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FREINBERG. Das „Alte Forsthaus“ in Freinberg ist Zeuge einer bewegten Vergangenheit: Die Vorfahren von Papst Benedikt XVI. lebten einst in Sichtweite dieses Objektes, das später den „Bleistiftgrafen“ Faber-Castell als Forsthaus diente. Nun wurde der Hof von Freinberger Bürgern möglichst originalgetreu renoviert. Nachdem schon seit ein paar Jahren Veranstaltungen in diesem Haus stattfanden, wird der Hof am 14. Juli offiziell eröffnet. Dem „Alten Forsthaus“ wird somit neues Leben eingehaucht.

Das "Alte Forsthaus" in Freinberg wird am 14. Juli eröffnet. (Foto: W. Hocheneder)
Das "Alte Forsthaus" in Freinberg wird am 14. Juli eröffnet. (Foto: W. Hocheneder)

Zu seinem heutigen Namen gelangte der Hof, da in diesem Anwesen nahezu 100 Jahre lang der jeweilige Förster der „Gräflichen Forstverwaltung Faber-Castell“ mit seiner Familie lebte. Der Vierseithof in Freinberg besteht aus vier Gebäudeteilen, wobei das Wohnhaus und die beiden Ställe noch im ursprünglichen Zustand erhalten sind. Direkt angrenzend befindet sich ein immer noch nutzbarer Backofen, ein Brunnen, der ebenfalls renoviert wurde und ein Troadkasten, der heuer stolze 240 Jahre alt wird. Auch der Imkerverein hat in unmittelbarer Nachbarschaft sein Zuhause. Die Vereinshütte „Wabenzelle“ ist Heimat einiger Bienenvölker und Startpunkt des einzigartigen Bienenlehrpfades „BiWaNa“.

Viel Arbeit und Geld in Renovierung investiert

Das „Alte Forsthaus“ steht als einer der letzten original erhaltenen „Innviertler Vierseithöfe“ im besonderen Rampenlicht. Hier musste viel Arbeit und auch Geld investiert werden, um im Hof die ursprüngliche Bausubstanz zu erhalten und gleichzeitig behutsame Veränderungen, die heute unbedingt gebraucht werden, zu ermöglichen. Gemeinde, EU und das Land Oberösterreich unterstützten dieses Projekt und ermöglichten so erst die Umsetzungen des ehrgeizigen Erhaltungsplanes. Der Innenhof des Forsthauses bietet bei Veranstaltungen mehr als 200 Personen Platz. Gemeinde und Kulturkreis haben hier schon Weihnachtsmärkte und andere Veranstaltungen abgehalten, die in der Bevölkerung bestens angenommen wurden. Im oberen Stallbereich hat mittlerweile ein moderner Luftgewehr-Schießstand des Kameradschaftsbundes seine Heimat gefunden, während im Innern des Wohnhauses in der oberen Etage museale Räume untergebracht sind. Die Geschichte an und mit der Staatsgrenze wird hier mit vielen Original-Uniformen, Amtszeichen, Originalpapieren, Amtstafeln und der Beschreibung des Arbeitsalltages der Zöllner festgehalten. Die seit 500 Jahren datierte Gewinnung von Tegel zur Bleistifterzeugung – und damit der Grund, dass die Grafen Faber-Castell hier Fuß fassten – kann man in einem weiteren Raum, auch an Hand von Original-Utensilien, bestaunen. Eine echte Attraktion, das wissenschaftlich begleitete Mundart-Sprachlabor, in dem man am Touchscreen die unterschiedlichen Mundarten und deren Weiterentwicklung in einzelnen Orten dies- und jenseits der rot-weiß-roten Grenze „erhören“ kann.

Mühevoll saniert – Eröffnung am 14. Juli

2009 konnte die Gemeinde mit dem Ankauf des „Alten Forsthauses“ ein in die Jahre gekommenes Freinberger Denkmal erwerben. Mit der Förderung durch Leader-Region Sauwald konnte die Finanzierung gesichert werden. Im Jahre 2011 haben sich Vertreter des Kulturkreises und der Gemeinde Freinberg zusammengeschlossen und sich bereit erklärt das Kleinod „Altes Forsthaus“ zu sanieren. Eine Gruppe von Idealisten, unterstützt von freiwilligen Helfern, konnte dieses Ziel umsetzen. Diese einmalige Hofanlage wurde so für die Zukunft gesichert und für kulturelle Zwecke nutzbar gemacht. Am 14. Juli wird dieses Projekt seitens des Kulturkreises und der Gemeinde in einem würdigen Festakt feierlich eröffnet.


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