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BEZIRK FREISTADT. Drei Schüler des Gymnasiums Freistadt erzählen von den Herausforderungen in einem Corona-Maturajahr, was die Krise trotz allem Positives bringt und wie die Pandemie ihre Zukunftspläne ge­ändert hat.

  1 / 3   Victoria Kral (Bild), Sebastian Merten und Paula Raffaseder erzählen von ihrem Umgang mit der Pandemie und ihren Plänen. Foto: privat

„Vor allem die Motivation aufrecht zu halten, fällt schwer“, berichten Paula Raffaseder (8C), Victoria Kral (8A) und Sebastian Merten (8B). „Im ersten Lockdown wusste man ja noch nicht, wie lange alles dauert. Jetzt muss ich mich oft wirklich überwinden, meine Aufgaben zu machen“, schildert Kral die Situation. „Es ist nicht leicht, nur seine Pflichten zu erfüllen, wenn der ganze Spaß aus dem Leben gestrichen wird.“

Dazu verursachen die Ungewissheit und die rasche Anpassung an neue Entscheidungen Stress. „Vieles wird immer wieder verschoben, da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Stress und Druck sind mittlerweile ständige Begleiter“, erzählt Raffaseder. Auch der normale persönliche Kontakt mit den Mitschülern und Lehrern fehlt.

Obwohl die Schüler viel mit ihren Freunden telefonieren, gemeinsam Online-Spiele spielen und über Social Media in Kontakt bleiben, kann das den physischen Kontakt nicht ersetzen. „Die Schule ist ja nicht nur ein Ort, an dem man für die Schulfächer büffelt. Man entwickelt hier seine Persönlichkeit, findet Freunde und lernt das gemeinschaftliche Zusammenleben und gegenseitigen Respekt“, sagt Merten.

„Schwerer zu verstehen“

Die Schüler werden mit extra Förderstunden unterstützt und können jederzeit bei den Lehrern nachfragen. „Trotzdem zeigt es sich, vor allem in Mathematik, dass wir beim Distance-Learning einfach weniger verstanden haben. Man muss sich also auch viel selbst beibringen. Für diejenigen, die sich in einem Fach nicht so leicht tun, ist das jetzt besonders schwer“, erklärt Raffaseder.

„Für das Leben gelernt“

Aber auch, dass sie aktuell einiges für das Leben lernen, berichten die drei Maturanten. „Es macht mich wütend, wenn jemand die „Generation Corona“ mit etwas Negativem assoziiert oder als verloren bezeichnet“, sagt Merten. „Absolvent während der Pandemie zu sein, bedeutet mit Ungewissheiten umgehen zu können und viel Flexibilität und Selbstdisziplin erlernt zu haben. Ich glaube, dass diese drei Dinge essenziell für das Arbeitsleben sind.“

Das in diesen Zeiten erlernte selbstständige Lernen und die Selbstorganisation werden auch später im Leben helfen, sind sich die drei einig. „Diese Fähigkeiten werden mir beim Studium helfen“, sagt Kral. „Außerdem konnte ich während der Lockdowns an meiner Lebensweise hinsichtlich Ernährung und Selbstbewusstsein arbeiten. Auch das gute Verhältnis zu meinen Eltern hat sich noch zusätzlich verbessert.“

Zukunftspläne haben sich geändert

Auf die Zukunft blicken die drei Maturanten mit gemischten Gefühlen. „Wenn Firmen jetzt Mitarbeiter einsparen müssen, wird es sicher in Zukunft schwieriger, einen Arbeitsplatz zu bekommen“, sagt Raffaseder. „Bei dem Start eines Studiums gibt es, glaube ich, keine großen Einschränkungen.“ Für Raffaseder haben sich die Pläne für die Zeit nach der Matura allerdings durch die Pandemie geändert. Sie wollte ursprünglich ein Auslandsjahr machen und danach Wirtschaftsrecht studieren. Das Auslandsjahr ist für sie jetzt aber hinfällig.

„Ausbildung schnell zu Ende bringen“

Auch bei Victoria Kral haben sich die Pläne geändert. Sie wollte vor dem Studium ebenfalls ins Ausland reisen und bei einer sozialen Organisation arbeiten: „Durch Corona habe ich den Wunsch aufgeschoben. Nun will ich so gut und schnell wie möglich meine Ausbildung zu Ende bringen. Mir ist auch bewusst geworden, wie schön Österreich ist und die sonst selbstverständlichen Familienurlaube weiß ich nun auch mehr zu schätzen.“ Kral will nach der Matura Publizistik- und Kommunikationswissenschaften in Wien studieren.

Rettungssanitäter werden

„Es wird sicher herausfordernder sein, einen Job zu finden, aber ich bin optimistisch, dass die Arbeitslosigkeit nach der Krise wieder sinkt“, sagt Merten. „Wenn wir positiv denken und die Perspektiven im Auge behalten, dann können wir gestärkt aus dieser Krise herausgehen.“ Ihn hat die Krise dazu bewogen, nach der Matura die Ausbildung zum Rettungssanitäter zu machen. „Ich habe gemerkt, wie essenziell dieser Beruf, vor allem in Krisen, ist.“


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