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FREISTADT. 34 mal hat Erika Baumgartner vom Volkshilfe-Stützpunkt Freistadt 2016 zusammen mit den Menschen, die vor ihr saßen, den Antrag auf finanzielle Unterstützung ausgefüllt. 4200 Euro wurden auf diesem Wege dazu verwendet, die Not der Menschen zu lindern. Armut ist im Bezirk keine Ausnahmeerscheinung.

Armut ist, wenn am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig bleibt. Foto: Shutterstock
Armut ist, wenn am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig bleibt. Foto: Shutterstock

„Die Scham, um Hilfe zu bitten, ist groß, aber die Not in diesem Moment ist größer“, weiß Erika Baumgartner aus ihrer täglichen Arbeit. Die Betroffenen versuchen meist über Monate über die Runden zu kommen, bis plötzlich eine wichtige Zahlung ansteht, die das knappe Budget völlig überlastet. „Es geht oft um Nachzahlungen von Heiz-, Strom- oder Betriebskosten oder um Reparaturen. Zumeist sind die Summen keine großen. Gespeist wird der Hilfsfonds aus Spenden. Zum Schulstart vergeben wir zudem Sachgutscheine“, erzählt auch Bezirksvereins-Vorsitzender Hans Affenzeller.

15 Prozent armutsgefährdet

Aktuell sind in OÖ 221.000 Menschen oder 15 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. Das bedeutet im Falle eines Einpersonenhaushalts ein Monatseinkommen von 1163 Euro. Alleinerzieherinnen und arbeitslose Menschen sind besonders von Armut betroffen. Insgesamt hat die Volkshilfe im Jahr 2016 500 Familien und Einzelpersonen mit 49.217 Euro geholfen.

Ursachen von Armut bekämpfen

„Obwohl die finanzielle Nothilfe natürlich wichtig ist, versuchen wir vor allem die Ursachen von Armut zu bekämpfen. Sei es mit unseren Projekten und Beratungsangeboten, aber auch mit unserem konsequenten Ruf an die Politik, mehr für die Armutsbekämpfung zu tun, denn Armut zu lindern ist nicht genug“, sagt Michael Schodermayr, Vorsitzender der Volkshilfe OÖ.


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