Naturschützer auf vier Pfoten erschnuppert Wildkatze und Luchs

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Mag. Claudia Greindl Mag. Claudia Greindl, Tips Redaktion, 13.12.2018 10:59 Uhr

KEFERMARKT. Eine feine Nase hat „Grace“ sowieso. Eine Ausbildung macht die Australian Shepherd-Hündin mit ihrem Riechvermögen allerdings seit kurzem einzigartig im Mühlviertel: Grace ist der erste Hund in der Region, der im Team mit seiner Besitzerin Heidi Kurz Luchse und Wildkatzen zuverlässig anhand ihrer Ausscheidungen aufspüren kann.

Für die 14 Monate alte Grace ist die neue Methode, um Luchs und Wildkatze im Mühlviertel nachzuweisen, ein willkommenes Spiel: Riecht sie die Losung einer der beiden Tierarten, legt sie sich auf den Boden und wartet, bis ihr Frauerl kommt und sie belohnt. Gelernt hat sie das bei einer Ausbildung zum Naturschutzhund („Hunde im Einsatz für den Naturschutz“). „Bei einem unbestätigten Hinweis auf Luchs oder Wildkatze, die in unserer Gegend ja sehr rar sind, sind wir im Team dazu befähigt, unsere Suche durchzuführen“, berichtet die Kefermarkter Biologin, die beim Naturschutzbund Oberösterreich tätig ist.

Genetischer Fingerabdruck

Trainiert wurde die feine Nase von Grace, die eine Million Mal besser riechen kann als die des Menschen, mit Hilfe von Ausscheidungen aus Wildparks. „Der Kot von verschiedenen Tieren ist wie ein genetischer Fingerabdruck, der Hund kann sogar zwischen Wild- und Hauskatze unterscheiden“, weiß Kurz. Nach dem Fund wird die Losung zur genetischen Analyse in einem Labor auf Nahrung, Lebensraum, Art, Geschlecht und Verwandtschaft untersucht. Zu wissen, wo Luchse und Wildkatzen bei uns vorkommen, ist für Naturschutzorganisationen wie den Naturschutzbund wichtig, um mehr über ihr Leben zu erfahren und ihren Lebensraum schützen zu können. Beide Tierarten waren bei uns bereits ausgerottet worden und werden langsam wieder heimisch.

Wenige bestätigte Nachweise

„Im Mühl- und Waldviertel gibt es etwa 15 Luchse. Wildkatzen sind sehr rar, nur im Bezirk Rohrbach und in Windhaag bei Freistadt gibt es in jüngster Zeit bestätigte Vorkommen“, weiß Heidi Kurz. Bei vermuteten Vorkommen werden zumeist Fotofallen in-stalliert, dann kommen Grace und ihre Besitzerin zum Einsatz. Beide Katzenarten sind wichtig für das naturnahe Ökosystem. „Die Wildkatze ernährt sich zu 90 Prozent von Wühlmäusen, der Luchs als größte Waldkatze Europas erbeutet hauptsächlich Rehe und spielt bei der Regulierung des Wildbestands eine wichtige Rolle“, weiß die Biologin.

Sichtung ist ein echter Glücksfall

Bedroht sind sowohl Wildkatze als auch Luchs in ihrem Lebensraum durch die Zerschneidung der Landschaft, durch den Straßenverkehr und auch durch Wilderei. Die scheuen Einzelgänger sind dämmerungs- und nachtaktiv und gut getarnt. „Eine dieser für den Menschen völlig ungefährlichen Katzen in freier Wildbahn zu sehen, ist ein großes Glück – man sollte ruhig stehenbleiben, beobachten, wenn möglich ein Foto machen und die Sichtung melden“, rät Heidi Kurz. Die Plattform des Naturschutzbundes dafür ist www.naturbeobachtung.at.

Im Rahmen des Schulprojekts „PROLuchs“ des OÖ Naturschutzbundes bringen Experten den Schülern von Volksschulen, Neuen Mittelschulen und Gymnasial-Unterstufen das Leben der scheuen Waldkatze näher. Anmeldungen für das von der Abteilung Naturschutz des Landes OÖ geförderte Projekt nimmt der Naturschutzbund unter 0732/779279 oder oberoesterreich@naturschutzbund.at entgegen. Der Unkostenbeitrag pro Schüler beträgt einen Euro.

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