Nach Schusswechsel im Mühlviertel: Unterbringung statt Haft
RAINBACH/LINZ. Nach der Schießerei im Mühlviertel im September des Vorjahres muss ein 59-jähriger ehemaliger Lehrer nicht ins Gefängnis. Das Landesgericht Linz ordnete seine Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum an, wie die Oberösterreichischen Nachrichten berichten.
Der Mann hatte bei dem Einsatz mit der Spezialeinheit Cobra seine linke Hand verloren. Er leidet seit Jahrzehnten an einer schweren psychischen Erkrankung, unter anderem an manischen Depressionen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er zur Tatzeit nicht zurechnungsfähig war. Ihm wurden gefährliche Drohung, Widerstand gegen die Staatsgewalt sowie versuchte absichtlich schwere Körperverletzung angelastet.
Ausgelöst wurde der Polizeieinsatz, als der Mann in Rainbach im Mühlkreis einen Nachbarn und dessen fünfjähriges Kind mit einer illegal besessenen Waffe bedrohte und Schüsse abgab. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. In einer Scheune kam es schließlich zum Schusswechsel mit der Cobra, bei dem der 59-Jährige schwer verletzt wurde.
Eine gerichtlich bestellte Sachverständige stellte fest, dass Wahnvorstellungen sein Handeln bestimmt hätten. Ohne konsequente medikamentöse Behandlung seien weitere schwere Straftaten möglich. Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und ordnete die Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum auf unbestimmte Zeit an. Der Angeklagte zeigte sich einsichtig und stimmte der Entscheidung zu.
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