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Luxusproblem Langeweile

Kolumne Foto: Wodicka
Kolumne Foto: Wodicka

„Mama, mir ist sooo fad!“ Ganze zwei Stunden dauerte es am ersten Ferientag nach dem Urlaub, ehe unserem Ältesten diese – vielen Eltern sicher wohl bekannten – Worte über die Lippen kamen. Dabei lümmelte er auf der Couch und schaute planlos in die Luft. Der Bruder (6), ansonsten Spiel- und Raufpartner schlief noch und mit dem Kleinen (3) zu spielen, freute den Großen nicht.

Während ich neben dem Kind, das vor Langeweile umzukommen glaubte, das Frühstücksgeschirr abräumte, die Wäsche aufhängte, den Staubsauger anwarf, die Betten machte und schon die Einkaufsliste für das Mittagessen plante, dachte ich mir „Dieses Luxusproblem möchte ich echt einmal haben!“, sah mich aber vor, dem Sohnemann Vorschläge zu seiner möglichen Freizeitgestaltung zu unterbreiten (erfahrungsgemäß kommt da ohnehin nur ein „Gfreit mi net! Darf ich fernsehen?“ zurück) und gratulierte dem Sohn statt dessen zur Langeweile: „Das schadet überhaupt nicht.“

Natürlich wollte der Filius das auch nicht hören, aber ich bin nicht der Meinung, dass ich für einen Achtjährigen ein Unterhaltunsprogramm auf die Beine stellen muss, der jede Menge Spielsachen, Bücher, zwei Geschwister und viele Spielkameraden in der Nachbarschaft hat.

Zum Glück rollte sich das fadisierte Kind bald vom Sofa und blätterte die Tageszeitung durch, bis der Bruder endlich aufgestanden war und zum Spielen mit in den Garten kam. Um weiterer Langeweile keinen Vorschub zu leisten, teilte ich die beiden älteren Jungs zu kleineren Hausarbeiten wie Tisch decken und Geschirr abtrocknen ein. Ein „Mir ist sooo fad!“ trauten sich die Lauser seitdem nicht mehr sagen!


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