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ENNS. In der Landwirtschaft spielen viele Faktoren eine Rolle, wenn es darum geht, reiche Ernten einzufahren. Einer dieser Faktoren ist das Wetter, und mit ihm ist nicht immer gut Kirschen essen.

Auch die Bienen haben heuer schon massiv unter dem Frost gelitten. Foto: Weihbold
Auch die Bienen haben heuer schon massiv unter dem Frost gelitten. Foto: Weihbold

„Wenn man täglich mit der Natur arbeitet, lernt man auf sehr respektvolle Weise, dass ein Arbeiten mit ihr wunderschön aber auch herausfordernd und manches auch nicht planbar ist“, sagt Karin Maleninsky, die, gemeinsam mit ihrem Mann Robert, neben Qualitätsmost, animierenden Destillaten und innovativen Secco“s auch Honig aus eigener Imkerei produziert. Sie weiß also genau, was es bedeutet, auf die Natur angewiesen zu sein.

Zittern um die Ernte

Spielt das Wetter im April/Mai nicht mit, wird es für die Obstbaumblüte kritisch. Mitte April rutschten die nächtlichen Temperaturen wieder unter den Gefrierpunkt. „Frostschäden werden in der Blüte oder am Fruchtansatz erst nach und nach sichtbar und man bangt! Ein paar Stunden entscheiden mitunter über den Ertrag eines Jahres“, so Maleninsky. Auch in der Imkerei seien lang anhaltende kalte Temperaturen eine Herausforderung.

Menschen brauchen Bienen

„Die Bedeutung von Bienen für unser Ökosystem fängt bei ihrer Symbiose mit der Pflanzenwelt an: Bienen brauchen Pollen für die Aufzucht ihrer Brut und Nektar als Nahrung, Pflanzen brauchen Bestäuber, um sich zu vermehren. Nur durch die Bestäubung ist die Vielfalt der Nahrungsmittel und Pflanzenwelt gesichert“, erklärt die Landwirtin. Langanhaltende kalte Temperaturen erschweren dem Bienenvolk das Halten der Stocktemperatur auf zirka 36 Grad, die für die Aufzucht der Brut und somit für die Bildung eines starken Volkes unbedingt notwendig sei. Auch die Ernte des Frühjahrsblütenhonigs verringere sich mit jedem Tag, an dem die Bienen nicht ausfliegen können, weil die Temperatur zu niedrig ist (unter 10 Grad fliegen Bienen nicht). Schon Albert Einstein soll 1949 gesagt haben: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr.“

Maßnahmen gegen Frost

Wenn es darum geht, die Ernte zu retten, werden Bauern einfallsreich. „Durch kontrolliertes Abbrennen von Strohballen, legt sich Rauch über Weinreben und Obstbaumkulturen, der das Absinken der tiefen Temperaturen abmindern soll – so wie ein Schutzschild.“ Eine nicht ganz ungefährliche Methode, die nur mit Absprache der örtlichen Feuerwehr und unter genauer Berücksichtigung der Windverhältnisse durchgeführt werden kann und auch nur bedingt erfolgversprechend sei. Eine weitere, wenn auch kostspielige Methode, Pflanzen und Blüten vor Frostschäden zu schützen, kann der Einsatz von Hubschraubern sein. Dies sei dann sinnvoll, wenn bodennahe eine wärmere Luftschicht über der gefährlichen frostigen liegt. Durch das Rotieren der Rotorblätter komme es zur Durchmischung und zum Temperaturausgleich.

Hauptsache viel

Der Schaden nach Ernteausfällen sei für manche Landwirte erst im Folgejahr wieder wett zu machen, was eine Existenzbedrohung darstellt. Das Wenige an Ertrag könne der Bauer nicht durch Preiserhöhungen wettmachen. „Wir leben in einer Konsumgesellschaft, in der wir es gewöhnt sind, dass es zu jeder Zeit auch alles zu kaufen gibt. Sind aufgrund von Ernteausfällen zu wenige Äpfel in der Region oder im Land, werden Importe forciert und Preise minimal, wenn überhaupt, angehoben. „Glücklicherweise ist über die oft schwierige Situation der Landwirte bei den Menschen eine neue Form von Bewusstsein zu spüren. Sie fühlen und leben mit. Regionalität und persönlicher Kontakt zum Erzeuger wird dem Konsumenten wieder wichtig und lässt ihn vermehrt regional und saisonal kaufen“, sagt Maleninsky abschließend.


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