvesterknallerei in der Nähe von Wäldern zu unterlassen. Rücksichtnahme ist auch besonders gefordert, wenn es um Wildtiere geht, die in der Stadt leben, wie etwa Wasservögel auf stadtnahen Gewässern. Wird in ihrer unmittelbaren Nähe geknallt, schrecken sie auf und fliegen teilweise panisch weg, um sich einen neuen Unterschlupf zu suchen, den sie aber in dieser Zeit kaum finden“, so Böck.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden