Atomenergie: Warnung und Kritik an Laufzeitverlängerung

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Mag. Michaela Maurer Tips Redaktion Mag. Michaela Maurer, 13.04.2016 11:30 Uhr

BEZRIRK/PRAG. 30 Jahre nach der Katastrophe beim Atomkraftwerk (AKW) Tschernobyl und fünf Jahre nach Fukushima fand in Prag eine Konferenz zur Zukunft der Atomenergie statt. Thema waren die Sicherheit und die Wirtschaftlichkeit von Atomkraftwerken.

„Wenn etwas passiert, sind wir alle betroffen“, sagt Landesrat Rudi Anschober bei seiner Eröffnungsrede. „Radioaktivität kennt keine Grenzen, daher kann Atompolitik auch keine Grenzen kennen.“ In ganz Europa drohen derzeit Laufzeitverlängerungen bei Atomkraftwerken. Der vor Kurzem präsentierte Atombericht PINK der EU-Kommission weist auf Kosten von 250 Milliarden Euro für Stilllegungen von Atomreaktoren bis 2050 hin. „Nur 130 Milliarden sind durch Rücklagen abgedeckt“, sagt Anschober. „Auch um diese Kosten zu schieben, planen immer mehr Betreiber massive Laufzeitverlängerungen, die auch im PINK-Bericht befürwortet werden.“ Nach der Katastrophe in Fukushima 2011 wurden europäische Stresstests durch die EU veranlasst. Diplomphysikerin Oda Becker hat die Stresstests analysiert und sagt, diese Tests könnten das Risiko nicht vollständig beurteilen. In der ersten Phase der Tests mussten die AKW-Betreiber eine Selbstbewertung vornehmen. Diese wurden von einer Aufsichtsbehörde bewertet. Die EU gab daraufhin Empfehlungen zur Verbesserung ab. Becker: „Es wurde keine Lehre aus Fukushima gezogen.“ Weiters kritisiert sie, dass es zu wenig Informationen und kaum Transparenz gibt und die Empfehlungen teilweise ignoriert werden würden.

Risiko steigt

Die derzeit in der EU in Betrieb befindlichen 129 Atomreaktoren sind im Durchschnitt fast 30 Jahre alt. Aktuell wurde Dukovany 1 (Tschechien) eine befristete Laufzeitverlängerung erteilt. In Krsko (Slowenien) ist eine auf 60 Jahre geplant. „Mit diesen Betriebszeiten gibt es keine Erfahrungen, darauf wurden die Reaktoren nicht ausgelegt und damit steigt das Risiko“, sagt Landesrat Anschober. Auch Becker ist der Ansicht, dass Anlagen, die vor 30 Jahren gebaut wurden, heute ganz andere Sicherheitssysteme brauchen würden. Dass ein Langzeitbetrieb kontraproduktiv ist, bestätigt auch Emmerich Seidelberger, Konsulent für Sicherheitsrisiken der Kerntechnik an der Universität für Bodenkultur Wien. „Außerdem müsste auch der Faktor Mensch, also menschliches Versagen, bei den Sicherheits-Konzepten eingeplant werden.“

Erkrankungen

Ian Fairlie, Radiobiologe und Konsulent für Umweltradioaktivität, präsentierte bei der Konferenz Studien über die Auswirkungen der Tschernobyl-Katastrophe auf die Gesundheit. Schilddrüsenkrebs, Leukämie, genetische Störungen und Krankheiten bei Kinder sind laut den Studien nach dem Jahr 1986 in den betroffenen Gebieten angestiegen.

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