Die Achterjahre: Roter Faden für sechs Ausstellungen im Schlossmuseum

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Mag. Claudia Greindl Mag. Claudia Greindl, Tips Redaktion, 11.04.2018 18:26 Uhr

FREISTADT. Das Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt nimmt das Jahr 2018 zum Anlass, um an Ereignisse in Zusammenhang mit der Grenze Mühlviertel-Südböhmen zu erinnern. Der rote Faden, der sich durch die sechs Ausstellungen zieht, sind die „Achterjahre“ – 1918, 1938, 1948, 1968 und 1989, in denen sich politische und gesellschaftliche Änderungen vollzogen haben, die auch die Kleinregion Mühlviertel nicht unberührt ließen.

Bis zum Jahr 1989 war die Staatsgrenze sowohl ein wirtschaftlicher als auch ein prägender emotionaler Faktor: Die Grenze zur Tschechoslowakei war im Gedächtnis der Mühlviertler überwiegend negativ konnotiert. Schuld daran waren einerseits die Erfahrungen nach den beiden Weltkriegen, andererseits die Propaganda im eigenen Land. So wurde den Bewohnern des Mühlviertels immer wieder bewusst gemacht, dass die Grenze eine ungerechte, praktisch willkürliche Grenze sei, die die Sieger den Besiegten aufgezwungen haben. Diese stark auf Emotionen fußende Einstellung wurde durch die Errichtung des „Eisernen Vorhangs“ bestätigt und noch weiter verstärkt.

70 Jahre rasante Entwicklung

Die sechs Ausstellungen im Mühlviertler Schlossmuseum decken zwar nur eine Zeitspanne von 70 Jahren ab, vermitteln aber jene rasante Entwicklung, die von der Weltpolitik ausgelöst bis in die entlegensten Winkel des Böhmerwaldes wirkte. Die einzelnen Menschen, sowohl diesseits als auch jenseits der Grenze, waren vielfach nur Zaungäste, hilflose und oft auch nur sprachlose Statisten.

Den Auftakt zum sechsteiligen Reigen machen die Ausstellungen „Wendezeiten – Hart an der Grenze“ (14. April bis 26. Oktober) in der Säulenhalle und „Das Jahr 1918 – Begrenzen: Zwei neue Staaten, eine Grenze“ (14. April bis 27. Mai 2018) im Gesindehaus des Schlossmuseums.

Wendezeiten zum Auftakt

Fritz Fellner und Hubert Roiss beleuchten in „Wendezeiten“ die Randlage des Mühlviertels und Südböhmens, die topografischen Gegebenheiten, die wesentlich die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen und die Geschichte beeinflussten.

Gemeinsam mit Kurt Cerwenka behandelt Fritz Fellner in der zweiten Schau das Jahr 1918, das mit Konflikten an der Grenze und mit einer beunruhigten Bevölkerung im Mühlviertel endete. Die Pariser Friedensverträge schaffen damals Klarheit: Die deutschsprachigen Gebiete Böhmens kamen nicht zu Österreich, sondern zur Tschechoslowakei.

Ausstellung Nr. 3 ist von 9. Juni bis 15. Juli 2018 dem Jahr 1938 gewidmet. Ihr Titel: „Ausgrenzen: Verschobene Grenzen“. Wiederum sind es Kurt Cerwenka und Fritz Fellner, die sich wie in den weiteren Ausstellungen der Zeit nach dem Anschluss Österreichs und auch des Sudetenlandes an Nazideutschland widmen.

Am Eisernen Vorhang

Um Entstehung und Folgen der Trennlinie zwischen den marktwirtschaftlich orientierten demokratischen Staaten im Westen und den planwirtschaftlich geleiteten, sozialistischen Diktaturen dreht sich Ausstellung Nr. 4 mit dem Titel „Das Jahr 1948 – Eingrenzen: Der Eiserne Vorhang teilt Europa“. Zu sehen ist sie von 28. Juli bis 26. August im Gesindehaus. Die vorletzte Schau in der Reihe „Die Achterjahre“ betrifft das Jahr 1968. „Abgrenzen: Prager Frühling und Normalisierung“ ist von 8. September bis 26. Oktober 2018 das Thema im Gesindehaus. „Entgrenzen: Die Samtene Revolution“ setzt von April bis Juni 2019 den Schlusspunkt im Ausstellungsreigen. Im Zentrum steht die Grenzöffnung im Jahr 1989.

Weitere Informationen: http://www.museum-freistadt.at

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