Aktion Glücksstern: SMB Plus leistet Hilfe zur Selbsthilfe am Lebensabend

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Mag. Claudia Greindl Mag. Claudia Greindl, Tips Redaktion, 09.01.2021 19:34 Uhr

BEZIRK FREISTADT. Den Lebensabend zu Hause zu verbringen ist der Wunsch der meisten älteren Menschen. Eine der Organisationen, die zur Umsetzung dieses Wunsches beiträgt, ist der SMB Plus. Die Non-Profit-Organisation ist im Bereich der mobilen Pflege tätig.

Der SMB Plus beschäftigt derzeit 23 Mitarbeiter in den Bereichen Heimhilfe (Unterstützung bei Körperpflege und Haushaltsführung), Altenfachbetreuung (Durchführung der pflegerischen Maßnahmen, Förderung der Ressourcen) und Hauskrankenpflege (medizinisch pflegerische Versorgung). Der Zuständigkeitsbereich umfasst die Gemeinden Lasberg, Leopoldschlag, Windhaag bei Freistadt, Grünbach, Gutau, Sandl und St. Oswald. An oberster Stelle steht die Wahrung der Würde und Individualität des Klienten. Das Motto: Hilfe zur Selbsthilfe.

Im Mobilen Dienst tätig

SMB Plus-Mitarbeiterin Annemarie Weißenböck aus Grünbach erzählt, dass sie sich 2014 für die Ausbildung zum Fachsozialarbeiter mit Schwerpunkt Altenarbeit (FSBA) entschieden hatte. „Ich wollte mich beruflich verändern und wusste, dass ich mich im sozialen Bereich engagieren möchte“, so die 30-Jährige. „Während der Ausbildung musste ich diverse Praktika absolvieren und so kam ich zum SMB Plus. Nach diesem Praktikum wusste ich, dass ich im Mobilen Dienst bleiben möchte. Im Gegensatz zu anderen Einrichtungen wie etwa im Krankenhaus bin ich in der Mobilen Pflege alleine unterwegs und kann nicht schnell eine Kollegin um Hilfe bitten. Mir stehen nicht dieselben Hilfsmittel wie im Krankenhaus zur Verfügung dies erfordert Flexibilität. Ich muss mir mit den Dingen die vor Ort vorhanden sind zu helfen wissen.“

Kein Tag wie der andere

Der Arbeitstag von Annemarie beginnt um sechs Uhr früh. Durchschnittlich betreut sie sechs bis sieben Klienten am Tag. „Kein Tag ist wie der andere und auch die Klienten sind grundverschieden. Ich weiß nie, was mich erwarten wird, wenn ich vor der Haustüre stehe. Manche freuen sich über mein Kommen, andere wiederum möchten die Betreuung so kurz wie nur möglich halten.“ Das erfordert natürlich auch sehr viel Feingefühl. Die junge Mutter eines zweieinhalbjährigen Kindes erzählt, dass der Familienzusammenhalt für sie sehr wichtig ist, denn nur durch die Unterstützung aus der Familie ist die Flexibilität, die dieser Beruf erfordert, möglich.

Ein Privileg, zu Hause zu sein

Josef Chalupar aus Windhaag bei Freistadt ist sehr dankbar für das Pflegeangebot des SMB Plus. Er und seine Frau nehmen dessen Dienste mittlerweile seit zwei Jahren in Anspruch. „Es ist ein Privileg, noch zu Hause sein zu können und mit der Unterstützung meines Sohnes und seiner Frau, die dreimal täglich zu uns kommen, funktioniert der Alltag noch ganz gut“, so der 87-Jährige.

Corona jeden Tag ein Thema

Das Thema Corona begleitet Annemarie Weißenböck täglich. „Es besteht nicht nur die Gefahr, dass ich mich selbst anstecke und die Krankheit von einem Klienten zum nächsten trage, sondern auch meine Familie und mein Kind sind davon betroffen. Es ist eine große Verantwortung die wir alle im Pflegebereich zurzeit tragen.“ Da mittlerweile in der mobilen Pflege auch Verdachtsfälle betreut werden, ist die richtige Schutzbekleidung maßgeblich, auch wenn die Arbeit dadurch erschwert wird. Für manche Klienten wirkt dies oft befremdlich. In dieser außergewöhnlichen Zeit ist es trotzdem für viele das Highlight des Tages. „Einige leben alleine und durch die derzeit nötigen Maßnahmen und die dadurch verbundene Isolation sind die Pflegekräfte oft der einzige persönliche Kontakt. Das erfordert gerade jetzt sehr viel Feingefühl, da eine Betreuung im Durchschnitt rund 45 Minuten dauert und großer Mitteilungsbedarf bei den Klienten herrscht“, weiß Annemarie Weißenböck.

Planung arbeitsintensiv

Auch hinter den Kulissen gibt es viel Arbeit, denn die Einteilung der Mitarbeiter und der Klienten obliegt der Einsatzleitung des SMB Plus. Gerade in der besonders schwierigen Corona-Zeit ist die Einsatzleitung ständig gefordert und der Dienstplan ändert sich quasi stündlich. Die Mitarbeiter bleiben nicht verschont und müssen in die Bresche springen, wenn Kollegen wegen Quarantänemaßnahmen ausfallen. Doch der Schutz der Mitarbeiter und der Klienten haben oberste Priorität. Dadurch sind die Kosten enorm gestiegen, die den SMB Plus als Non-Profit Organisation an die Grenzen bringt. Über die Aktion Glücksstern können die Tips-Leser, die vielleicht selber einmal in die Lage kommen, die Dienste der regionalen SMBs in Anspruch zu nehmen, einen Beitrag zur Finanzierung leisten.

Die SMBs sind über jede finanzielle Unterstützung dankbar und auch darauf angewiesen. Nur so können sie ihr Leistungsangebot aufrechterhalten und jene unterstützen, die Hilfe benötigen. Stellen Sie sich selbst zwei Fragen: „Wie wollen wir selbst einmal betreut werden?“ und „Was kann ich jetzt schon dafür tun, um das mobile Betreuungs- und Pflegeangebot für die Zukunft zu sichern?“ Spenden, Sponsoring und Förderungen sind für die Finanzierung und langfristige Absicherung der SMB-Dienstleistungen unverzichtbar. Jeder Cent zählt! IBAN: AT94 3411 0800 0190 0968



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