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Vorgestellt: "Tipsi" präsentiert die Graugans

Leserartikel Julia Karner, 01.07.2019 08:00

St. VALENTIN. Die Blaumeise „Tipsi“ stellt im Monat Juli die Graugans vor.

Graugänse, ein Aushängeschild für Nationalparks; Foto: Manuela Ziervogl
Graugänse, ein Aushängeschild für Nationalparks; Foto: Manuela Ziervogl

Manuela Ziervogl von Zoo Valentin gelang in unserer Gegend ein tolles Foto von einer fliegenden Graugans. Grund genug, den Gänsekiel zu zücken und über die Graugans zu berichten. Sie war vielerorts ausgestorben, mittlerweile ist sie aber ein Aushängeschild für Nationalparks. Aus ihr wurde in Mitteleuropa die Hausgans domestiziert. Die frühere Bedeutung von Gänsen kann man an Wörtern wie Gänsemarsch, Gänsehaut, Gänseblümchen, Gänsefüßchen und Gänsewein ablesen. Auch heute noch ist das Martinigansl in vieler Munde.

In Vergessenheit geraten

Die Graugans hingegen war Mitte des letzten Jahrhunderts in Vergessenheit geraten. 1970 gab“s nur noch 20.000 in Europa. Ein einzelner Mensch konnte hier viel bewirken. Konrad Lorenz hatte als kleiner Bub die „Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ von Selma Lagerlöf vorgelesen bekommen und war seither auf Wasservögel geprägt. In seiner Kindheit wuchs er mit Entenküken auf, später sah ihn Graugans Martina als Mutterersatz an. 1973 nahm der „Rentner“ Lorenz in Grünau im Almtal die Arbeit mit einer Schar halbzahmer Graugänse auf. Seit bald 50 Jahren werden sie dort erforscht, man weiß, dass sie hochsozial sind, Paare zusammen bleiben, weibliche Gänse auch als Erwachsene Kontakt zu ihren Schwestern pflegen, Familien in der Hierarchie über Paaren und Singles stehen, nicht alle Paare erfolgreich brüten und auch manche Ganter gemeinsam ein Paar bilden. Dank der Erforschung der Graugänse stieg auch wieder ihr Ansehen, heute gibt es mehr als 250.000 Exemplare. Die Verhaltensforschung von Lorenz ist heute noch anerkannt, sein Verhalten zur Kriegszeit hat aber einen Schatten auf seine Persönlichkeit geworfen. Gerade geltende soziale Verhaltensmuster zu ändern, ist schwer, so tun wir zum Beispiel noch immer alles, um Klimaerwärmung, Bodenversiegelung und Artensterben weiter zu befeuern, wie können wir ändern?


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