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RAINBACH. Nachdem eine Rehgeiß bei einem Verkehrsunfall in der Gemeinde Unterweitersdorf getötet worden war, nahm sich Polizist Manuel Duschlbauer aus Zulissen um die beiden Rehkitze an. Eines starb leider, aber das zweite, Daisy, wohnt seitdem im Wohnzimmer der Familie Duschlbauer. 

  1 / 2   Die entzückende Daisy hat das Herz der Familie Duschlbauer aus Zulissen (Rainbach) im Sturm erobert. Foto: privat

Am Vormittag des 14. Mai wurden Polizeibeamte vom Posten Pregarten, darunter Manuel Duschlbauer, zu einem Wildunfall in Hattmannsdorf (Gemeinde Unterweitersdorf) gerufen. Eine trächtige Rehgeiß war in ein Auto gelaufen und dabei ums Leben gekommen. Weil dem Tier bei dem Unfall der Bauch aufgerissen worden war, lagen die beiden bis zu dem Zeitpunkt ungeborenen Rehkitze plötzlich auf der Straße - lebten aber wie durch ein Wunder. „Bei der Fahrt zur Unfallstelle habe ich mir schon überlegt, was wir mit den Kleinen machen werden“, erzählt der Polizist.

„Meine Frau meinte, ich bin verrückt“ 

„Nach Absprache mit dem zuständigen Jäger habe ich die beiden Kitze mitgenommen“, sagt Manuel Duschlbauer, der ein großes Herz für Tiere hat. Es ging auf direktem Weg zum Tierheim/Tierschutzstelle Freistadt, wo man große Erfahrung mit der Aufzucht von Rehkitzen hat, aber momentan mit vielen tierischen  Findelkindern bereits alle Hände voll zu tun. „Da war für mich klar, ich nehme die beiden mit heim. Ich habe noch meine Frau angerufen und ihr gesagt, dass ich mit zwei Rehkitzen komme. Sie hat mich für verrückt erklärt“, lacht Duschlbauer.

Nur eins der Kitze schaffte es

Versorgt mit besonders nahrhafter und stärkender Erstmilch in Pulverform ging es nach Zulissen, auf dem Weg dorthin verstarb leider eines der Kitze. Auch das zweite Kitz war schon ganz schwach. „Aber meine Frau Tanya hat gleich die Erstmilch zubereitet und das Reh gefüttert, und dann ist es zu Kräften gekommen“, so Duschlbauer. 

Der Hunger kommt alle zwei Stunden 

Und so versorgen Manuel und Tanya Duschlbauer rund um die Uhr das Rehlein, das von den drei Kindern auf den Namen „Daisy“ getauft wurde. Es lebt im Wohnzimmer, verlangt alle zwei Stunden nach seiner Milchflasche - es gibt Ziegenmilch - und folgt seinen Menschen auf Schritt und Tritt. Auch einen Ausflug in den Garten durfte Daisy schon machen. „Es ist ziemlich viel Arbeit, das Kitz braucht intensive Betreuung. Wenn ich mit meinem Latein am Ende bin, hole ich mir Tipps vom Tierheim Freistadt“, sagt Manuel Duschlbauer, der Erfahrung mit Wildtieren hat - immerhin hat er schon mal Kängurus gehalten. Gut ein Jahr wird Daisy wohl bei der Familie bleiben, oder zumindest unweit vom Haus. „Weil es ein weibliches Tier ist, wird es uns wohl auch später immer mal wieder besuchen kommen.“  


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